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Thomas Warzog
Principia Metaphysica
Erkenntnistheoretische Grundlagen der Metaphysik

Festeinband Oktober 2023
62 Seiten | ca. 17,0 x 24,0 cm
ISBN: 978-3-98913-044-9


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Mit diesem Essay wird ein Modell für die erkenntnistheoretischen Grundlagen der Metaphysik vorgestellt. Dieses ist bewusst schlicht gehalten, damit deutlich wird, wie im Prinzip die Erkenntnis eines Naturgesetzes möglich ist. Als Quelle der physikalischen Erkenntnis werden die menschlichen Sinne identifiziert. Es wird der Theorie der „prästabilierten Harmonie“ des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz wesentlich gefolgt.

Der Begriff Metaphysik wird hier als theoretische Beschreibung der physikalischen Prozesse definiert, wie sie in der Experimentalphysik erforscht werden. Aufgabe der Theoretischen Physik ist es, die entsprechenden mathematischen Modelle bereitzustellen, welche die Ergebnisse der physikalischen Messungen widerspruchsfrei und korrekt beschreiben.

Das Kapitel Metaphysik folgt dabei wesentlich den Erkenntnissen der sogenannten Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik durch Niels Bohr (1885-1962) und Werner Heisenberg (1901-1976). Ausgangspunkt dieser Deutungen ist die physikalische Messgröße, welche auf eine Maßeinheit referenziert und welche einem Messwert zugeordnet ist.

Die Messgröße als kartesisches Produkt aus Maßeinheit und Messwert ist Gegenstand der anschließenden Darstellung des Messvorgangs. Die Ergebnisse der Messungen können zu einer logischen Beziehung zwischen den Messgrößen führen. Wenn eine solche besteht, kann sie als ein Naturgesetz erkannt werden. Diese sind von höchstem Interesse für die weitere Ausbildung von Theorien in der Metaphysik.

Als Beispiel können die Gesetze von Johannes Kepler (1571-1630) angesehen werden, welche nicht in Einklang mit der hohen Harmonie des kopernikanischen Weltbildes zu bringen sind. Sie konnten durch den Physiker Isaac Newton (1643-1727) aus den Axiomen seiner klassischen Newtonschen Mechanik abgeleitet und somit theoretisch begründet werden.

Symmetrien und Erhaltungsgrößen in der Metaphysik führen naturgemäß zur Betrachtung der inhärenten Schönheit der theoretischen Modelle in der Metaphysik. Nach der anschließenden Erörterung des Begriffes „Schönheit“ wird eine antike Definition der Schönheit vorgestellt. Der griechische Philosoph Platon (427-348 v. Chr.) betrachtete die Idee des Schönen als eine der höchsten Ideen unterhalb der höchsten Idee des Guten. Diese sei unmittelbar mit dem Göttlichen verbunden, welche alle schönen Dinge mit ihrem Wesen durchstrahle. Der Mensch begegne der Idee des Schönen bei der Betrachtung von schönen Dingen und werde dabei selbst davon erfasst und schön. Eine geistige Schönheit in Form von mathematischen Schönheiten könne hingegen nicht von den Sinnen, sondern allein vom menschlichen Geist erfasst werden.

Da die Idee der Schönheit in der platonischen Philosophie eng mit dem Göttlichen verbunden ist, wird im finalen Abschnitt der Idee der „prästabilierten Harmonie“ des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) gefolgt, welcher in seiner Schrift „Monadologie“ eine ungeteilte Wirklichkeit in Form von Monaden behauptet hat, welche ohne Teile sind und ohne „Fenster“, aber einen immerwährenden lebendigen Spiegel Gottes bilden. Jede Monade sei durch Gott in den Zustand einer „prästabilierten Harmonie“ versetzt worden, in dem Gott die Abläufe und Wirkungen der Monaden so aufeinander abstimmt, dass in den einzelnen Monaden lediglich der Eindruck der Vielfalt einer geteilten Wirklichkeit entsteht. Jede Monade drückt wie ein lebendiger Spiegel je nach Seinsstufe aus ihrer Perspektive die ganze Welt aus. Das Subjekt erkennt sich somit selbst in den einzelnen Monaden, in denen es sich gewissermaßen in den Objekten spiegelt, welche in diesem Essay lediglich als Konstruktionen des Verstandes und der menschlichen Vernunft angesehen werden.

