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Sabrina Wirth
Nahrungsmittelintoleranz?!
Der Wegweiser durch den Dschungel der Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Taschenbuch Juni 2015
66 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-86468-952-9
ISBN (E-Book): 978-3-86468-953-6



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Leiden Sie an einer oder gleich mehreren Nahrungsmittelintoleranzen?
Oder haben Sie Freunde und Verwandte, die Sie gerne bekochen möchten, wissen aber gar nicht mehr, was Sie Ihren Lieben denn servieren dürfen?
Kommt es Ihnen vor, als würden Sie immer weniger verstehen, je mehr Sie über das Thema Lebensmittelunverträglichkeiten lesen?
Dann ist dieses Werk genau das Richtige für Sie!
Der Autorin ging es nämlich genau wie Ihnen! Sie hat selbst erlebt, wie viele Unsicherheiten, Lücken und Widersprüche es auf der Suche nach der richtigen Ernährung gibt. Als der Dschungel aus gut gemeinten Ratschlägen, schwer verdaulicher Lektüre und undurchschaubaren Inhaltsangaben auf Produktverpackungen immer dichter wurde, fasste sie den Entschluss, die Erkenntnisse, die sie aus Besuchen bei Ärzten und Ernährungsberatern sowie aus Büchern, Blogs, Webcasts, Webseiten und Foren gesammelt hatte, zu sortieren und zusammenzufassen.
Dabei entstand ein, mit weniger als 70 Seiten, sehr kompakter Ratgeber. Die 7 gängigsten Unverträglichkeiten Gluten, Lactose, Fructose, Sorbit, Histamin, Soja und Ei sind kurz und sachlich so erklärt, dass auch der Laie damit etwas anfangen kann. Auf klar strukturierten Tabellen sehen Sie übersichtlich, auf welches Nahrungsmittel mit welcher Intoleranz reagiert werden kann. Auch einige der Diätpläne, die nach der Diagnose oft empfohlen werden, werden kurz umrissen, so dass Sie sich schnell ein Bild davon machen können, ob eine Umstellung auf den jeweiligen Plan für Sie wirklich geeignet ist.
Bringen Sie mit diesem handtaschenfreundlichen Büchlein wieder Licht ins Dickicht und nutzen Sie diesen Wegweiser als Hilfsmittel auf Ihrer Reise, die gar nicht so beschwerlich sein muss, wie Sie oft erscheint.
Vorwort

Sätze wie „das darf ich nicht essen“ oder „das vertrag ich nicht“ hört man heutzutage immer häufiger. Konnte man früher noch unbedacht Freunde und Bekannte zum Grillabend einladen, hat man heute mindestens eine Person dabei, für die im wahrsten Sinne des Wortes eine „Extra-Wurst“ gebraten werden muss. Kaum hatte man sich an Vegetarier oder gar Veganer gewöhnt, tauchen nun wie aus dem Nichts Menschen mit Intoleranzen auf. Der eine verträgt den Dip wegen Lactoseintoleranz nicht, der Nächste muss seine Bratwurst wegen Zölliakie ohne das Brötchen genießen und der Dritte muss wegen Fructoseintoleranz auf Bier und Ketchup verzichten. Der Laie ist da schnell überfordert, nicht zuletzt auch weil nicht bei jedem Produkt der Inhalt gleich ersichtlich ist. Wer vermutet schon Lactose in der Bratwurst? Glutenintoleranz wird meist mit Weizenprodukten in Verbindung gebracht. Dabei steckt das heimtückische Allergen auch in Dinkel und Roggenprodukten, ja sogar in abgepackten Fleischwaren.
Den Betroffenen ist es meist unangenehm, darauf aufmerksam zu machen. Die meisten wollen gar keine Extra-Wurst oder gar das Mitleid der „Normalos“. Und 100 Mal die gleiche Geschichte vom warum und wieso erzählen wollen viele auch nicht.
