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Karl Maria Machel
Liber Mnemosyne
Eine Retrospektive

Taschenbuch Juni 2019
352 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-594-3


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Am Anfang war das Wort. Denn das Papier war noch öd und leer. Am Anfang muß das Wort gewesen sein, denn in ihm ist der Gedanke manifest geworden. Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte noch nicht lustig; und Lenz ging noch nicht durchs Gebirg und Maul noch nicht durch den Park der Stadt und der Held bei Waggerl betrat grad erst seine Geschichte.
Also: Im Anfang war das Wort, der Gedanke. Denn man muß weit vor sich beginnen, wenn man eine Geschichte erzählen will, lang vor seiner eigenen Zeit, sagte Oskar Matzerath; und ich will ganz von vorn beginnen, dort, wo die Zeit noch keine Zeit war. Als Gott die Zeit schuf, hat er genug davon gemacht, sagen die Iren. Also: Am Anfang war das Wort. Nein, eigentlich im Anfang war das Wort, im Beginnen, im Vorgang des Beginnens.
Nehmen wir einmal an, daß vor rund einer Million Jahren der besondere menschliche Entwicklungsweg begann, der uns zu geistigen Wesen und auch zu den Beherrschern der Erde machte. So jedenfalls kann man es beschreiben. Wir wissen, diese ungeheuer lange Zeitspanne liegt völlig im Dunkel der Geschichte. Wir können nur ahnen. Doch so weit wollen wir eigentlich nicht zurück. Nein, ich denke, ich werde nicht soweit ausholen, es war gestern, vielleicht vor einigen Tagen. Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder lustig; und Lenz ging immer noch durchs Gebirg und Maul hatte den Park der Stadt durchschritten und der Held bei Waggerl hatte seine Geschichte abgeschloßen.
Und doch war im Anfang das Wort.
Langsam wurde er sich darüber klar, daß er die Liebe liebte und damit natürlich die Frauen. In ihrer Gesamtheit. Einzelne Vertreterinnen mußte er erst wieder erlernen. Und als Veronika auf ihn zutrat, machte er einen gewaltigen Schritt nach vorn. Da war ein Weib, das göttlich war, da war ein Mensch, der faszinieren konnte, da war Jemand! Nicht austauschbar und beliebig, ein Jemand. Auch seine Freundinnen waren nicht austauschbar, doch sie gebärdeten sich anders und Veronika wurde wichtig, in ihrer Seriosität. Doch das dauerte seine Zeit. Den neuen Hauch mußte er erst erkennen und er lernte schnell, wie immer von Frauen, so lernte er am Liebsten und am intensivsten, es gab ja ein Ziel. Was jeder verstehen wird.

Spät in der Nacht war es an Ihr zu erzählen. „Weißt Du, nach der Versetzung haben wir uns dann alsbald scheiden lassen; die Kinder waren aus dem Haus und wir gingen eigene Wege. Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört... Aber...“ sie zögerte einen Moment, „ich weiß, daß Du im Institut geblieben bist.“ Es wäre sein Zuhause, sagte er. „Ich habe sogar einige Male vor Deiner Haustür gestanden. Mein Mut hat aber weiter nicht gereicht. Ich habe Euch sogar mal heimlich beobachtet, aber Euer Glück, oder was immer ich dafür hielt, wagte ich nicht zu stören. Einmal hab ich sogar durchs Fenster gespäht,“ sie wurde rot, als sie das sagte, „ich sah Dich an Deinem Schreibtisch sitzen und schreiben. Es war irgendwie ein rührendes Bild: Du überm Papier mit dem Bleistift in der Hand. Da hab ich drauflos geheult und bin weggelaufen.. Ich hab oft an Dich gedacht und alle Männer mit Dir verglichen. Wohl darum hab ich nie wieder eine Beziehung angefangen. Vielleicht wollte ich Dir auch nicht untreu werden, wer weiß?! Naja, und nach dem Auslandseinsatz will ich dann zurückkehren, wo wir eine Zeit lang glücklich gewesen sind... Auch Du bist ja immer noch Dort...“
„Beate hat mich nicht fortgelassen...“ entschuldigte er sich fast. „Und ich habe da doch das Haus...“
„Was macht sie?“ fragte sie nun.