In der Schlussbetrachtung wird der Leser aufgefordert, genau nach den Quellen seiner metaphysischen Vorstellungen zu forschen. Diese sollten zuletzt auf seine sinnlichen Wahrnehmungen zurückgeführt werden können. Sollte dies nicht möglich sein, kann zumindest nicht von Metaphysik gesprochen. werden, weil diese ihre Referenz in den physikalisch beobachtbaren Naturvorgängen haben.
Vorwort

Es ist erstaunlich, dass letztlich die Sinne die Quelle für sämtliche metaphysischen Theorien sind. Der Verstand der kognitiv höher entwickelten Lebewesen stellt die Sinneseindrücke in das kausale Verhältnis von Ursache und Wirkung. Die sinnlichen Eindrücke der jeweiligen Lebewesen können sich dennoch voneinander unterscheiden, wie der Verhaltensforscher Konrad Lo- renz (1903-1989) in seinen Veröffentlichungen bewies. Einzelne Menschen können also dieselben Sinnesobjekte unterschiedlich wahrnehmen. Man denke dabei zum Beispiel an die Rotgrün-Sehschwäche einiger Menschen.

Die Sinne vermitteln die Vorstellung einer von der Innenwelt verschiedenen Außenwelt, die aus den Objekten besteht, welche der Verstand in seiner An- schauung konstruiert. Jedes Lebewesen bildet eine seinen Sinneseindrücken und -empfindungen gemäße Sinnlichkeit aus. In ihr bildet sich die Natur in der Außenwelt ab, welche über die Sinnesempfindungen auf das Bewusstsein einwirkt. Die Sinneseindrücke wirken somit auf den Gemütszustand der einzelnen Lebewesen ein und können Liebe, Freude, aber auch Leidgefühle verursachen.

Der Mensch hat die Fähigkeit, aus den gewonnenen Erkenntnissen des Verstandes abstrakte Begriffe zu bilden, welche die Sinneseindrücke in Form von Aussagen ordnen. Dabei bildet er eine Urteilskraft aus, indem er die Aussagen den Beobachtungen des Verstandes gegenüberstellt.

Die Aussage „Das ist ein Hund“ ist dann wahr, wenn mit „Das“ tatsächlich auf einen Hund hingewiesen wird. Der Philosoph Gottlob Frege (1848-1925) definierte Begriffe folgerichtig als Wahrheitsfunktionen der Form „x ist ein Hund“. Wenn ein kleines Kind bei einem Spaziergang einen Fuchs im Wald sieht und dann aufgeregt seinen Eltern mitteilt, es habe einen Hund im Wald gesehen, dann ist diese Aussage falsch, weil mit dem beobachteten Fuchs als Argument in die obige Funktion eingesetzt der Wahrheitswert der Funktion ein „falsch“ ergibt, auch wenn das Kind dies als „wahr“ annimmt.

Die Urteilskraft des Menschen entscheidet also über die Wahrheit eines Begriffs. Diese stellt die Fähigkeit dar, eine „richtige“ Übereinstimmung zwischen den beobachteten Objekten und den Begriffen herzustellen. Dieses Beispiel weitergedacht wirft etliche erkenntnistheoretische Fragen auf, die in diesem Vorwort nicht weiter ausgeführt werden können. Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) definierte in seinem Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ die Vernunft als das Vermögen des Menschen, abstrakte Begriffe miteinander in eine logische Beziehung zu setzen. Diese Definition wird in Folge grundlegend verwendet.

