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Klaus-Dieter Zentgraf
Güterbahnhof - Friedhof der 1000 Bahnhöfe
Bahn in Brandenburg - Zweiter kulturpolitischer Bericht 2015

Taschenbuch Oktober 2015
218 Seiten | ca. 21,0 x 29,7 cm
ISBN: 978-3-96014-009-2


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Güterbahnhof - Friedhof der 1000 Bahnhöfe
Bahn in Land Brandenburg

Der 2. kulturpolitische Bericht zur Bahn im Land Brandenburg 2015 hat das zentrale Thema „Güterbahnhof“. Damit wollen wir uns weiterhin in die politische Diskussion zur Entwicklung der Eisenbahn vom Kreis Spree-Neiße bis zur Uckermark einmischen. Es ist weiterhin ein Pamphlet und keine Impression mit schönen Bildern. Kritik und Anklage stehen im Zentrum dieses Buches.

„Bahn in Brandenburg“ ist ein Projekt, was 2012 begann und sich bis zum Jahr 2018 fortsetzt. Jedes Jahr erscheint ein Bericht mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Im Jahre 2017, es ist der 500. Jahrestag der Reformation, werden wir uns der Rolle des Menschen in der Umgestaltung der Kulturlandschaft (Infrastruktur) zuwenden. 2018 wird das Projekt mit einer umfassenden Bewertung der Eisenbahn im Land Brandenburg (Geschichte, Gegenwart und Zukunft) abschließen. Es ist der 180. Jahrestag als zum ersten Mal ein Zug von Berlin nach Potsdam fuhr und damit die Geschichte der Eisenbahn in Brandenburg eröffnete.

Das Thema Güterbahnhof, im 2. kulturpolitischen Bericht – Friedhof der 1000 Bahnhofe, wird unterschiedlich beleuchtet, von einer philosophischen bis zu einer betriebswirtschaftlichen Sichtweise. Aus diesem Grund zieht sich das Thema durch alle Kapitel des Buches. Achtung! Es ist keine Geschichte des Güterverkehrs und keine Geschichte der Güterzüge. Wenn wir uns auf geschichtliche Aspekte berufen, haben wir immer die Gegenwart und Zukunft im Auge. Es geht um eine Bewertung von aktuellen Ereignissen. Lassen Sie sich einfach auf diese Art der Diskussion ein.

Der 2. Bericht wendet sich an die Abgeordneten in den Parlamenten, an Mitarbeiter, Abteilungsleiter, bis zur führenden Elite auf unterschiedlichen Ebenen des politischen und wirtschaftlichen Lebens. Er wendet sich auch an politisch Interessierte, die sich besonders zur Zukunft der Infrastruktur Gedanken machen.


Aus den Thesen „Bahn in Brandenburg“ im Jahr 2015

10.000 Service-Aufgaben der Eisenbahn im Land Brandenburg wurden eingestellt. Dazu zählen: Bahnhofsgebäude, Fahrkartenverkauf, Beratung vor Ort, Sicherheit, Güterbahnhöfe, Expressversand, Bahnpost und nationale Bahnverbindungen. Zur Zeit werden nur noch ca. 600 angeboten.

Von 1838-2015 sind 794 regionale, nationale und internationale Güterbahnhöfe in Brandenburg errichtet worden. 2015 existieren nur noch 12 Güterzentren in unterschiedlicher Ausrichtung. Diese Zentren haben unterschiedliche Eigentumsformen. Eine einheitliche Organisation gibt es nicht.

Im Zeitraum von 177 Jahren sind in Brandenburg ca. 2.400 Bahnhöfe gebaut worden. Es waren 1.017 Personenbahnhöfe, 794 Güterbahnhöfe, ca. 100 Betriebsbahnhöfe und über 500 private Betriebsbahnhöfe nach den Gleisanschlüssen. Davon sind noch 12 Bahnhöfe mit Bahnhofsgebäuden in Betrieb.