„Klar gehts ihr gut, wenns mir gut geht.“
„Ach ja...“ seufzte sie, „jetzt sind wir uns doch wieder über den Weg gelaufen... Meine Skizzenbücher sprechen eigentlich Bände...“ ihre Augen füllten sich mit Tränen, „Vielleicht... nein, bestimmt hab’ ich zu lang gewartet, und vielleicht...“ sie zögerte wieder, „lieb’ ich Dich ja immer noch...“
Johannes schniefte und griff nach ihrer Hand, „Auch ich hab oft an Dich gedacht, auch ich...“
„Tja, und nun hast Du Dir also meine kleine Schwester geschnappt, Lüstling.“
„Nee, sie hat mich geschnappt.“ sagte er.
„Hab ich wohl Pech gehabt, war zu lange weg. Und was machst Du da jetzt so alleine, wenn sie in Krakau ist?“
„Schreiben.“ sagte er, „ich schreib mein Buch.“
„Dein Buch? Titel?“ fragte sie kurz, fest.
„Mein Buch. Ein Nachlauschen der verklingenden Zeit...“
„Aah, Proust läßt grüßen.
„Ein Auftrag deiner Schwester, sie will nicht die Katze im Sack kaufen, hat sie gesagt.“ murmelte er.
„Was ich durchaus verstehen kann, mein süßer kleiner Sittenstrolch... Naja, wenn sie Dich denn nicht mehr will, nehm ich Dich, und dann bist Du dran. Dran, dranner, am Dransten und und Du weißt wodrann.“
„Oh, lecker,“ entfuhr es ihm.
„Naja, ich komm bald zurück, ich schreib Dir, ich hab ganz einfach keine Lust mehr. Es war ohnehin Blödsinn hierher zu kommen. Aber ich habe mich mit Schwesterherz schon ausgetauscht.“ öffnete sie sich.
Alles war wie nicht geschehen... Es war ein Tag im Herbst, und als beide aus dem Museum und der kleinen Kneipe wieder ans Licht kamen, blinzelten sie, so grell war der Tag. Es war Morgen geworden und sie lachten dämlich. Sie würde ihn mit nach Hause nehmen. Die Fassaden der Häuser Warschaus schwiegen und Johannes Karlmann ahnte die rotbraunen Schollen der Äcker fern der Stadt, fernhin und dunkel ahnte er das Herbstmeer; Mittag Nachmittag und alles war Gegenwart, der Wind in den staubigen Disteln, der Wind in den Fahrdrähten der Tram, unter den staubigen Schatten der Häuser, grau von Staub, aber schon wieder Herbst, und Gegenwart.
„Na...“ Veronika sah ihn provozierend an, hielt immer noch, vielleicht schon wieder seine Hand, hielt sie warm und fest und entschlossen. „Welcher Frau bist Du begegnet, hast Du vorhin gesagt? Der schönsten Frau der Welt?“ Veronika wollte sie hören, doch er gab dem Gespräch eine andere Wendung, er schwieg. Welche Frau ist die Schönste der Welt? Sage nur ein Wort und der Himmel gehört Dir... dachte sie.
„Celinde.“ murmelte Johannes leise. Sie sah ihn fragend an. „Celinde...“ wiederholte er, „Die ideale Frau. Unberührbar ewig zeitlos und weiblich.“
Ihre Züge verklärten sich. „Wie für die Minne erschaffen...“ lächelte sie wissend, wie Diotima...
Wie für die Liebe erschaffen... klang es in ihm nach. Sie betraten ein Café und setzten sich in die Nähe des Fensters.
„Irgendeinmal dann an einer Quelle, Die ihn lachend reingebaded hatte, War der Wassernymphe er Geselle Und in feuchten Waldnächten ihr Gatte.“ zitierte er Ina Seidel.
Ob sie hübsch sei, fragte sie. Ja, auf jeden Fall. wußte er. Wie sie aussähe, wollte sie wissen. „Wie Du, wie jede Frau.“
„Ist sie sexy?“ sie schob sich dicht an ihn.
