Shop / Bücher / Biografien und Memoiren
Immo Lünzer
liebe ändert alles


Taschenbuch Februar 2014
212 Seiten | ca. 13,0 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-86468-660-3


Print-Ausgabe in den Warenkorb
€ 12.90 *
zzgl. Versandkosten

In dieser ‚Immografie\' blickt der Autor mit dem ihm eigenen Enthusiasmus auf Geschichten, Erkenntnisse und Änderungsprozesse aus seinem Leben.
Während seines Agrarstudiums galt die ökologische Agrarkultur noch als rückständig und unmöglich: ‚Da stand ich alleine auf und sagte, der Bio-Landbau sei wissenschaftlich betrachtet sehr wohl möglich!\'


Im Laufe seines Lebens hat Lünzer sich zunehmend spirituellen Themen gewidmet; 2005 wurde er Karmacoach und 2010 Rückführungstherapeut. Außerdem hat er ein Netzwerk geschaffen, für alle, die sich mit Karmakultur und Wiedergeburt beschäftigen.

Immo Lünzer stellte sich intensiv seinem persönlichen Schicksal, als er mit 42 Jahren erfuhr, dass er ein Kuckuckskind sei und machte sich auf die Suche nach seinem anderen Vater. Mit viel Mut löste er diesen karmischen Knoten. Er erkannte, wie oft die Liebe die Umstände ändern und was Liebe alles bewirken kann.

Aktuell ist er auf der Suche nach dem Gemeinsamen der Religionen und hofft, dass das Trennende der verschiedenen Glaubensrichtungen bald überwunden werden kann - mit Liebe.

\'Wenn wir seine Biografie lesen, erleben wir, wie sich ein Leben und Schicksal entfaltet und entwickelt. Dieses Lebenswerk kann für jeden von uns beispielhaft sein.‘ (Christoph Graf von Keyserlingk im Vorwort)

Vom Bucherlös geht eine Spende an den Stiftungsfonds Karmakultur.


Der Autor: Immo Lünzer, geb. 1954 (Dipl. Ing. agr.) Agrarökologe, Karma-Coach, Netzwerker, Stifter, Publizist und Biografieentwickler.
kuckuckskind und kuckucksvater

Anfang der 1990er Jahren kam ich auf einer Tagung in Tirol mit einem Mann ins Gespräch über das Thema Väter. Dabei sagte er den Satz:
\'Jeder Sohn benötigt die Anerkennung seines Papas.\'
Das war der entscheidende Punkt. Das war es, was ich so unendlich von meinem Vati (so nannte ich immer meinen juristischen Vater) vermisst habe.
Sogleich überlegte ich, wie ich mit ihm darüber sprechen könne. Aber genau das war ja das Problem: Vertrauensvolle Gespräche mit ihm zu führen. Wir waren nicht etwa verkracht ­ wir sahen uns nur ganz selten. Erst nach weiteren Jahren, inzwischen war ich 42, vereinbarte ich endlich einen Termin mit ihm.

In einem langen nächtlichen Gespräch bei einer Flasche Wein konnte ich den Vater dazu bringen, zuzugeben:
Er, mein Vati, bei dem ich nach der Scheidung meiner Eltern lebte, ist gar nicht mein leiblicher Vater, UND ER HAT DAS SCHON LANGE GEWUSST.

Ich bin ein richtiges Kuckuckskind.

Schockartig lösten sich viele Rätsel. Bis dahin hatte ich gar nicht gewusst, was ein Kuckuckskind eigentlich ist.

Die schmerzhafte, immer wieder erlebte Ablehnung! Daher kam sie also! Ich war in einem unbeschreiblichen Zustand. Triumph ­ endlich die Wahrheit! ­ mischte sich mit Schreck und großer Trauer. Für die war aber keine Zeit. Es gab noch so viel zu erfahren. Er durfte jetzt nicht verstummen!
„Seit wann weißt du das?“

Ich goss ihm noch ein Glas ein. Er trank es halb leer und stieß einen schweren Seufzer aus.
„Ich habe Briefe... mehrere Liebesbriefe gefunden.“
„Wann war das?“
„Du warst drei Jahre alt. Die Briefe waren von diesem Mann,... Karl. Da stand auch etwas von dir.“

vor- und rückblick:

Am 12. August 1997 starb meine Mutti. Neben anderem hatte ich die Aufgabe, ihre Hinterlassenschaften zu sichten. Ich suchte ihre ganze Wohnung ab (und da war sehr viel vorzufinden) ­ und fand tatsächlich diese alten Liebesbriefe, von denen mein Vater 1996 gesprochen hatte!