So kommt es, dass sich viele Leute mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgegrenzt fühlen. Ein Mensch, der kein Gluten verträgt, wird nicht mit den Freunden Pizza essen gehen. Einer der Lactoseintoleranz ist, verzichtet lieber auf die Einladung in die Eisdiele.
Doch bis es soweit ist, dass jeder Betroffene weiß, unter welcher Intoleranz er leidet und was er denn nun noch essen darf, ist es ein weiter und beschwerlicher Weg. Die Symptome richtig zu deuten und die passende Behandlung zu finden ist eine wahre Kunst, die viele Laien und auch Ärzte leider nicht verstehen.
Steht erst einmal die Diagnose, folgt prompt die nächste Frage: Was bleibt jetzt noch übrig? Zwar gibt es mittlerweile wahnsinnig viel Literatur über die einzelnen Intoleranzen, doch was nützen einem 300 Seiten Geschichte drum herum, wenn es eine einfache Excel Tabelle auch tun würde? Viele scheuen diese dicken Bücher, zumal sich die Aussagen der einzelnen Werke ja auch noch widersprechen. Die Gründe dafür, eher ein Wälzer als ein Merkblatt zu veröffentlichen sind denkbar simpel: Zum einen möchte kein Autor das Risiko einer Klage eingehen. Es ist also sicherer, das Ganze etwas schwammiger zu schreiben. Zum anderen ist es leider wirklich so, dass es bei diesem Thema kein exaktes Richtig oder Falsch gibt. Man kann also ohne eine detaillierte Gesundheitsanamnese lediglich einen stark verallgemeinerten Vorschlag unterbreiten, der vielleicht nicht auf jeden einzelnen anwendbar ist. Ich habe versucht, einen Mittelweg zu finden. Übersichtliche Tabellen statt lange Texte sollten die Kernaussage dieses Werkes bilden. Aber auf ein wenig „Geschwafel“ konnte auch ich nicht verzichten. Denn schließlich wollte ich ja die Fragen, die so viele Betroffene quälen, beantworten: „Was darf ich nun überhaupt noch essen?“, „Was passiert, wenn ich einmal sündige?“, „Muss ich jetzt für immer auf mein Lieblingsgericht verzichten?“, „Wie viel ist zu viel?“, „Bekomme ich nun Darmkrebs wenn ich weiter normal esse?“ und „Ist das Leben so überhaupt noch lebenswert?“ sind die Rätsel, mit denen sich viele lebensmittelintolerante Menschen beschäftigen. Auch wenn die Antwort auf viele diese Fragen nur der eigene Magen geben kann, so versuche ich mit diesem Buch, vielen Betroffenen ein wenig Mut zu machen und die Situation in vereinfachter Art und Weise darzustellen. Ein paar Antworten vorweg: Ja, das Leben ist auch mit mehreren Intoleranzen noch lebenswert! Und ja, nachdem Sie sich mindestens 4 Wochen lang streng nach den Regeln ernährt haben, dürfen Sie sich erst alle zwei Wochen wieder ein sogenanntes cheat meal gönnen. Eine Mahlzeit mit Ihrem Leibgericht auf das Sie sich schon lange gefreut haben. Nach weiteren 4 Wochen dürfen Sie dieses cheat meal sogar 1x pro Woche zelebrieren. Achten Sie darauf, wie es Ihnen hinterher geht und wie gut es Ihnen dann noch schmeckt. Viele Menschen haben z.B. nach einer Ernährungsumstellung eher Appetit auf Saures als auf Süßes. Aber Sie sollen mit diesem Buch einen kompakten Ratgeber haben, den Sie z.B. mit in den Supermarkt nehmen können damit Sie so schneller das finden, was Sie essen dürfen.
Ich weiß, die Umstellung ist schwer und es wird Ihnen vorkommen, als fiele alles Leckere auf einmal weg. Aber ich darf ihnen sagen, mittlerweile kocht meine Mutter eine lactose-, fructose und glutenfreie Spaghetti Bolognese, die genauso lecker schmeckt, wie das Originalrezept! Der Markt mit Kunden wie Ihnen und mir boomt geradezu und täglich kommen neue Produkte und Rezepte auf den Markt. Es gibt immer mehr Alternativen und viele davon schmecken sogar!
