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Dr. Michaela Dane
Die Heilgeheimnisse des Paracelsus


Festeinband April 2019
594 Seiten | ca. 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-96014-566-0


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Die Lehren des Paracelsus sind Grundlage der modernen Pharmazie und der meisten alternativen Heilverfahren.
Paracelsus postulierte, dass sich ein Patient nur im Zusammenhang von Körper, Geist und Seele heilen lässt. Seine Philosophie der ärztlichen Kunst ist moderner als viele der heute praktizierten Verfahren der Schulmedizin.
Die Biochemikerin Dr. Michaela Dane zeigt, auf welchen Prinzipien die Medizin des Paracelsus beruht und wie sie sich für Therapeuten und Patienten im 21. Jahrhundert sinnvoll anwenden lässt.

• Alchemistisches Denken und seine Ursprünge
• Signaturenlehre
• Spagyrische Heilmittel
• Die fünf Elemente
• Grundlagen der traditionellen europäischen Medizin
• Praktische Anwendung paracelsischer Erkenntnisse heute
• Magie

Die Paracelsusmedizin in ihrer Form als TEM (traditionelle europäische Medizin) verdient mindestens die gleiche Aufmerksamkeit, wie sie die TCM (traditionelle chinesische Medizin) seit Jahren erfährt, zumal sie den Vorteil hat, unserer Tradition und unserem Lebensgefühl zu entsprechen.
DIE WIEGE DER ABENDLÄNDISCHEN MEDIZIN VOM URSPRUNG DER SCHULMEDIZIN

Bis zu Zeiten des Paracelsus und auch noch lange danach stützte sich die Medizin auf die altrömische Schule des Galenus und die arabischen Schulen von Ibn Sina (Avicenna) bis Ibn Rushd (Averroës), deren Wissen ihrerseits von den alten griechischen Schulen, insbesondere Hippokrates, stammte und durch die Toledaner Übersetzerschule über Spanien nach Europa gelangte. Die wichtigste Rolle spielte hierbei die hippokratische Lehre von den vier Temperamenten (Choleriker, Sanguiniker, Melancholiker und Phlegmatiker). Diese vier Temperamente wurden den vier Elementen, den Geschmacksrichtungen und den Körperflüssigkeiten zugeordnet:
Erde Phlegma Schleim sauer
Luft Sanguinik Blut salzig
Wasser Melancholie Lymphe süß
Feuer Cholerik Galle bitter

Alle Patienten wurden aufgrund des Eindrucks, den man von ihrer Persönlichkeit erhielt, in diese vier Gruppen eingeteilt und ihre Leiden entsprechend behandelt. Wenn also ein Choleriker aufgeschwemmt, mit dicken Beinen, erschöpft auf seinem Lager lag, dann hatte seine natürliche, energiereiche Komplexion zu viel Wasser eingelagert, das dann durch Brechmittel oder Klistiere entfernt werden musste. Bekam ein sonst ruhiger Phlegmatiker plötzlich einen roten Kopf und erhöhten Puls mit Herzrasen, wurde er zunächst zur Ader gelassen und sein Blutüberschuss entfernt.

Die Doktoren der Medizin hatten es nicht sonderlich schwer, ihre Patienten zu behandeln. Die Einteilung nach den vier Temperamenten erfolgte durch Erfahrung und Beobachtung, durch Abtasten, Harnschau und Messung aller Pulse. Bei der Behandlung wurde immer nach dem gleichen Therapieschema vorgegangen: Purgieren, Vomitieren, Aderlass. Rezepte von Säften, Kräuteraufgüssen oder Salben stützten sich hierbei oft genug auf das alte Wissen der Römer über Heilpflanzen, wie z.B. die »Historia naturalis« von Plinius dem Jüngeren, der im Jahr 77 n. Chr. in seinem monumentalen Werk alles, was damals an Naturkunde bekannt war, in nicht weniger als 36 Bänden zusammenfasste.
Hildegard von Bingens Klostermedizin stellt hierbei eine willkommene Neuauflage von Teilen dieses umfassenden Werkes dar, vereint mit neueren Erkenntnissen einer Ganzheitsmedizin, die besonders durch weibliche Aspekte bereichert wurde, auf die lange zuvor und noch länger danach kein namhafter Arzt Rücksicht genommen hat.