Am 3.2.1954 schrieb mein leiblicher Vater:
\'Ein paar Mädchen­ oder Jungennamen konnte ich bis jetzt noch nicht raussuchen... hoffe aber im nächsten Brief Dir ein paar schöne mitteilen kann.... Nun mein kleiner Schatz halte Dich tapfer und bleib stark, dass es ein Junge wird.
Sei recht lieb gegrüßt und geküsst Dein Goldschatz\'

Sechs Tage nach der Geburt (8.März1954) folgte:
\'Herzallerliebste Ingrid!
... Geliebter Goldschatz wenige Tage, ja vielleicht wenige Stunden trennen uns von unserem größten Glück + Ereignis, was uns je verband. Möge Gott Dir treu zur Seite stehen und alles gut verlaufen, dass Du gesund und munter bleibst. Mir einen gesunden kleinen Jungen oder ein kleines Mädchen schenkst.... Nur was ich sehr bedauere ist das, dass ich in diesen schweren Stunden nicht ganz bei Dir sein kann.\'

Und am 18.März1954:
\'Konnte das Glück kaum fassen aus Deinen Zeilen entnehmen zu dürfen, dass Du mir einen süßen Jungen geschenkt hast, und Du mir dieses große Glück solange vorenthalten hast.... Also meine geliebte süße kleine Mutti, zu unserem kleinen süßen Sprössling meine aller herzlichsten Glückwünsche und tausend dankbare Küsse und alles erdenklich Gute für euch beide.... Weißt Du, wie ich mir vorkomme, wie ein Landser, der in russischer Gefangenschaft erfährt, dass seine Frau ihm ein Kind geschenkt hat. Dass man den Kleinen gern einmal sehen möchte ­ aber nicht darf. Ich könnte fortlaufen und heulen. Mit niemanden darf man das Glück teilen, es ist alles so unsagbar traurig. Schreibe mir bitte bald wo ich Dich und Ihn sehen darf.\'

Am 31.März1954:
\'Geliebte Mutti meines Kindes + Söhnchen Volker! (Das ist mein zweiter Vorname, neben Immo)... Dein Brief war ein herrlicher und freudiger Gruß am Montag für mich, man kann sagen, mir war so als wenn das Leben wieder Sinn für mich hätte. Es freut mich, dass unser kleiner Spross schon gute Fortschritte gemacht hat. Ach ich möchte ihn nur einmal sehen. Freue mich schon riesig darauf, zu Dir kommen zu dürfen.... Liebe Ingrid seh zu, dass Du bald zu mir kommst, denn ich brauche Dich dringend, denn ich bin sehr allein.... Liebste Ingrid, schicke mir doch bitte mal ein kleines Bildchen von unserem Schatz, das heißt wenn Du schon eines hast. Wie fühlt sich denn die Oma in ihr Schicksal, hat sie irgend etwas bemerkt?... Vor allem möchte ich Dich bitten, nicht mit ihm zusammen... Denn momentan hast Du ja eine gute Ausrede. Versprichst Du mir das??? Vor allem gib auf die Briefe Acht, dass sie Ihm nicht in die Hände fallen.
Für heute nun meine Lieben die herzlichsten Grüße + Küsse Von Eurem \"Papi\" \'

Dann kommt der Brief, der über das erste Treffen mit dem Sohn berichtet (18.Mai1954):
\'Liebste Ingrid! Habe recht herzlichen Dank für Deine liebe Aufnahme, es waren für mich wieder einmal ein paar herrliche glückliche Stunden. Vor allem habe ich mich riesig über unseren kleinen Goldschatz gefreut, ist ja ein prächtiger Junge, na dürfte ich ja auch nicht der Vater sein. Hat er sich am Abend dann beruhigt oder ist er etwa krank? Bin dann gut nach Hause gekommen,...\'