Holen Sie sich ein Stück Lebensqualität zurück! Verbringen Sie die Zeit wieder mit schönen Aktivitäten anstatt dem Etikettenlesen im Supermarkt! Gehen Sie wieder mit Freunden zum Essen und wissen sie, was Sie bestellen dürfen! Freuen Sie sich wieder auf das leckere Gericht am Samstagabend und weinen Sie nicht dem hinterher, das es vielleicht mal gab.


Meine Geschichte

Wer möchte, kann diesen Teil natürlich auch einfach überspringen und direkt in die Materie einsteigen. Doch vielleicht interessiert es den einen oder anderen ja auch, was mich dazu bewegt hat, dieses Buch zu schreiben und was mich dazu qualifiziert, derartige Ernährungsratschläge zu geben ohne je irgendetwas in dieser Richtung studiert zu haben.
Zunächst muss ich Ihnen sagen: Ich bin kein Arzt! Ich bin auch kein ausgebildeter Ernährungsberater, Lebensmittelchemiker oder sonst irgendetwas in der Art. Ich bin ein ganz normaler Mensch wie Sie und ich, der sich nur offensichtlich jahrzehntelang falsch ernährt hat und nun die Konsequenzen tragen muss. Für mich musste ein Gericht bisher aus 3 Teilen bestehen:
1. Einfach: Es musste einfach zu beschaffen und zuzubereiten sein. Brauchte ich für ein Gericht mehr als 2 Töpfe (die ich ja hinterher auch noch hätte spülen müssen) wurde dieses Gericht aus der Rezeptesammlung gestrichen.
2. Schnell: Zubereitung und Beschaffung mussten ebenso schnell erfolgen. Gerichte mit z.B. frischer Hefe, die man erst noch gehen lassen musste fielen also raus. Lieber Tüte auf und Wasser rein.
3. Lecker: Es musste schmecken! Egal ob gesund oder nicht, der Geschmack war Prio eins.
Dass diese Lebensweise auf Dauer nicht gerade förderlich für meine eigene Gesundheit war, musste ich nun leider einsehen.
In meiner Familie war ich die erste, die sich der Herausforderung Nahrungsmittelintoleranz stellen musste, doch bis zur Diagnose war es ein weiter Weg. 2011 wurden bei mir Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto-Thyreoiditis (kurz: Hashimoto oder Hashi), eine Auto-Immunkrankheit bzw. eine chronische Entzündung der Schilddrüse diagnostiziert. Doch ich bin mir sicher, zumindest die Unterfunktion habe ich seit meiner Pubertät. Schließlich läuft doch kein normaler Mensch mit Jeans und Strickjacke durchs Death Valley, oder? Ständiges frösteln, kalte Füße und Hände und permanente Gewichtsprobleme waren Themen, mit denen ich mich seit meinem 14. Lebensjahr beschäftigte. Doch jeder Arzt riet immer nur zu Sport und Diät. Ca. 25 Jahre lang habe ich wirklich alles ausprobiert, was der Sport- und Diät-Markt zu bieten hatte. Ich habe mich z.B. monatelang nur von Obst und Gemüse ernährt, hab mich 3x pro Woche im Fitnessstudio wie ein Hamster im Laufrad einen abgestrampelt (und jede Minute davon gehasst), habe Wunderpillen geschluckt und jeden noch so ekligen Shake heruntergewürgt. FDH, Weight Watchers, Atkins, Low Carb, Reis-Diät, Suppen-Kur, Almased, Slim Fast, Alli, Fat Burner, Carb Blocker, Lida. Hat es einen Namen, hab ich es probiert. Doch nichts davon hatte was gebracht. Zeigte sich vielleicht kurzzeitig ein kleiner Erfolg, war eine Woche später alles wieder beim Alten.