„Mehr als das.“ und als sie ihn aufforderte Sie zu beschreiben, deutete er in den Spiegel ihnen gegenüber. „Schau dort sitzt sie, spricht mit diesem bärtigen Typen.“
„Dort im Spiegel?“ fragte sie und fuhr, als er nickte fort: „Liebst du sie?“
„Jeder liebt sie!“ sagte er bestimmt.
„Also auch ich...“ sagte sie.
„Besonders Du!“ sprach er, zog ihr das unvermeidliche Skizzenbuch aus ihrer Handtasche und schrieb Celinde mit weit geschwungenen Buchstaben hinein und schwieg.
Sie nahm das Skizzenbuch, schaute in den Spiegel und zeichnete. Sanft küßte er sie aufs Haar und murmelte „Celinde“. Er sah durchs Fenster in die Herbstsonne, lauschte dem kratzenden Stift, der Geräuschkulisse; die Bedienung rauschte vorbei, blond und weißgerüscht und er heftete seinen Blick auf ihren Pferdeschwanz, mehr als hüftlang, der nach Bier, Kaffee, Zigaretten und ihrem bejeansten Hintern duftete. Nicht, noch nicht; träumte ich dich... Sie sah ihn an, im Vorübergehen lächelnd und da wußte er, sie träumte ihn gestern schon, er träumte sie gestern schon, sie nahm ihn mit auf ihr Zimmer, er folgte ihr auf ihr Zimmer, sie nahm ihn mit sanfter Gewalt, er ergab sich ihrer sanften animalischen Gewalt, benutzte sie ihn, ließ er sich fallen, dann lagen sie, er neben ihr, an Erschöpfung ihres kleinen Todes gestorben, fühlte er sich ausgebrannt und benutzt und doch irgendwie stolz, ihr zu Willen gewesen zu sein, und es waren beide nur noch eine papierne Notiz in ihrem Tagebuch.

Johannes Karlmann sah abends aus dem Fenster in den gestirnten Himmel, ‘Veronikas Heimstatt’, dachte er, dachte an den Saturn, der nachts die Träume in seinen Ringen sammelt, wo sie dann endlos abspielen und forttreiben zeitversetzt. Dann sah er auf die Straße und alte Erinnerungsbilder tauchten vor seinem inneren Auge auf. Wo war der Herbst geblieben? Die Blätter hatten sich verabschiedet, nur ohne goldene Farben. Der Wind der Tagundnachtgleiche war dagewesen. Der Wind, jenes obskure himmlische Kind, der Wind also schlug mit den Türen, durchblätterte den Kalender, las in alten Zeitungen und machte die Scheiben der Fenster blind, die Gardinen welk. Nach-geschmack genug hatte der Herbst, wenn er seine Handschuh abstreifte, mit denen er die Alleen gefegt. Nun scheuchte er die Blicke in Richtung Winter. Doch wo war die Zeit von Polens Kartoffelfeuern geblieben? Trübe Herbsttage, an denen sich windstill der Rauch über den Äckern kräuselte, durch die Furchen schlich und aufstieg. Trübe Herbsttage, wie geschaffen, Frauen unter die Röcke, die vier windstillen Röcke zu schlüpfen.
Da sang der Wind sein Lied an den Türspalten und Fensterritzen, blätterte in den Büchern und nahm alte Zeitungen mit sich fort in die Alleen. Nur Herbstvögel träumen so rot, wie an solch langen Abenden die Sonne schien.
Doch immer wieder sitzend am Schreibtisch, immer noch Klio zu Besuch, immer noch nachspürend saß er und Erinnerungen wurden zu Worten, Worte wurden zu Sätzen, verdichteten sich auf dem Papier. Formten: Veronika...
Und Es war, als gäb es um sie nicht Zeit noch Raum, als Vero ihr Haar aufband, es freiließ quasi und er, er hielte sie und glaubte fühlte spürte die Unendlichkeit einen Augenblick lang in den Armen, sie zu halten...
Warum Du? Warum ich? · Warum ausgerechnet wir? · Wenn ich gerad’ in deinem Traum bin, · so laß uns weiter schlafen · Nie erwachen · außer mit dir · Belle de jour und Königin der Nacht · Du und ich, Göttin · Worte, die sich ergänzen · zum Wir · Gerade du, gerade ich · im Wir¸ als gäb es nicht Zeit noch Raum.