Der „öffentliche Raum“ wurde enteignet und geräumt. Der Prozess ist weitestgehend außerhalb einer demokratischen Legitimation abgelaufen. Einer öffentlichen Diskussion über die Folgen der Entscheidungen hat man sich entzogen. Der öffentliche Raum wurde minimiert und finanziell optimiert.

Die Aufgabe der demokratischen Gremien bei Leitung/Planung und Organisation der Verkehrsinfrastruktur hat versagt. Informationen, Planungen und Berichtswesen sind unterentwickelt. Die zentralen Fragen einer zukunftsfähigen Verkehrspolitik (Umwelt und Energie) werden nicht angegangen. Es gibt einen extremen Widerspruch in den Worten und Taten der Politik (Transport von der Straße auf die Schiene).


Inhaltsübersicht: Güterbahnhof – 2. kulturpolitischer Bericht
Thesen zum 2. kulturpolitischen Bericht
Inhaltsangabe / Vorwort
Diskussion 2015 - Diskussionsstandpunkte und erste Ergebnisse (S. 10)
Einführung in die Diskussionsstandspunkte 2015
Güterverkehr der Eisenbahn
Philosophie, Politik und Bahn
Demokratie und Parlamentarismus
Bahnhofskultur - Portugal und Neuseeland (J. Neu)
„Deutsche Leitkultur“ und Leid der Kultur
Eisenbahn und Medien - Presse Januar 2014 - Juni 2015 (Auswahl)
Gleisanschluss und Güterbahnhof Kirchmöser (W. Kunzelmann)
Öffentlicher Raum (A. Mauruszst)
Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft
Diskussion BB21 2014-2015
Diskussion ENOS

Bahn in Brandenburg - Infrastruktur (Eisenbahngüterverkehr)
Einführung - Güterbahnhöfe 2012-2014 ( S. 70)
Allgemeine Übersicht über die Güterbahnhöfe 2015
Stadt Brandenburg bis Uckermark

Die Fälle 2015 - Die Bahn im Land Brandenburg (S. 118)
Einführung in die Bearbeitung von Fällen 2015
Fall 013 Der große Streik 2014 – Erfahrungen
Fall 014 Gutachten 2014 - Bündnis 90/Die Grünen
Fall 015 Der Landtag Infrastruktur 2009-2014
Fall 016 Licht aus! Bahnhofsrekunstruktion Zossen 2015
Fall 017 Bahnhof Schönefeld—Ein Bericht 12/2014
Fall 018 Besuch des Bundestages und der DB AG 2015
Fall 019: Einstellung des Offline - Fahrplaninformation 2014
Fall 020: DB vervierfacht die Angebote Fernbusse (Fernbus)
Fall 021: Stresstest der Politik (28.02.2015)
Fall 022: Der rote Koffer 2012 - Die Weltreise
Fall 023: Bilanz der Deutschen Bahn 2014
Fall 024: EC 378 - Wie ein König speisen im Zug nach Binz
Fall 025: Hauptbahnhof Potsdam—Vandalismus?
Fall 026: Güterbahnhof
Fall 027: Startup Wettbewerb - 5400 Bahnhöfe
Fall 028: Fahrt Potsdam-Ludwigsfelde - 25.04.2015
Fall 029: Herr Grube und die Bahnhöfe
Fall 030: Staatsbürgerliche Bildung und Bahnhof
Fall 031: Bahnhof Forst - Abriss und Verkauf
Fall 032: Digitalisierung 4.0

Geschichte und Zukunft - Geschichtsbewusstsein/Zukunftsvisionen (S. 162)
Einführung - Geschichte und Zukunft
Güterbahnhöfe Frankfurt /Oder (D. Malzahn)
Deutschland/Russland/Güterbahnhof (1941-1994)
Güterbahnhof 1992 - Abzug „Roten Armee“
Auf dem Güterbahnhof in der DDR ca. 1965
Zeitung 1902 April - Dezember
Zukunft und die Alternativen