Dieser Essay greift bis zur Betrachtung der Metaphysik wesentlich auf folgende erkenntnistheoretischen Werke zurück: David Humes (1711-1786) „Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand“, Immanuel Kants (1724-1804) „Kritik der reinen Vernunft“, Arthur Schopenhauers „Die Welt als Wille und Vorstellung“ sowie Gottlob Freges „Begriffsschrift“ (siehe Literaturhinweise). Dabei sind die hier eingeführten Begriffe und Vorstellungen wesentlich bereits im 19. Jahrhundert von verschiedenen Philosophen ausgebaut, aber natürlich auch infrage gestellt worden.

In diesem ersten Teil werden sie in der hier vorgestellten Form als grobe erste Näherung an ein Verständnis der Funktionen des Verstandes und der Vernunft gesehen. Die Darstellung der Sinne als Tore der Lebewesen zur Außenwelt sind äußerst rudimentär behandelt. Dem Leser sollen bis hierher einige Vorstellungen zu den Prinzipien der Erkenntnistheorie vermittelt werden. Diese sollen zum zweiten Teil dieses Essays, den erkenntnistheoretischen Grundlagen der Metaphysik, hinführen.

Der Begriff Metaphysik wird hier als theoretische Beschreibung der physikalischen Prozesse definiert, wie sie in der Experimentalphysik erforscht werden. Aufgabe der Theoretischen Physik ist es, die entsprechenden mathematischen Modelle bereitzustellen, welche die Ergebnisse der physikalischen Messungen widerspruchsfrei und korrekt beschreiben.

Das Kapitel Metaphysik folgt dabei wesentlich den Erkenntnissen der sogenannten Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik durch Niels Bohr (1885-1962) und Werner Heisenberg (1901-1976). Ausgangspunkt dieser Deutungen ist die physikalische Messgröße, welche auf eine Maßeinheit referenziert und welche einem Messwert zugeordnet ist.

Die Messgröße als kartesisches Produkt aus Maßeinheit und Messwert ist Gegenstand der anschließenden Darstellung des Messvorgangs. Die Ergebnisse der Messungen können zu einer logischen Beziehung zwischen den Messgrößen führen. Wenn eine solche besteht, kann sie als ein Naturgesetz erkannt werden. Diese sind von höchstem Interesse für die weitere Ausbildung von Theorien in der Metaphysik.

Als Beispiel können die Gesetze von Johannes Kepler (1571-1630) angesehen werden, welche nicht in Einklang mit der hohen Harmonie des kopernikanischen Weltbildes zu bringen sind. Sie konnten durch den Physiker Isaac Newton (1643-1727) aus den Axiomen seiner klassischen Newtonschen Mechanik abgeleitet und somit theoretisch begründet werden.

Symmetrien und Erhaltungsgrößen in der Metaphysik führen naturgemäß zur Betrachtung der inhärenten Schönheit der theoretischen Modelle in der Metaphysik. Nach der anschließenden Erörterung des Begriffes „Schönheit“ wird eine antike Definition der Schönheit vorgestellt. Der griechische Philosoph Platon (427-348 v. Chr.) betrachtete die Idee des Schönen als eine der höchsten Ideen unterhalb der höchsten Idee des Guten. Diese sei unmittelbar mit dem Göttlichen verbunden, welche alle schönen Dinge mit ihrem Wesen durchstrahle. Der Mensch begegne der Idee des Schönen bei der Betrachtung von schönen Dingen und werde dabei selbst davon erfasst und schön. Eine geistige Schönheit in Form von mathematischen Schönheiten könne hingegen nicht von den Sinnen, sondern allein vom menschlichen Geist erfasst werden.