Weitere Briefe folgen. Der letzte, den ich finden konnte, ist vom 3.November 1954.
In einem undatierten Briefentwurf bzw. ­abschrift schrieb meine Mutti:
\'Lieber, lieber, lieber Karl. Du weißt genau so gut wie ich, daß Du der einzige Mensch bist, den ich wirklich liebte und liebe, und daß ich Dir die allerglücklichsten Stunden meines Lebens zu verdanken habe....\'

wieder zurück ins jahr 1996

Schweigend saß ich da. Neben meinem Vater, der es nicht mehr war.
Stellte ich mir in diesem Moment vor, die Briefe Jahre später lesen zu können? Ich glaube nicht.
Ich hatte nur eine große Frage. „Warum habt ihr mir das so lange verschwiegen?“
Ich stellte eine andere:
„Hast du Mutti danach gefragt?“

„Ja.“
Er schwieg. Drohte er in der beschämenden Erinnerung zu versinken? Nein! Jetzt wollte ich endlich alles wissen! Ich drängte:

„Und, was hat sie gesagt?“
„Nichts.“
„Wie ­ nichts?! Sie muss doch irgendwas... Dass es nicht stimmt? ­Und was war mit dem Brief?“
„Die Beziehung zu Karl sei harmlos gewesen, ich hätte alles falsch verstanden.“

„Und hast du das geglaubt?“
„Nein. Nach dem ich die Briefe gelesen hatte, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: Wir sind nicht verwandt. Aber ich wollte zu ihr stehen und zu dir. Sie sagte immer wieder: ‚Er ist doch unser Kind‘... ich habe mich bemüht, es so zu sehen...“

Es wurde still. Wir waren beide sehr betroffen. War er nun ein anderer Mensch für mich? Nicht mehr so wichtig? Ich hatte viele Jahre mit kindlicher Liebe an ihm gehangen... wo war diese Liebe jetzt?

Wir schwiegen.
„So lange weißt du es schon... Warum hast du mir niemals etwas erzählt?“
„Ich wollte. Ich habe dir vor langer Zeit schon einen Brief geschrieben.“ Er stutzte kurz.
„Seltsam. Ich weiß nicht, warum, aber ich habe diesen Brief vorhin eingesteckt.“ Er griff in die Anzugtasche und holte einen Briefumschlag hervor. „Ich wollte, dass du nach meinem Tod von mir die Wahrheit erfährst.“

„Aber warum erst so spät?“ Ich schrie fast. Mir wurde die Ungeheuerlichkeit langsam bewusst.
„Ich bin längst erwachsen, habe selbst eine Familie... was soll ich denn meinen Kindern sagen? Ihr Leben ist ja auch auf einer Lüge aufgebaut!“

Er zuckte die Schultern.
„Wir sind nicht darauf gekommen, dass es sich so für dich auswirkt. Wir wollten dich schonen. Du warst noch ein Kind.“
„Aber das ist lange her!“
„Deine Mutter tat immer so, als sei das nur eine Formalität.“
„Aber es ist doch nicht egal für mich, wer mein Erzeuger ist!“
„Sie wollte keinen Konflikt. Da war überhaupt nicht mit ihr zu reden. Sie war nur voller Panik vor der Entdeckung. Die Bekannten... die Nachbarn... sie meinte...“. Er brach ab.

heute

Er hat damals geschwiegen.
Sein Wunsch nach Offenheit blieb unerfüllt.
Ihre Angst vor Stigma, Verachtung, Verlust sozialer Kontakte war größer als jede Vernunft, stärker als jedes Argument...
Mächtiger als ihre Liebe zu mir?

Eine besondere Rolle spielt meine Oma (die Mutter des juristischen Vaters).
1961, kurz vor der Scheidung, erfuhr sie von dem Drama. Seltsamerweise drängte sie ihren Sohn ebenfalls, zu schweigen. Die Begründung war, ich, das betroffene Kind, sei so sensibel.
In den 50er und 60er Jahren war es üblich, einen solchen Fehltritt mit Folgen zu verheimlichen, und wenn doch etwas herauskam, war die Schande so groß ­ wir können uns das heute kaum noch vorstellen.