Anhang (S. 190)
Informationen über Publikationen ENOS (S. 216)
Wichtige Sätze aus dem 2. kulturpolitischen Bericht

Seite 14
Es wurde mit der Stilllegung der großen Industriebetriebe begonnen, dann kamen die 794 regionalen Güterbahnhöfe an die Reihe, danach die 300 Bahnhofsgebäude und zum Schluss die Personenbahnhöfe (Haltestellen). Der Prozess ist nicht abgeschlossen. Das ganze Land Brandenburg wird heruntergestuft als ein Transitland, als Arbeitskräftepotenzial und als Ausflugsregion für Berlin. Es gab mal über ca. 2000 Bahnhöfe im Land Brandenburg. 2012 sind es noch 342 vor allen Haltpunkte. In einigen Jahren wird die DB nur nach 20 Bahnhofsgebäude bewirtschaften mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen.

Seite 14
Wir haben es am Anfang unserer Arbeit nicht für möglich gehalten, was wir am Ende unserer Untersuchung zu den Güterbahnhöfen festhalten müssen, 100 % der klassischen Güterbahnhöfe (Ladestraße, Personal, Service für Bürger und Betriebe vor Ort, Stückgutbearbeitung usw.) gibt es nicht mehr.

Seite 16
Wachstum und Klima ist nur eine Seite einer gravierenden Veränderung auf unserem Planet und einer Zerstörung unserer Lebensbedienungen. Es gibt noch weitere Faktoren wie z.B. das Artensterben, Reduktion der Saatgutvielfalt, Versiegelung von Lebensräumen für Leben, Veränderung der Natürlichkeit von Lebensmittel, zunehmende Ökonomisierung der Kultur und der Raubau an den natürlichen Ressourcen wie z.B. Wasser und Boden. Jeder einzelne Faktor hat schon eine gewaltige Auswirkung. Die Summe ist tödlich.

Seite 34
Dem Bürger oder der Kleinbetrieb haben bis 1993 bei der Eisenbahn ein Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung gestanden. Es war einfach in der Abfertigung, fast überall wo es ein Bahnhof gab, gab es Mitarbeiter der Reichsbahn die Hilfe gegeben haben, und fast rund um die Uhr. Damit bestand neben der Post ein weiteres Angebot für die Menschen besonders im ländlichen Raum.

Seite 50
Der öffentliche Raum sind Flächen, die der Öffentlichkeit frei zugänglich sind und die einer Körperschaft öffentlichen Rechts gehören. Klassisch sind dies die Verkehrs-, Platz- und Grünflächen von Städten. Mit der zunehmenden Bedeutung des motorisierten Verkehrs, änderte sich jedoch auch die Nutzbarkeit des öffentlichen Raumes. Spätestens mit dem autogerechten Stadtumbau der Nachkriegszeit waren verschiedene Bestandteile der öffentlichen Räume nur noch eingeschränkt für Öffentlichkeit bzw. nur noch für bestimmte Teile der Öffentlichkeit nutzbar.

Seite 55
Öffentlicher Raum hat immer ein öffentliches Interesse und auch im Meinungsbildungsprozess und in der Nutzung. Damit gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen öffentlichen Raum und den Menschenrechte.

Seite 58
Es gibt eine Kritik an der bisherige vorherrschenden Wirtschaftstheorie. In einem Fernsehnbeitrag zum Studium der Wirtschaftswissenschaft, wurde die Lehre an den Universitäten hart angegriffen. Inhalt der Kritik war eine einseitige Wirtschaftstheorie die vermittelt wurde, den Neoliberalismus.

Seite 78
Was verstehen wir unter dem Begriff „Klassischer Güterbahnhof“: Wirtschaftliche Tätigkeiten (Ein– und Ausladung von Gütern für den regionalen Wirtschaftskreislauf für die Städte und Gemeinden), Serviceleistungen die von Mitarbeiter der DR oder der DB erbracht werden, Gleisfelder für die Abstellung von Güterzügen oder Güterwagen, Rangiermöglichkeiten, Bearbeitung von Stückgut und vielfältige andere Formen der Bearbeitung von Gütern und Güterbahnhofseinrichtungen (Güterschuppen, Rampen, Viehladestationen usw.). Der Expressgutversand und der Bahnpostversand erfolgte zum größten Teil über die Personenbahnhöfe.

