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Jule Heck
Tod im Schatten der Burg - Der letzte Preuße


Taschenbuch Oktober 2018
412 Seiten | ca. 12,5 x 19,0 cm
ISBN: 978-3-96014-512-7
ISBN (E-Book): 978-3-96014-520-2



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Sigrid Kessel, die Pflegerin von Adelheid Preuß wird tot in ihrem Haus aufgefunden. In ihrem Bauch steckt ein Jagdmesser. Des Mordes an ihr verdächtigt, wird Armin Preuß, Busunternehmer aus Gambach. Ihm werden seit Jahren mehrere Vergehen zur Last gelegt, die ihm nie nachgewiesen werden konnten.
Im Laufe der Ermittlungen finden die Kommissare Alexander Henneberg und Cosima von Mittelstedt vom K 10 in Friedberg, mit tatkräftiger Unterstützung von Rauhaardackel Erdmann, merkwürdige Verstrickungen heraus, die sie zu einem ganz anderen Täterkreis führen. Die Geschichte erfährt dadurch eine verblüffende Wendung.

Jule Heck versteht es aufzuzeigen, wie üble Nachrede, Intrigen und Rufmord das Leben eines Menschen durcheinander und ihn an den Rand der Verzweiflung bringen können. Mit ihrem sechsten Roman ist der Autorin aus dem kleinen Städtchen Münzenberg in der Wetterau wieder ein spannendes und fesselndes Buch über die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen gelungen, das man nicht mehr aus der Hand legen will.
Der große Mähdrescher bewegte sich gleichmäßig durch das Maisfeld. Das Schneidwerk schnurrte wie eine Nähmaschiene. Durch die Ohrenschützer wurde das Motorengeräusch für den Fahrer gedämpft. Er war froh, dass er auch mit dem letzten Feld bald fertig sein würde, freute sich auf ein Bier, mit dem er seine staubige Kehle spülen würde. Er hatte riesigen Durst und sah schon die goldgelbe Flüssigkeit eines Licher Pils in seine Kehle rinnen.
Vollkommen unvermutet ruckelte das Schneidwerk, blieb plötzlich ganz stehen. Der Fahrer zog die Ohrenschützer vom Kopf, öffnete die Tür und verließ seinen Sitz. Der Motor des Mähdreschers schaltete sich ab.
Wahrscheinlich liegt mal wieder ein Tier zwischen den Maisstengeln, dachte er. Schön öfter hatte er ein Rehkitz angefahren oder einen Frischling erwischt. Die verstümmelten Körper der Tiere waren kein schöner Anblick. Das hätte er sich kurz vor Feierabend gern erspart. Nach einem Zwölfstundentag sehnte er sich nicht nur nach einem kalten Bier, sondern auch nach seinem Bett. Der Rücken schmerzte ihn und seine Beine waren schwer.
Langsam, in der Erwartung, einen blutigen, verstümmelten Tierkadaver zu erblicken, ging er um den Mähdrescher herum, blieb vor dem Schneidwerk stehen. Er musste zweimal hinschauen, um zu erkennen, was zwischen den Messern eingeklemmt war....
.....Alexander zog sich hastig an, putzte seine Zähne, fuhr sich mit der Hand durch die Haare und verließ fluchtartig das Haus. Erdmann folgte ihm ohne Aufforderung, sprang in den Fußraum auf der Beifahrerseite und legte sich ab. Er war nicht einmal dazu gekommen, sein Morgengeschäft zu erledigen. \\\"Der Sommer verabschiedet sich heute mit aufkommender starker Bewölkung, am Mittag erwarten uns kräftige Schauer bei stark auffrischendem Wind aus West\\\", hörte er noch die Wettervorhersage von HR 3. \\\"Auf den Straßen ist es im Moment noch ruhig\\\", war die letzte Meldung, bevor die Stimme von Robbie Williams erklang.
Mist, dachte Alexander, der schöne Altweibersommer war damit wohl endgültig vorbei. Die Straßen waren leer. Bis nach Gambach begegneten ihm nur wenige Fahrzeuge. Nur auf der A 5 bei Butzbach konnte er eine Kette von Scheinwerfern ausmachen. Leichte Nebelschwaden zogen von dem kleinen Flüsschen Wetter, das sich hier einen Weg durch die satte Landschaft suchte, über die Grasflächen hinter der alten Mühle an der B 488 vor Gambach. Der Ort lag noch verlassen da. Nirgendwo war hinter den Fenstern an der Durchgangsstraße ein Licht zu sehen. Es war, als sei er ganz alleine auf der Welt. Als er den Kreisel am Ortsende verließ, konnt er in der Ferne zwischem dem Buschwerk am Fluss durch die Nebelschwaden verschwommen Blaulicht erkennen. Das Bild, das sich ihm bot, mutete fast gespenstisch an.
Er konnte sich denken, was er dort vorfinden würde. Sein Instinkt sagte ihm, dass man eine Tote, vermutlich die seit zwei Tagen vermisste Zeugin, Frau Klinke aus Pohl-Göns, aufgefunden hatte.
Große Scheinwerfer beleuchteten die gruselige Szene. Der Tatort war mit rot-weißen Bändern abgesichert. Der Anblick des verstümmelten Leichnams, der zwischen dem Schneidwerk des riesigen Mähdreschers hing, verursachte dem Kommissar nicht nur Übelkeit, er versetzte ihn augenblicklich in Zorn darüber, dass man die Frau trotz der vielen Bemühungen nicht vorher hatte auffinden können.
Der Fahrer des Mähdreschers wurde im Innenraum eines Rettungswagens des Deutschen Roten Kreuzes versorgt. Er habe ja schon viel gesehen, hatte er Cosima berichtet, aber das sei das Abscheulichste, Grausamste, was ihm je vor Augen gekommen sei. Es ginge ihm gut, beharrt er, dennoch gaben ihm die Sanitäter vorsichtshalber ein leichtes Beruhigungsmittel und verständigten seinen Arbeitgeber, der sich über die nächtliche Ruhestörung nicht gerade begeistert zeigte. Erst als der Mann begriff, dass es sich bei der Störung nicht um einen Defekt an der Landmaschine, sondern um den fund einer Leiche handelte, sagte er zu, schnellstmöglich zu kommen.
Nachdem er die Frau im Schneidwerk der großen Maschine gesichtet hatte, wählte der Fahrer sofort die 110. Kurz darauf waren zwei Polizeibeamte aus Butzbach im Feld erschienen. Gleich darauf fuhr ein Sanitätswagen vor. Cosima war durch das Sondersignal der Polizei wieder aufgewacht und hatte sofort verstanden, dass im Feld auf der anderen Seite der Wetter etwas passiert sein musste. Sie konnte nicht nachvollziehen, warum man in der Nacht, wo so gut wie kein Auto auf der Straße war, mit Sondersignal durch einen Ort fahren musste. Doch sie äußerte sich nicht weiter dazu, fühlte, sich aber an eine Szene vor einigen Jahren erinnert, als man weiter oben im Feld, in der \\\"Höll\\\" eine Leiche in einer Schafherde aufgefunden hatte. Langsam wurde ihr die Ansammlung von Tatorten und Leichen, seitdem sie in dem kleinen Städtchen Münzenberg wohnte, etwas unheimlich. Sie hatte erst kürzlich erwähnt, dass man eine Zweigstelle des K 10 in Münzenberg eröffnen könnte, woraufhin sie ein spöttisches Grinsen ihrer Kollegen geerntet hatte......

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