Johannes lag noch lange wach und lauschte der wattigen Stille, und ein Traum entzündete sich kurz. Einzelne Hirnepisoden reihten sich aneinander, wirr, abstrus und logisch. Zwei warmwildweiche smaragdne Augen kamen durch den Nebel des Schlafes näher und die Melodie des Lichtes in ihrem Blick umspielte eine sanftgelockte Schwingung von Atem und Leinwandduft, ließ ihn träumen in den Klängen des Regens, in den Wünschen der Nacht... Da war sie wieder.
Er hatte sie wirklich vergessen. Er hatte ihr Gesicht von der Leinewand und ihre Stimme vergessen und erinnerte sich nicht einmal an die Straße, das Haus und die Treppe, die er emporgestiegen. So plötzlich im langen weißen Kleid, und barfuß wie vormals, trat sie in seinen dunklen Traum und sagte noch einmal „Komm, komm mit mir heut nacht und ich werde Dich einhüllen mit meinen Blättern, einhüllen in meinen Wolken. Dich einspinnen in mein Isishaar“; und beide stiegen tastend die Treppe des Schlafes hinunter, und er umarmte sie, sank zu ihren Füßen nieder.
Sie stand vor ihm, die Beine leicht gespreizt. Er auf dem Boden, sitzend. Mit wiegenden Schritten kam sie näher, ihn verhalten lächelnd fixierend. Als sie unmittelbar vor ihm stand, zitterte er leicht. Sie schob ihre Hände ins Haar seines Hinterkopfes, drückte sein Gesicht in den Schoß ihres Kleides. Mit warmen Griff hielt sie seinen Kopf, preßte seinen Mund in ihren Schritt; stieß ihn zwei- dreimal fordernd in ihre Scham, als er seine feuchten Finger auf ihre Hüften legte.
Dann beugte sie sich zu ihm herab. „Nenn mich Solange...“ flüsterte sie sinnlich, „...solange du willst...“ Fordernd und sanft zugleich umschlossen ihre vollen warmen Lippen die Seinen, spielte ihr Haar auf seinem Gesicht. Er spürte den liebesheißen Atem auf seiner Haut.
Plötzlich öffnete sie ihr Kleid, nahm seinen Kopf in die Hände und plazierte ihn an ihrem Geschlecht, um seinen Mund zu spüren am Delta der Venus.
Sie löste ihren Griff, entließ seine Lippen aus der warmen Feuchte der Unendlichkeit. Sie dreht sich langsam zwischen seinen Händen, ließ den unendlich weißen Stoff herabgleiten, und er vermeinte diese Unendlichkeit zwischen ihnen zu halten. Leicht beugte sie sich vor, streckte ihm ihren warmen runden Hintern entgegen. Er drückte sinnlich seine Nase in die lockende Spalte ihres Gesäßes. ‘Und wo die schönste Region sich teilt In zwei Milchstraßen, meine Zunge eilt Hinab in die geschmeid’gen Gänge, Zieht eine Liebesspur in schneeig’ Hänge, Schlüpft über den geschwoll’nen Apennin. Hinein in jenen tiefen Rosenhag, In dessen Süße ich schwelgen mag.’ klang in ihm ein alter Text an. Langsam und tief sog er diesen Duft, ihren intimen Duft durch seine Nase, als wolle er ihn in sein Gedächtnis einbrennen auf ewig. Langsam glitten ihre Hände selbstverliebt über die Rundung ihres Hinterteiles. Er genoß sie, entdeckte zentimeterweise ihren wundervollen Körper, spürte ihre Wärme und seine Lippen sogen sacht an ihr.
Er roch den berauschenden Duft ihrer Haut, sog den Duft in sich hinein und trank gierig den Geschmack ihres Schoßes, den sie ihm fordernd auf die Lippen preßte. Ischtars Lippen sind süß, wußte er, in ihnen wohnt Leben... In der Wärme ihres weiblichen Kelches badete er seine Zunge, spürte ihre Lust. Dann drehte sie sich und sah ihm tief in die Augen und raunte: „Vielleicht irgendwann einmal...“
„Und wohin wirst Du gehen?“ fragte er.