Diese Art der Therapie nennt man antipathisch: Gesucht wird ein Mittel gegen Fieber – also muss die Temperatur gesenkt werden. Gegen Bauchkrämpfe –also muss die
Darmtätigkeit abgestellt werden. Gegen Ödeme – also wird ein Diuretikum verordnet. Wie man leicht erkennen kann, ist dies auch heute noch der fast ausschließliche Therapieansatz.

Humoralpathologie (Lehre der Säfte) und Klostermedizin bildeten also die Grundlagen mittelalterlicher Schulmedizin und blieben es über Jahrhunderte hinweg, bis man sich
an eine konkurrierende Schule erinnerte. Asklepios sah den Ursprung der Krankheiten nicht in den Körpersäften, sondern in den einzelnen Organen. Somit wurde jedes Symptom auf die Erkrankung eines Organs zurückgeführt. Das Konzept nannte man Solidarpathologie. Auch bei diesem Ansatz wird antipathisch therapiert. Jedes Organ wird einzeln nach Symptomatik behandelt. Ein zu schnell schlagendes Herz muss beruhigt, ein zu hoher Blutdruck gesenkt, 16 eine insuffiziente Niere gespült werden. Von Beginn des 20. Jahrhunderts an wurden dann beide Konzepte miteinander vereint und bildeten die Grundlage der heutigen physiologischen Medizin. Zu den beschriebenen Therapien haben sich noch zwei sehr wichtige Werkzeuge hinzugesellt: die Empirik und die Statistik.
Parallel zu den genannten Schulen gab es seit der Zeit der Ägypter immer eine Wissenschaft, die zwar nicht an den Universitäten gelehrt, aber doch über die Jahrhundert in allen Teilen des Orients und Abendlandes überliefert wurde.
In Ägypten wurde dieses Wissen, das erst später von den Arabern Alchemie genannt wurde, als Tempelmedizin gelehrt und war nur der Priesterkaste vorbehalten; daher nannte man es auch fortan hermetisch, was „verschlossen“ bedeutet. Von den Arabern über Spanien in Europa etabliert, erfreute sich die Alchemie im Mittelalter großer
Beliebtheit und weiter Verbreitung, obwohl oder gerade weil sie durch ihre Verbindung zur Magie und Intuition immer wieder als verdächtig angesehen, wenn nicht sogar
verboten wurde. Die magischen Praktiken waren integraler Bestandteil der alchemistischen Medizin, auch wenn es hierbei hauptsächlich darum ging, durch Magie verursachte Schäden wiederum durch Magie zu beheben. Im Übrigen war Alchemie damals wie heute einfach zu komplex und wurde zu wenig verstanden, um sie der Allgemeinheit gefahrlos zugänglich zu machen.

Die heute von der Medizin abgegrenzten sogenannten „exakten und modernen“ Naturwissenschaften wie Chemie, Biologie und Physik liefern uns ihre Ergebnisse durch
theoretische Modelle von Naturprozessen. Man stellt eine Theorie auf und beweist – oder verwirft – diese auf der Basis von Experimenten. Hierbei assistiert die Statistik, die
einen Lehrsatz dann als zementiert betrachtet, wenn die Voraussagen zu Beginn eines Versuches in einem akzeptablen Prozentsatz erfüllt werden.