Nun ja, endlich diagnostiziert bekam ich, wie fast alle Mitleidenden, Thyroxin, dass ich auch brav jeden Morgen einnahm. Mit einem Schlag purzelten bei mir die Pfunde. Ich konnte förmlich dabei zusehen, wie sich ein Kilo nach dem anderen verabschiedete. Mit der Einnahme von Thyroxin, war ich plötzlich alle Probleme auf einmal los. Zum 1. Mal in meinem Leben musste ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mit Freunden zum Pizza essen gegangen bin. Ich musste mir nicht zweimal überlegen, ob die Punkte meines Lieblingseises noch in meinen Wochenplan passten. Mit guter Laune bin ich am Fitnessstudio vorbei gefahren und habe mich gefreut, dass ich endlich eine von denen war, die essen konnte was sie wollte, ohne dabei zuzunehmen. Endlich konnte ich meine Freizeit mit schönen Dingen verbringen, anstatt mich um mein Gewicht zu sorgen und die nächste Wunderkur zu finden. Ich fing sogar an kreativ zu werden und habe angefangen zu basteln. Innerhalb von einem dreiviertel Jahr verlor ich dank meiner neuen Lieblingstablette Thyroxin 40 Kilo. Mir ging es super!
Doch so schnell ich das Gewicht verlor, genauso schnell stieg die Zahl auf der Waage auch wieder an. Von 60 kg auf 62, 65, 70. Das deprimierte. Ich ging zum Arzt und meine Dosis wurde erhöht. 72, 75, 78kg. Ich bekam Panik. Mir ging es zusehends schlechter. Ich begann wieder mit dem mir verhassten Sport, achtete auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung doch das Gewicht stieg weiter an. Warum habe ich zwei Krankheiten, aber nur eine davon wird behandelt? Diese Frage schoss mir eines Tages durch den Kopf. Ich bekam ja nur das Thyroxin gegen die Schilddrüsenunterfunktion während mein Hashimoto weiterhin unbehandelt sein Unwesen treiben konnte. Mein Arzt sagte daraufhin nur, dass es dafür noch nichts gäbe. Es gäbe zwar Ansätze mit Selen, aber die wären noch nicht weit genug erforscht, um auf die Allgemeinheit losgelassen zu werden. „Scheiß auf die Allgemeinheit“ dachte ich mir. Keinesfalls wollte ich mir wieder Hosen in Gr. 50 aus der Sondergrößen-Abteilung holen müssen. Ich wollte Selen. Das bekam ich auch ganz leicht verschrieben. Gefühlsmäßig ging es mir damit leider auch nur wenig besser und schnell war ich wieder bei wieder bei 80kg angekommen. Mittlerweile hatte ich schwere Depressionen, litt an Schlafstörungen, Haarausfall, Hautproblemen wie Ausschläge, Entzündungen, brüchigen Nägeln, und hatte keine Lust mehr auf irgendetwas. War ich sonst jemand, der sich beim 1. Klingeln des Weckers (zwar noch verschlafen aber immerhin) aus dem Bett erhob, stellte ich ihn nun 2, 3, 4 mal auf Snooze. Meine Wochenenden habe ich manchmal fast komplett im Bett verbracht. An eine Partynacht war gar nicht mehr zu denken! Jede noch so kleine Anstrengung war zu viel. Hatte ich sonst Spaß daran für und mit Freunden und Familie zu kochen, wollte ich nun nur noch meine Ruhe und niemanden sehen. Habe ich vorher meine kleine Wohnung innerhalb von 2-3 Stunden gereinigt, so brauchte ich jetzt den ganzen Tag, da ich nach jedem kleinen Akt eine Pause brauchte. Das konnte so nicht weiter gehen. Von einem Arzt zum anderen, zur Ernährungsberatung, zur Kur und schließlich sogar zum Psychologen wurde ich geschickt. Mit dem ernüchternden Ergebnis, dass ich doch normal sei. Auch meine Werte wären normal. Meine nunmehr knapp 90kg trotz Sport und gesunder Ernährung fand ich aber NICHT normal. Das waren fast 30 kg in etwas über einem halben Jahr!