Seite 127
Wie ist diese Arbeit durch den Landtag Brandenburgs einzuschätzen? Das Ergebnis ist eine Katastrophe. Dem Landtag würde in den Jahren der 5. Wahlperiode kein Bericht, keine umfassende Analyse und keine zielführenden Aufgaben vorgelegt. Damit fehlt die notwendige Sachkenntnis im Landtag um die richtigen politischen Entscheidungen zu treffen.

Seite 197
Außerparlamentarische Opposition Brandenburg: Wir stellen uns quer!

Auszug aus dem 2. Bericht 2015 – Güterbahnhof 2015 (S. 74-81)

Eine Übersicht von Güterbahnhöfen zu erhalten, ist z.B. für 1933 oder 1965 einfach. Ich gehe zu einem Bücherregal und ziehe den entsprechenden Band heraus. Es gibt in diesen Übersichten verschiedene Bereiche (z.B. Verzeichnis der Kleinbahnen), die beschrieben wurden. Innerhalb von wenigen Minuten habe ich die entsprechende Information, die ich benötige. Im Band von 1933 wurden auf 600 Seiten 69.000 Datensätze (Bahnhöfe) verarbeitet. Es waren die Bahnhöfe des Deutschen Reiches, Österreichs, Ungarns und Luxemburgs in der 19. Auflage des Buches „Ortsverzeichnis – Verzeichnis des Eisenbahngüterverkehrs“.

Jetzt haben wir das Jahr 2015, wir haben Digitalisierung 4.0, ein Wirtschaftsministerium und ein Infrastrukturministerium und wir haben die Betriebswirtschaft, aber wir bekommen keine Übersicht über das Land Brandenburg mit ca. 100 Datensätzen zur aktuellen Bedeutung und Aufgliederung der „Güterbahnhöfe“ in Brandenburg hin. Es interessiert offenbar auch keinen. Die Untersuchung zur 5. Wahlperiode des Landtages von 2009-2014 belegt diese Tatsache. Das gleiche kann man über die Presse berichten oder über andere Bereiche der Gesellschaft. Am Anfang hatte ich die Auffassung, es gibt Google, und sofort erhalte ich die notwendigen Informationen und Übersichten von den staatlichen Stellen (Statistikämter, Ministerien, Wissenschaft oder von den entsprechenden Instituten). Ich habe mich getäuscht.

Ein Beispiel aus dem Statistischen Jahrbuch 1998 des Landes Brandenburg: 600 Seiten insgesamt, 16 Seiten zum Verkehr (Seite 340-355), 1 Seite über den Güterumschlag – ohne eine Übersicht zur Eisenbahn. Auf der Seite 340 gibt es z.B. zum Verkehr Erklärungen: Straßenverkehrsunfälle, Unfälle mit ausschließlich Sachschaden, Verunglückte, Getötete, Schwerverletzte, Leichtverletzte, Motorzweiräder, Personenkilometer, Wagenkilometer, Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen, Schülerverkehr, Freigestellter Schülerverkehr. In der Statistik hat die Eisenbahn, und damit der Gütereisenbahnverkehr und seine entsprechenden Güterbahnhöfe, aufgehört zu existieren. Es gibt keine Schienen mehr, keinen Umschlag von Gütern, keinen Ort, wo dies passiert oder was passiert. Wenn wir nicht einmal einige Zahlen aufschreiben, um eine Situation zu beschreiben, dann hat es in unserem politischen Bewusstsein aufgehört, eine Rolle zu spielen. Der Satz „…die Güter von der Straße auf die Schiene…“ ist nur noch eine hohle Worthülse.