Die Übertragung dieses Denkmodells auf die Medizin hat dazu geführt, dass Ärzte ein Instrument in der Hand haben, mit dem sie im Laufe ihres Lebens Tausende von Menschen immer gleich behandeln können, von denen eine statistische Mehrheit sogar eine gewisse Linderung ihrer Leiden erfahren wird. Unabdingbar hierfür ist natürlich die
Grundlagenforschung in Medizin und Pharmazie, wobei Medikamente erst auf den Markt kommen dürfen, wenn sie genügend Experimente, Tierversuche und zuletzt Tests am Menschen durchlaufen haben, an deren Ende die Statistik grünes Licht zur Freigabe gibt.
Diese Art von Medizin hat den Vorteil, dass sie vielen Menschen zugutekommt und aufgrund der geringen Anzahl von Heilmitteln bei weit gestreuter Anwendung überschaubar bleibt. Sie fordert vom Arzt keine Kenntnisse über die Natur des Patienten, sondern nur über sein Leiden. Sie kann breit angewendet werden, eignet sich für
Menschen jeden Alters, Geschlechts oder ethnischer Herkunft, und erweckt daher den trügerischen Eindruck von Objektivität. Heute haben wir uns so sehr an diese Art des
Herangehens an medizinische Probleme gewöhnt, dass wir oft genug einen wichtigen Punkt vergessen: Diese Art von naturwissenschaftlicher Medizin ist nur eine Simulation, ein Modell, dem alle Menschen in gleicher Weise unterworfen werden. Sie ist das Gegenteil von individueller Diagnostik und Therapie, und doch können wir uns eine andere Vorgehensweise oft genug nicht einmal mehr vorstellen.
Bedauerlicherweise hat sich dadurch die Medizin zwar als Wissenschaft etabliert, aber leider von der Natur völlig entfernt – und vom Patienten gleich mit. Er erhält keine Gelegenheit mehr, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was ihn als Person eigentlich ausmacht, was bei ihm krank und was gesund ist, welche Krankheiten zu ihm gehören und welche nicht. Er erfährt Krankheit nur als Opfer von Willkür einer böswilligen Natur und sucht die Verantwortung in äußeren Umständen wie belastetem Wasser, chemisch behandelten Nahrungsmitteln, durch Abgase verpesteter Luft etc. Wenn Eigenverantwortung übernommen wird, dann bestenfalls im Verzicht auf sogenannte »Laster« wie Rauchen, Süßigkeiten oder Kartoffelchips. Krankheit erscheint hier im Prinzip als neue Variante der alten »Strafe Gottes«, der man so lange hilflos ausgeliefert ist, bis die unfehlbare Newton’sche Wissenschaft in Form von »Dies hier dreimal täglich vor den Mahlzeiten« Abhilfe schafft.
Wie absurd dies oft ist, fällt dem Patienten unglücklicherweise erst auf, wenn er selbst ausgerechnet einer der Fälle ist, die aus der Statistik herausfallen, bei denen die Behandlung also nicht anschlägt oder, schlimmer noch, das Gegenteil bewirkt. Die Medizin spricht dann von einem Paradoxon, wenn etwa jemand durch Diazepam (z.B. Valium®) eher aufdreht, statt beruhigt zu werden. Der Arzt kann da nur mit den Schultern zucken und ein anderes Medikament ausprobieren, ganz nach dem Trial-and-Error-Prinzip, denn das normale Medizinstudium liefert keinen Denkansatz, der es ihm ermöglicht, herauszufinden, warum genau dieser Patient so reagiert.
Eine Ahnung, dass es nicht ganz so läuft, wie es sollte, bekommen Patienten auch dann, wenn ihre Beschwerden zurückkehren, kaum dass sie das Medikament abgesetzt
haben. Antibiotika und Kortison z.B. haben diese unerfreuliche Eigenart. Antibiotika, weil sie Bakterien vernichten, die als lebende Organismen durchaus wehrfähig sind und dagegen Resistenzen bilden. Kortison, weil es das Gewebe so aufweicht, dass zwar Entzündungen unterdrückt, dafür aber Haut und Schleimhäute oder Sehnen und Bänder aufgelöst werden.
Dann gibt es noch eine Reihe von Stoffgruppen, die man nicht mehr absetzen kann, da der Körper einen Gewöhnungsprozess durchgemacht hat und von ihnen abhängig ist oder aber verlernt hat, die Funktion, die das Medikament übernommen hat, selbst durchzuführen. Abhängigkeiten von Psychopharmaka oder Schlafmitteln kommen häufiger vor, weniger bekannt ist hingegen die steigende Abhängigkeit von Magenmitteln; oft beginnt sie scheinbar „harmlos“ mit einem Aluminiumpräparat und endet bei einem lebenslangen Protonenhemmer.

Fast zeitgleich mit der Entwicklung der Quantenphysik und Einsteins bahnbrechender Erweiterung und teilweise auch Widerlegung der klassischen Empirik, wie wir sie seit
Newton kennen, wurden auch die alternativen Heilungskonzepte wiederentdeckt. Die wichtigsten darunter, wie Phytotherapie, Spagyrik, Homöopathie, Homotoxikologie,
Anthroposophie etc., lassen sich alle auf einen Mann und eine Schule zurückführen: Paracelsus und seine alchemistische Medizin. Obwohl sich die heutigen Schulen voneinanderabgrenzen und jede für sich allein funktioniert, gründen sie sich doch alle auf ein holistisches, also ganzheitliches Denkkonzept, das, aus der Antike geerbt, im Verborgenen gehütet, damals wie heute parallel zu den offiziellen Lehrmeinungen sein Dasein fristet. Es sollte endlich das Licht der Öffentlichkeit erreichen und den Kranken eine echte Alternative im Umgang mit Krankheit anbieten.

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