Per Zufall erfuhr ich von einem Arbeitskollegen während einer Unterhaltung über unser, immer schlechter werdendes Gesundheitssystem, von Suzy Cohen. DER Pharmazeutin der USA. Als alter Amerika-Fan war sie mir natürlich sofort sympathisch. Der Kollege lieh mir ihr Buch „Drug Muggers“, das hier in Deutschland unter dem Titel „Vorsicht Nährstoffräuber!“ erhältlich ist. Dadurch begann ich erst, einige Zusammenhänge zu erkennen. Mein einst geliebtes Thyroxin raubte meinem Körper u.a. Magnesium und ohne Magnesium lässt’s sich schlechter einschlafen und auch mein Muskelzittern schob ich in die Kategorie. Und so las ich weiter. Auf Facebook „befreundete“ ich mich mit Suzy Cohen und postete schließlich die Frage, die mich am meisten beschäftigte: „Liebe Suzy, Ich habe Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto, nehme Thyroxin-100. Ich achte sehr auf meine Ernährung und mache regelmäßig Sport. Trotzdem nehme ich ständig zu. Was kann ich tun?“ Ich habe nicht viel erwartet, aber einen Versuch war es wert. Nach 2 Tagen glaubte ich schon nicht mehr an eine Antwort. Doch dann auf einmal erhielt ich eine Nachricht. Sie schrieb, dass ich damit nicht alleine bin (was ja schon mal gut zu wissen ist). Sie kennt das Problem und sie weiß, was in der Schulmedizin darüber gelehrt wird. Daher sei dies auch das Thema für ihr neues Buch. Sie verstehe, dass ich wohl nicht bis zur Erscheinung warten möchte und lud mich zu einem Thyroid Summit ein, eine Art Webcast, der in ein paar Wochen stattfände. Und sie gab mir 2 Buchvorschläge, die mir dabei helfen könnten, meine Diagnose zu verstehen und damit umgehen zu lernen.
Das waren „The Root Cause“ von Izabella Wentz und „Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln“ von Dr. Datis Kharrazian. Nachdem ich beide Bücher gelesen und an dem Thyroid Summit teilgenommen hatte, begannen sich die Puzzleteile zusammenzufügen. Alle meine Symptome konnten mit meinem Hashimoto in Verbindung gebracht werden. Und immer wieder las ich darüber, dass die meisten Hashimoto Patienten auch Gluten nicht vertragen würden. Es müsse noch nicht einmal eine ausgeprägte Zölliakie sein, die testweisen seien eh umstritten, aber man könne sich vorstellen, dass Hashimoto, also die chronische Schilddrüsenentzündung, der Brandherd wäre. Ein loderndes Feuer. Und jedes Mal wenn man etwas Glutenhaltiges zu sich nehme, gieße man Benzin hinein. Ähnlich verhalte es sich mit Lactose.
Nun, bis dahin aß ich jeden Morgen mein gesundes Müsli mit viel frischer Milch. Ist doch gut, suggeriert die Werbung. Auch aß ich mein Vollkornbrot und liebte die frischen Semmeln, die es nur am Samstag bei meinen Eltern gab. Das soll ich nun nicht mehr vertragen? Glaub‘ ich nicht. Das würde ich doch merken.