„Das kümmert niemanden.“ sagte sie ihm und sie hatte die Stimme von jemandem, der sehr schön ist.
„Und ich will Dich!“ sagte er ihr.
„Ich weiß, Geliebter. Vielleicht werden wir uns eines Tages wiederfinden, in irgendeiner Nacht, in irgendeinem Traum...“ und er dachte ahnte sah die Leinewand...
Und sie durchwühlte sein Haar, „Du bist noch jung,“ sagte sie, „Du wirst andere finden, Du wirst mich vergessen, denn ich bin alt, jahrtausendealt. Du wirst dich nicht einmal erinnern, daß Du mich vergessen hast.“
„Doch Du bist ewig, und somit unvergeßlich.“ und sie nickte.
Und sie sprachen nicht, und ihr Atem war in seinem Atem, so wie vormals; aber jetzt wußten sie, daß er träumte. Er träumte die Liebe; und sie spielten sie im dunklen Traume, der aufblühte und verlöschte in dieser herbstenen Nacht.
Dann entfernte sie sich langsam mit ihren wiegenden Schritten ohne sich noch einmal nach ihm umzusehen. An der Tür hielt sie inne, drehte noch einmal ihren Kopf und sah ihn mit ihren Augen, die so klar und tief wie Seen im Sonnenlicht waren, an. Sie hob die rechte Hand auf Schulterhöhe und kraulte sinnlich die Zimmerluft, als könne sie ihn erreichen, und ihr Lächeln verließ den Raum. „Sie erstreckte sich wie ein Schatten, diese lange Nacht. Die Liebe, deren Röcke Du in Deinem Traume küßtest, ich heb’ sie für Dich auf...“ ihre Stimme verklang.
„Solange...“ flüsterte er, doch der Traum bog den Sinn zurecht: solange es Veronika gibt.
Er erwachte, lächelte über sich leis. Vero lag an seiner Seite, wie früher. Lockennacht · minnend. Er hoffte in ihren Träumen zu sein, und nun, so gingen seine Wünsche weiter, gehörten sie einander. Sie hatten sich wiedergefunden in dieser Nacht, um einander Glück zu sein. Selene sah durchs Fenster hinein, ihr Haar erstrahlte milchig silbern. Veronika war wie das Mondlicht, das in der Nacht eine silberne Decke ausbreitete, Cocteau hatte so über Piaf gedacht, und Zärtlichkeit durchströmte ihn: Jetzt liege ich hier, Im Dunkel der Nacht, Ich weiß Dich neben mir Und berühr Dich ganz sacht, Die Wärme Deiner Haut, Der Schlag Deines Herzens. Sind mir vertraut...
Ich liege an Deiner Seite, Im Dunkel der Nacht Und spürte Deiner Liebe Weite In all ihrer Pracht, Die Wärme Deiner Haut, Dein sanftes Atmen Sind mir vertraut, Dich möcht ich nicht missen Im Dunkel der Nacht...
Die Mondin träumt uns zu und strahlt ihr fahles Licht in unser Zimmer warmer Zweisamkeit; atmend Stille wir nach durchliebter Nacht. Er hatte es immer wieder gehofft erwünscht erbeten: Irgendwann... In irgendeiner Nacht In irgendeinem Traum sind wir beide, Du und ich, Allein... Allein auf einer Insel. Und er hörte recht die leisen Atemzüge des Engels, welcher sich wohl in ihr verhüllte. Samar fiel ihm ein, ein arabisches Wort, wußte er... Mann und Frau im Mondenschein. Der Schatten des Mondes, hieß es dort. Und er spürte es, in diesem Schatten des Mondes zerfließen die Liebenden und werden eins mit dem schimmernden Licht des Himmels.
Hypnos berührte ihn erneut: Hastige Träume besuchten ihn weiter in dieser Nacht. Sie übergaben einander die Tür, und gingen, nachdem sie ihm erzählt hatten, was Träume erzählenswert finden: Geschichten Geschichten Geschichten...

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