Dutzende Gespräche mit Verantwortlichen auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Verantwortlichkeiten haben kein klares Bild zur Situation der noch tätigen Güterbahnhöfe gebracht. Unterschiedliche Aussagen in den Gesprächen haben einen Flickenteppich an Erkenntnissen hinterlassen. Die Erkenntnisse basieren auf Erfahrungen im politischen und geschäftlichen Bereich, auf der Teilnahme an Veranstaltungen, Diskussionen und aus Dokumenten. Die Ergebnisse sind individuelle Gedanken, auch sehr individuell wiedergegeben.

Die nächste Möglichkeit, zu einer klaren Aussage zu kommen, sind das Studium von Fachzeitschriften und anderen Fachpublikationen. Einige Beispiele: railways (Kundenmagazin DB Schenker Rail), Schwedter Hafen, Güterbahnen (Güterverkehr auf der Schiene), Standortinformationen (Großbeeren, Wustermark, Freienbrink), Logistik- und Industriezentrum Forst usw. Wichtige Informationen zu Brandenburg erhält man in Übersichten oder fachlich übergreifenden Artikeln. Der Hinweis auf Seddin und Senftenberg (railways S. 40-41) wurde im Zusammenhang mit dem Handel mit Polen eingesetzt. Ansonsten wird der Bahnhof Senftenberg in anderen Publikationen nicht aufgelistet. Ein Faltblatt über „Logistiknetz Berlin-Brandenburg“ weist eine Reihe von Hinweisen auf, die aber kein geschlossenes Bild ergeben. Eine grafische Übersicht hat z.B. den Schwedter Hafen und seine bahntechnische Erschließung nicht mit aufgezählt.

Die Auskunft zu einer Übersicht zu Güterbahnhöfen sollte man auch über verschiedene Internetseiten erhalten. Über 50 Internet-Adressen wurden geprüft. Darunter sind folgende Beispiele: www.ipg-potsdam.de, www.logistiknetz-bb.de, www.rail.dbschenker.de und www.mil-brandenburg.de usw. Wie bei den anderen Informationsquellen sind die Aussagen auch widersprüchlich und nicht vollzählig.

Was gesichert ist, sind die Hafenanlagen mit Gleisanschluss, Eisenbahnknotenpunkte, Gütereisenbahn-Zentren: z.B. Seddin, Senftenberg, Wittenberge, Schwedt, Frankfurt/Oder, Wustermark, Falkenberg/Elster, KWH. Es ist nicht möglich, nach einen einheitlichen Schlüssel oder einer einheitlichen Terminologie eine Übersicht aufzubauen. Man spricht heute von Ladestellen, Terminals, Güterstationen, Güter-Zentren usw.. Es tut uns leid, dass es nicht möglich ist, dem Leser eine zuverlässige Liste von ca. 20-50 „Güterstationen“ mit wirtschaftlichen Aktivitäten vorzulegen. Aber jeder Ansatz wäre falsch. Wir müssten für fast jede „Güterstation“ eine Extra-Gruppe einführen.

DB Schenker Rail ist der Platzhirsch in der Sparte. Versuchen Sie einmal, eine Information zu erhalten und diese auch noch zu deuten. Aufgabenstellung:
1. Aufruf: http://www.rail.dbschenker.de
2. Aufruf: Produkt/Service (Service/Güterbahnhof)
3. Aufruf: Güterbahnhöfe
4. Eingabe: Bahnhof Frankfurt
5. Deutung der Liste
6. Wie und wo kann man einen Auftrag erteilen?

Es gibt noch einen anderen Weg zum Thema Güterbahnhof, um einen Auftrag auszulösen:
http://gueterfahrplan.hacon.de/bin/db/stboard.exe/dn?
Suchen Sie den Bahnhof Cottbus.