Als ich dann einmal neugierig im Supermarkt vor dem neu eröffneten „Intoleranzregal“ stand, sprach mich eine Frau an, ob ich diese glutenfreien Brötchen schon probiert hätte. Ich antwortete, dass ich noch gar nicht weiß, ob ich Gluten nicht vertrage. Es sei bisher nur eine Vermutung. Die Dame meinte daraufhin „Glauben Sie’s mir. Sie wüssten es! Esse ich ein normales Brötchen, muss ich mich kurz danach übergeben. Esse ich eine Pizza, darf eine Toilette auch nicht weit sein.“
Mit großen Augen antwortete ich „na dann hab ich das nicht“. Diese Probleme hatte ich einfach nicht. Zugegeben, ich litt ab und an unter Verstopfung, aber die kam doch von meinen Eisentabletten, oder? Und wenn ich dann ein Glas Milch trinke, geht’s ja wieder. Also alles in Ordnung. Dennoch war ich verunsichert und fragte meinen Arzt. Auch der meinte: Solange ich mich nicht nach jedem Essen übergeben müsse, wäre alles in Ordnung. Den Test bräuchte ich nicht. Er verstehe sowieso nicht, warum das auf einmal jeder haben will. „Ich WILL das doch gar nicht haben!“ entgegnete ich. „Ich will lediglich herausfinden, warum es mir immer schlechter geht. Und natürlich schmecken mir Milch, Müsli und Pasta und nur sehr ungern würde ich darauf verzichten, doch was hab ich davon, wenn sie mich immer kränker machen? Ich will es einfach nur wissen!“
Das Thema ließ mich nicht los. Auf der einen Seite konnte ich nicht glauben, dass ich tatsächlich zu den intoleranten Menschen gehörte, auf der anderen Seite wusste ich aber auch keine andere Lösung. Bei meiner Recherche stieß ich dann auf Food Detective. Das ist ein Test, den man sich nach Hause bestellen kann. Mit einem kleinen Minilabor soll man so feststellen können, ob man auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagiere. Weizen und Kuhmilch waren mit dabei. Der Preis war erschwinglich und so habe ich den Test bestellt. Exakt nach Anleitung habe ihn durchgeführt. Als dann dass Ergebnis abzulesen war, traute ich meinen Augen nicht. Laut der Erklärung reagierte ich auf Weizen, Kuhmilch, Eigelb, Reis und Paprika. Selbstverständlich wollte ich wissen, ob der Internet Test tatsächlich Recht hatte und rannte mit meiner Selbstdiagnose wieder zum Arzt. Da nun begründeter Verdacht bestand, bekam ich endlich die Überweisung zum Gastroenterologen. Nach einigen Tests dann endlich die Gewissheit: Reizdarm-Syndrom mit schwerer Lactoseintoleranz, mäßiger Sorbitintoleranz, grenzwertiger Histaminintoleranz und auf Reis und Eigelb reagiere ich ebenfalls allergisch. Der Test stimmte also. Nur Zölliakie hätte ich nicht, sollte es aber aufgrund der Auto-Immunerkrankung trotzdem von meinem Speiseplan streichen. Auch der Arzt war der Meinung, dass Hashimoto und Auto-Immunkrankheiten im Allgemeinen und eigentlich sogar alle Menschen Gluten nicht vertragen. Weizen gäbe es ja erst seit wenigen tausend Jahren. In Anbetracht der Evolutionsgeschichte nur ein Wimpernschlag. Unser Körper sei noch gar nicht darauf eingestellt und könne es gar nicht vertragen. Ich solle mich zukünftig lieber nach der Fodmap ernähren. Dann würde es mir besser gehen.

Die folgenden Wochen verbrachte ich damit, mehr über die einzelnen Intoleranzen in Erfahrung zu bringen, beteiligte mich in diversen Foren und Selbsthilfegruppen und verbrachte unglaublich viel Zeit in den Supermärkten. Ja, Plural!
Kaufte ich sonst nach der Devise „Ein-mal-hin-alles-drin“ meine Sachen ein, so suchte ich nun mehr als 5 verschiedene Läden auf. Die normalen, günstigen für Drogerieartikel und „Unkritisches“ und dann eben Bioläden wie Denn’s, Ebl, Vitalia und Basic, an denen ich vorher einfach vorbei gefahren wäre, hätte ich überhaupt von deren Existenz gewusst.
Ich konnte nun nicht mehr einfach ins Regal greifen und das herausnehmen, worauf ich Appetit hatte. Nun musste ich die Zusammensetzung und die Inhaltsangaben sorgfältig studieren. Das brauchte Zeit! So viel Zeit! War mein Monatseinkauf sonst mit einer Stunde abgehakt, verbrachte ich nun mehrmals die Woche mindestens eine Stunde zwischen den Warenregalen.
