Herbert Fritsche
Zeit der Lilie
2. Auflage
Taschenbuch Januar 2026
122 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-98913-251-1
Zeit der Lilie
2. Auflage
Taschenbuch Januar 2026
122 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-98913-251-1
Ende 1947 erschien Herbert Fritsches Gedichtband: „Zeit der Lilie“ zum ersten Mal. Er beinhaltet Verse, die uns zutiefst anrühren. Mit seinen Zeilen: Wagnis wider alles Wissen /Um die Werte dieser Welt, /Aus den hundert Hindernissen /Rauschend in den Raum gerissen, /Wo das Warnende zerschellt – spricht er zu uns von der Zerbrechlichkeit der Welt, die jeder einzelne in sich trägt. Und wenn er fragt: „Wann ist dein Sein das Siegel /Für alles, was geschieht?“ – /Ich frag es in den Spiegel, /Aus dem ein Fremder sieht./ Wird Antwort mir gegeben, /So nicht von jenem dort ... /Wo lebt mein wahres Leben? – gibt er uns zugleich die Antwort: Wir sind Bürger zweier Welten.
Die Gedichte jener Jahre spiegeln sein Erleben, das ihn zu dem hat werden lassen, was in ihm angelegt war. Das wird besonders deutlich in den hier zusätzlich aufgenommenen Gedichten, die allesamt in seiner Umbruchzeit entstanden sind. Sie zeigen seine Ein-Sicht in die scheinbaren Paradoxien, die uns umgeben und die doch erst zusammen das Ganze ergeben, um das es ihm letztlich doch immer ging.
Die Gedichte jener Jahre spiegeln sein Erleben, das ihn zu dem hat werden lassen, was in ihm angelegt war. Das wird besonders deutlich in den hier zusätzlich aufgenommenen Gedichten, die allesamt in seiner Umbruchzeit entstanden sind. Sie zeigen seine Ein-Sicht in die scheinbaren Paradoxien, die uns umgeben und die doch erst zusammen das Ganze ergeben, um das es ihm letztlich doch immer ging.
AN DAS SCHICKSAL
„Wann magst du endlich, endlich
Des Spielens müde sein?
Wann trittst du unabwendlich
Ins Land des Schicksals ein?
Wann wirst du Lust und Qualen
Aus starkem Sterbemut
Mit deinem Blut bezahlen,
Mit deinem Opferblut?
Wann ist dein Sein das Siegel
Für alles, was geschieht?“ – –
Ich frag es in den Spiegel,
Aus dem ein Fremder sieht.
Wird Antwort mir gegeben,
So nicht von jenem dort ...
Wo lebt mein wahres Leben?
Wo wohnt mein Meisterwort? –
O komm, bevor die Stunde
Erstirbt im Strom der Zeit,
Und sprich mit stummem Munde:
„Ich bin’s. Nun ist’s so weit!“
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