Das sind Auskunftssysteme von DB Schenker (Rail). Stellen Sie sich vor, ein kleiner Betrieb sucht Informationen, um Waren per Eisenbahn nach Russland oder Ungarn oder nur nach Mainz zu liefern. Oder ein Wissenschaftler möchte sich über die Situation der Eisenbahn im Land erkundigen oder, wie ich, will einen Überblick über den regionalen Wirtschaftskreislauf im Land Brandenburg erarbeiten.

Alle bisherigen Datenübersichten betrafen die Standorte. Damit wurden aber keine näheren Aussagen getroffen zu Wirtschaftlichkeit, Beschäftigten, Beförderung von Gütern in Tonnen oder über betriebliche Abläufe. In landeseigenen Publikationen kann man die notwendigen Daten nicht finden. Einige Informationen erhält man in persönlichen Gesprächen.
In einem belanglosen Gespräch in Wittenberge Hafen wurde über die Situation vor Ort gesprochen. Seit einigen Wochen wurde im Hafen kein Schiff be- oder entladen. Obwohl in Wittenberge der Wasserstand der Elbe ausreichend ist, ist er in Magdeburg so niedrig, dass die Schifffahrt auf der Elbe beeinträchtig ist. Der Hafen mit einem Gleisanschluss und einem Betriebsbahnhof wurde vor einigen Jahren vor allem aus dem Grund erweitert, um den Fluss als Gütertransportweg zu nutzen. Die Elbe und auch die Oder sind von der Wassertiefe sehr abhängig. Die Flüsse sollen vertieft werden. Das wird gravierende Einflüsse auf die Ökologie der Flüsse über Jahre haben.

Hinter dieser wirtschaftlichen Notwendigkeit steckt auch eine Auseinandersetzung mit Umweltschützern. Die Wirtschaftsverbände kämpfen um den Ausbau der Flüsse, die Umweltaktivisten gegen einen solchen gewaltigen Eingriff. Bisher kann man mit kleinen Transportschiffen (1.200 t) die Flüsse befahren. Ziel ist der Einsatz von Schiffen mit einer Ladung von 3.000 t. Damit ist die Vertiefung der Oder auf 4,5 m notwendig. Das hat dann auch Auswirkungen auf die Bahn.

Die Europäische Union hat hunderte Millionen Euro an das Land Brandenburg überwiesen. Davon sind erhebliche Mittel auch in die Infrastruktur geflossen. Schilder wurden angebracht, um auf diese Dinge hinzuweisen (Großbeeren, Wittenberge Hafen, KWH Hafen). Die gewünschte Entwicklung ist bisher nicht eingetroffen. Die freien Flächen in den ausgewiesenen Gebieten beweisen es. Die Krise 2008-2010 und der weitere Rückgang des Transportes auf der Schiene bis heute haben die Situation nicht entspannt. Das hat langfristig auch Auswirkungen auf den Personenverkehr der Bahn. Es betrifft Investitionen in die Schiene, die betriebswirtschaftlichen Ergebnisse bei der DB und Zukunftssicherheit bei der Entwicklung der Eisenbahn als Verkehrsinfrastrukturelement. Es fehlen klare politische Aussagen und Handlungen und ein Konzept für eine Umstrukturierung in der Verkehrsplanung der Zukunft. Weg von Großprojekten allein für die Verbindung der Zentren (z.B. Berlin-Dresden) durch ICE-Strecken mit Hochgeschwindigkeitszügen. Das Netz der Bahn kann nur in der Fläche überleben.

Bahnhofpost, Gepäcktransport und Expressgut Geschichte von Service-Leistungen
Am 1.Mai 1840 hat Preußen den Bahnpostdienst eingeführt. Briefe und Pakete wurden ab diesem Zeitpunkt auch mit der Bahn transportiert. Sehr schnell wurde das System ausgebaut. Die Eisenbahn hat mit der Zeit spezielle Bahnwagen mit Postabteilungen eingeführt. 1856 sind Post-Speditions-Ämter eröffnet und betrieben wurden. Um 1914 waren insgesamt 2400 Bahnpostwagen in Deutschland im Einsatz, in den ca. 8000 Mitarbeiter beschäftigt waren. 1997 wurde die Bahnpost eingestellt. Der Transport ist vollständig auf die Straße verlegt. Im Jahre 2000 wurden bestimmte Teile der Bahnpost (DB AG) wieder eingeführt. Zum Beispiel transportiert die Bahn die Sendungen verstärkt über Container, weil die Straße die Aufgaben nicht vollständig übernehmen konnten.