Bücher und Wegweiser suchte ich vergebens. Zwar gab es für jede Unverträglichkeit einzeln jede Menge Informationen, da ich nun aber gleich mehrere Intoleranzen hatte und meine Mutter schließlich auch noch mit Sorbit und Fructose Unverträglichkeit diagnostiziert wurde, benötigte ich eine Kompaktlösung. Ich konnte ja nicht ständig einen Schnellhefter voller Merkblätter mit mir herumschleppen und bei jeder Inhaltsangabe, jedem Zusatzstoff und jeder E-Nummer nachschauen, was sie denn bedeuteten und wer von uns beiden sie denn verträgt. Ebenso wenig konnte ich auf dem Handy zwischen den verschiedenen Webseiten hin und her switchen um zu prüfen, ob ich den Artikel in den Einkaufswagen legen durfte oder nicht.
Also fing ich an, mir eine Excel Tabelle anzulegen, in der ich die Erkenntnisse der bereits existierenden sammelte, und um die Eigenen ergänzte. Die Frucht dieser Arbeit finden Sie auf den nachfolgenden Seiten. Ich machte eine Detox-Kur und eine Adrenal Reset Diet® und konnte so leichter feststellen, was ich denn tatsächlich vertrage und was nicht. Und je länger ich etwas weglasse, umso verstärkter merke ich den Effekt, wenn ich davon wieder etwas zu mir nehme. Hatte ich früher nach einem leckeren Eisbecher keine größeren Probleme, so musste ich feststellen, dass ich mittlerweile nach dem Genuss desselben Eisbechers ohne Lactase Tablette so schnell wie möglich eine Toilette benötige. Auch meine Akneprobleme, die weit über die Pubertät hinaus reichten, konnte ich auf meinen hohen Milchverzehr zurückführen. Nach dem Genuss einer Pizza falle ich buchstäblich ins Food-Koma. Glutenhaltige Lebensmittel machen mich unglaublich müde und ich bekomme Verstopfung davon. Von histaminhaltigen Nahrungsmitteln bekomme ich kleine Aphten im Mundraum und ich merke, dass meine Schleimheute zu schwellen. So kommt es, dass ich am nächsten Morgen erst einmal den Kloß im Hals wieder abhusten und gegen den Histaminschnupfen immer ein Taschentuch dabei haben muss. Beschwerden, die ich als solche gar nicht erst wahrgenommen hatte (wie der gelegentliche Pups nach dem Essen) erkannte ich nun und spürte sie viel intensiver, da ich nun ja wusste, wie es sich anfühlt, wenn man diese Beschwerden nicht hat.
Während ich mir zeitweise vorkam, als würde ich Lebensmittelchemie studieren (und das, obwohl ich Chemie in der Schule abgewählt hatte) stand ich immer wieder vor einem Problem: Ich stellte fest, dass sich die Aussagen der einzelnen Intoleranzartikel teilweise widersprachen. Auf manchen Seiten stand zum Beispiel, meine sorbit- und fructoseintolerante Mutter dürfe Bier trinken, auf anderen stand wiederum das dürfe sie auf gar keinen Fall. Und das war nicht nur beim Bier so. Auf einer Webseite hieß es hü, auf der anderen wieder hott. Aber was stimmt denn nun?
Mir blieb nichts anderes übrig, als der Selbstversuch. Auch meine Mutter hat sich als Versuchskaninchen missbrauchen lassen. Das war nicht immer einfach aber nachstehend finden Sie das Ergebnis dessen, was wir für uns festgestellt haben; was funktioniert und was nicht. Aber Vorsicht! Nur weil das für uns das Richtige ist, muss das nicht heißen, dass das Gleiche auch für Sie gilt, denn jeder Mensch is(s)t anders!
verfasst von Carmen Tetzel am 22.06.2015:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Hut ab, sieht echt übersichtlich aus - gut für den, der Rat dies bezüglich sucht...

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