Da die Idee der Schönheit in der platonischen Philosophie eng mit dem Göttlichen verbunden ist, wird im finalen Abschnitt der Idee der „prästabilierten Harmonie“ des Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) gefolgt, welcher in seiner Schrift „Monadologie“ eine ungeteilte Wirklichkeit in Form von Monaden behauptet hat, welche ohne Teile sind und ohne „Fenster“, aber einen immerwährenden lebendigen Spiegel Gottes bilden. Jede Monade sei durch Gott in den Zustand einer „prästabilierten Harmonie“ versetzt worden, in dem Gott die Abläufe und Wirkungen der Monaden so aufeinander abstimmt, dass in den einzelnen Monaden lediglich der Eindruck der Vielfalt einer geteilten Wirklichkeit entsteht. Jede Monade drückt wie ein lebendiger Spiegel je nach Seinsstufe aus ihrer Perspektive die ganze Welt aus. Das Subjekt erkennt sich somit selbst in den einzelnen Monaden, in denen es sich gewissermaßen in den Objekten spiegelt, welche in diesem Essay lediglich als Konstruktionen des Verstandes und der menschlichen Vernunft angesehen werden.

In der Schlussbetrachtung wird der Leser aufgefordert, genau nach den Quellen seiner metaphysischen Vorstellungen zu forschen. Diese sollten zuletzt auf seine sinnlichen Wahrnehmungen zurückgeführt werden können. Sollte dies nicht möglich sein, kann zumindest nicht von Metaphysik gesprochen. werden, weil diese ihre Referenz in den physikalisch beobachtbaren Naturvorgängen haben.

Daher möchte der Autor seine Leser auffordern zu prüfen, inwieweit der Wahrheitsbegriff auf die Modelle der Metaphysik anwendbar ist. Es ist dabei zumindest festzustellen, in welchem Sinn die jeweils betrachteten Theorien als „wahr“ aufgefasst werden können. Können sie als „wahr“ angesehen werden, wenn sie die beobachtbaren Messvorgänge im Naturgeschehen richtig beschreiben oder werden sie lediglich als wahr angesehen, wenn sie keinen logischen Widerspruch aufweisen?

Hier sei auf den bekannten Ausspruch des britischen Philosophen Karl Popper (1902-1994) hingewiesen, der behauptete, man könne keine Theorie verifizieren, sondern lediglich falsifizieren. In welchem Sinne wird dann jedoch der Begriff „falsifizieren“ verstanden?

Die erkenntnistheoretischen Prämissen der Metaphysik sind bis zum heutigen Zeitpunkt unpräzise. Der Auftrag der Metaphysik kann darin bestehen, die verschiedenen Unschärfen in den metaphysischen Zuordnungen zu benennen. Das Wesen der Metaphysik scheint inhärent dieser Spielräume zu bedürfen, um exakte physikalische Erkenntnisse zu ermöglichen.

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) bekundete seine Skepsis gegenüber der naturwissenschaftlichen Methode nach Newton und zeigte sich besorgt über die Auswirkungen der naturwissenschaftlichen Abstraktion auf die Entwicklung der Menschheit. Der Physiker Werner Heisenberg setzte sich in seinem Vortrag „Goethe und die Abstraktion“ aus dem Jahr 1968 mit dem naturwissenschaftlichen Wirken und Denken Goethes kritisch auseinander. Zum Schluss wird mit Goethes Gedicht „Prolog im Himmel“ aus seiner Dichtung „Faust“ auf die Herrlichkeit der Natur hingewiesen.

Mit diesem Essay wird ein Modell für die erkenntnistheoretischen Grundlagen der Metaphysik vorgestellt. Dieses ist bewusst schlicht gehalten, damit deutlich wird, wie im Prinzip die Erkenntnis eines Naturgesetzes möglich ist. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse wie die Genforschung zur Begründung der Erkenntnisfähigkeit werden nicht vorausgesetzt, sondern sie werden eher als ein Ergebnis dieses philosophischen Modells angesehen.

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