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Die Jenaer Sprachverwender
Unerwartete Begegnungen


Taschenbuch Dezember 2017
292 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-393-2


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Kennen Sie die Nöte und Freuden ihrer Nachbarn? Nein?
Dann doch zumindest die Geister der heimischen Burgen.
Auch nicht?
Die Autorengruppe erzählt über Erlebtes, Erträumtes und Erhofftes.
Lassen Sie sich von den „Jenaer Sprachverwendern“ auf eine Reise mitnehmen, die auch aktuell Gesellschaftliches aufgreift und jede Menge unerwarteter Begegnungen bereithält.
Reinhard Doberenz
Sommernacht

Glanzvoll leuchteten die Sterne,
Blickten zu mir liebevoll,
Ach, so hätten sie es gerne:
Zauber – den man ehren soll.

Berauschend sanfte Sommerdüfte
Durchschwebten diese schöne Nacht;
Wie Balsam hauchten alle Lüfte,
Und Wipfel wogten himmlisch sacht.

Die stille Zeit war wundermild,
Versonnen weit der Raum,
Bewegte mich doch dieses Bild
Wie innig tiefer Traum –

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Hans Deubel
Krimikommisar Hans von Kahla

Wenn Hans in seiner ›Tatort-Klause‹ sitzt, fallen ihm spontan Themen für Fernsehkrimis ein. Bei den Ausschreibungen zum ersten Erfurt-Tatort hat er sich mit drei Drehbuchvorlagen beteiligt.
In seinem Garten in Kahla hat Hans ein ABV-Zimmer mit einem kleinen privaten Polizeimuseum: Die ›Tatort-Klause‹. Das ist das richtige Umfeld zum Krimi-Schreiben. Hans hat sich umfangreiches Insiderwissen angeeignet, er besitzt eine beachtliche Uniformsammlung, kennt von 1990 bis heute alle Innenminister von Thüringen – nicht nur durch Schriftverkehr, auch persönliche Gespräche hat er mit den meisten geführt.

Die neue Polizeiuniform von Thüringen hatte Hans schon eher als die Polizei in Jena. Beim Filmdreh zu einem Banküberfall am JenTower spielte er einen Haupt-kommissar. Da wurde Hans völlig unerwartet mit einer Diensteinheit der Jenaer Polizei konfrontiert. Der Grund war eine Informationspanne: Die Polizei wusste nichts von dem Filmdreh! So wurde eine Kriminalkomödie zum ersten Tatortkrimi in Jena: Ein unbekannter Hauptkommissar in Originaluniform, mit einer Maschinenpistole und Blaulicht auf einem Zivilfahrzeug steht einem echten Oberkommissar und der bewaffneten Besatzung von sechs Blaulichtwagen gegenüber! Die Gefahrenlage war brisant, zum Glück fielen keine Schüsse!

Eines Tages sah Hans bei Dreharbeiten einen Bratwurstrost an einer Baustelleneinrichtung qualmen. Spontan sagte er zum Einsatzleiter: »Bei mir geht der Krieg erst los, wenn wir Thüringer Rostbratwurst gegessen haben.«
Zielgerichtet ging Hans, in kompletter SEK-Uniform inklusive Maschinenpistole, in Richtung des Bratwurstrostes. Der Geruch war schon sehr verführerisch. Als die Anwesenden Hans in seiner Uniform kommen sahen, wurde es plötzlich hektisch: Die Bauarbeiter verschwanden in alle Himmelsrichtungen, einige sprangen sogar aus dem Fenster der Baustelleneinrichtung und rannten weg. Die Baustelle war plötzlich wie leergefegt! Die Fremdarbeiter vermuteten sicher eine Razzia der Zollfahndung.
Nun war guter Rat teuer: Hans stand vor dem Rost mit den leckeren Bratwürsten und keiner war da, der sie ihm verkaufen konnte. Als Polizist sich einfach selbst zu bedienen, kam für Hans nicht in Frage, also musste er unverrichteter Dinge zurück zum Drehort. Am Set hatte er natürlich die Lacher auf seiner Seite.

Als Hans erfuhr, dass zum 20. Jahrestag des Mauerfalls in Mödlareuth, am ehemaligen Grenzstreifen, eine Einheitsfeier stattfinden sollte, war ihm sofort klar, da musste er dabei sein! Er war immerhin zehn Jahre als Zivilangestellter bei den Grenztruppen der DDR und kennt im ehemaligen Sperrgebiet jede Grenzkompanie im Kommandobereich Süd und Mitte, von Römhild bis Berlin, wie seine Westentasche. Hans hatte in all den Jahren die Atomwarnanlagen der Grenztruppen eingebaut und betreut und deshalb berufsbedingt überall Zutritt. Auf Grund dessen war sein Insiderwissen über Sperr- und Schutzstreifen sowie Führungspunkte sehr umfangreich.
Es gab keine Frage, Hans musste nach Mödlareuth und sich die Reste von Mauer und Stacheldraht ansehen. Aus seiner Uniformsammlung wählte er eine Major- Grenzpolizeiuniform mit Kalaschnikow und fuhr mit seinem restaurierten Grenzpolizei-Trabant, natürlich mit gültiger Straßenzulassung, zur Einheitsfeier. Als Hans mit seinem grünen Trabbi mit Blaulicht und Sirene im Dorf einfuhr, wurde er von keinem der Besucher übersehen.
Er war neugierig, wie die Grenzmuseums-Besucher aus Ost und West 20 Jahren nach der Grenzöffnung auf einen Grenzpolizei-Major reagieren und war überrascht über das Interesse und die Freundlichkeit der Bayern. Sie waren sehr aufgeschlossen und stellten wissbegierig Fragen über die DDR-Grenzsicherungsanlagen. Auf Grund seines Insiderwissens waren sie bei Hans natür-lich an der richtigen Stelle. Viele baten um ein Selfie mit ihm vor seinem Grenzpolizei-Trabant mit dem originalen DDR-Wappen.
Auch die Ossis aus dem ehemaligen Sperrgebiet waren sehr aufgeschlossen. Einige ehemalige Grenzer machten sogar freundlich die Ehrenbezeugung.
Wenn er gefragt wurde, wo er denn herkomme, konnte es sich Hans nicht verkneifen, seinen obligatorischen Spruch loszulassen: »Ich bin Major Hans von Kahla«.

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