Der Reisende und seine Gepäckstücke hatten sich zu einem Service-Schwerpunkt entwickelt. Mit der Zeit hat sich ein vielfältiges System des Gepäckstransport entwickelt. Gepäckannahmestellen, Kofferträger in den Bahnhöfen, Hilfe beim tragen der Koffer z.B. zum Hotel oder Gepäcksversand mit dem Zug. Ziel war es, den Reisenden seine Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten. Wo heute noch ein Bahnhof vorhanden ist, sind Gepäckschließfächer eingebaut. Der Reisende ist vollständig auf sich allein gestellt. Von den 342 Bahnhöfen im Land Brandenburg, nur 3 Bahnhöfe Schließfächer im Angebot (Cottbus, Frankfurt/Oder und Potsdam). Es interessiert die DB und die anderen Privatbahnen nicht, wie der Reisende mit dem Koffern zurecht kommt. Selbst in den ICE ist kein Service vorhanden ist. Am 1.11.1994 wurde mit der Einführung EMS (Kuriedienst) die Schließung der Gepäck– und Expressgutabfertigung eingeleitet.
Neben der Bahnpost und der Abfertigung von Reisegepäcks, gab es eine dritte Säule des Kundenservice in der Vergangenheit, das Expressgut. Um 1995 (2 Jahren nach der Bahnreform) war diese Transportform nicht mehr vorhanden. Damit war das Aus der Bahnhöfe vorprogrammiert. Sehr schnell wurden die Schließung der Bahnhofsgebäudes voran getrieben.
2015 gibt es noch Rudimente des Expressgut auf ausgewiesenen IC-Strecken in der Bundesrepublik.

Begriff: Reisegepäck und Expressgut
Reisegepäck (Reiseverkehr Lehrbuch - 1963): Die Fahrgäste benötigen am Reiseziel oft umfangreiches Gepäck. Es als Handgepäck oder Traglast mitzuführen, ist nicht immer möglich oder bequem. Auch der Eisenbahn ist zu umfangreiches Handgepäck unerwünscht, weil dadurch die Abteile und Gänge der Personenwagen überfüllt., die Wagen beschädigt oder andere Reisende belästigt werden. Die Eisenbahn befördert deshalb solche Gegenstände in den Reisezügen als „Reisegepäck“. Mit einer sorgfältigen, raschen und preisgünstigen Beförderung des Reisegepäcks tragen die Eisenbahner wesentlich dazu bei, die Reisekultur zu hegen…. Der schnelle Transport von Gepäck in Reisezügen erfordert von der Eisenbahn die Anschaffung von Gepäckwagen sowie ausreichende Kapazitäten der Gepäckabfertigung. Expressgut (Reiseverkehr Lehrbuch - 1963): Die Transportbeteiligten fordern für Sendungen, dir besonders rasch der Wirtschaft oder dem Verkehr zugesandt werden müssen, eine schneller Beförderung. Die Eisenbahn befördert diese Güter nachdenselben Grundsätzen wie Reisegepäck und bezeichnet die Beförderungsart als „Expressgut“. Mit einer sicheren und schnellen Expressgutbeförderung tragen die Eisenbahner wesentlich zur reibungslosen Versorgung der Produktionsbetriebe und des Handels mit wertvollen Gütern und den notwendigen „tausend kleinen Dingen“ bei. ...Als Expressgut können Gegenstände bis zu 50 kg angenommen werden, die sich zur Beförderung im Gepäckwagen eignen.

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DB Information am 26.06.2015 (www.bahn.de)

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