Ich fragte Vater nach dem Namen meines leiblichen Vaters. Endlich, nach vielem Nachbohren, sagte er:

„Er heißt... Karl. ­Er ist aber schon gestorben.“
Also doch.

Es durchfuhr mich wie ein Blitz. Und nun ­ zu spät?? Er ist gestorben? Ich werde ihn nie kennenlernen?
Den Namen hatte ich noch nie gehört. Ich kannte den Mann nicht. Wo wohnte er?

Nach und nach verstand ich immer mehr. Das erklärte viele Fragen der letzten 40 Jahre:
Nachdem ich von zu Hause ausgezogen war, hatten Vater und ich uns nur noch sehr selten gesehen.

Kein Interesse!
Kein Interesse?
An meinen Kindern, seinen beiden Enkelkindern hat er jedenfalls kaum welches gezeigt ­ und er verlangte, nicht \'Opi\' genannt zu werden.

Viele alte Erlebnisse fanden nun endlich eine Erklärung. Mit Ende dreißig schon grauhaarig, sprach ich ihn einmal halb scherzhaft darauf an, seine Haare zeigten ja mit Mitte sechzig überraschenderweise noch die jugendliche Färbung und eine gute Haarfülle. Auf meinen harmlosen Ton hätte er leicht eingehen und das Thema damit für sich selbst entschärfen können ­ wenn er meine Bemerkung schon nicht als Anlass nahm, endlich offen zu sprechen. Stattdessen reagierte er nur barsch und abweisend: “Woher soll ich das wissen? Heiße ich Gregor Mendel?“

Nun versetzte mich die biografische Erschütterung in einen völlig aufgewühlten Zustand. Ich habe Jahre gebraucht, um mich damit abzufinden, dass diese Besonderheit zu meiner Biografie gehört, und noch einmal Jahre, um zu verzeihen: Erneuerte Liebe ändert alles. [...]

verfasst von Kurt Walter Lau am 24.07.2014:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Liebe ändert alles
Karma & Co.
Von Immo Lünzer. Biografie. 2014. 211 Seiten. Farbige und schwarzweiße Abbildungen.
Format 13,0 x 21,0 cm. Softcover. ISBN 978-3-86468-660-3. (edition winterwork, Borsdorf.)

Meinen Erfahrungen nach lesen sich Biografien im Allgemeinen immer irgendwie interessant und spannend. Wenn man den Menschen, der bis dahin seinen Lebensabschnitt beschreibt, persönlich kennt bzw. einen Teil seines Schaffens aus der Ferne mit verfolgt hat, können Biografien besonders unterhaltsam sein.

Immo Lünzer bin ich bisher nur einmal persönlich begegnet, und zwar in seinem damaligen Büro bei der Stiftung Ökologie & Landbau. Es muss in der zweiten Hälfte der 1980er Jahren gewesen sein. In den Folgejahren habe ich aus beruflichen Gründen das Schaffen der Stiftung Ökologie & Landbau und damit streckenweise auch seine Arbeit für die Stiftung natürlich weiterverfolgt.

Immo Lünzer studierte Agrarwissenschaften an der Justus Liebig Universität in Gießen (Abschluss: Diplomagraringenieur). Er war unter anderem von 1979 bis 2001 Geschäftsführer/Vorstand der Stiftung Ökologie & Landbau, Kaiserlautern.

Während meiner Ausbildung im OLV Verlag unter der Leitung von Georg E. Siebeneicher war vor allen Dingen die Stiftung Ökologie & Landbau im Rahmen unserer Tätigkeit im Verlag ein ständiger Begleiter und Immo Lünzer für uns ihr Gesicht und ihre Stimme. Natürlich tauschten wir auch unsere „garten organisch“ mit der stiftungseigenen Zeitschrift „Ökologie & Landbau“, deren Schriftleiter Immo Lünzer neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer und Vorstand war.

Beim Lesen des vorliegenden Buches wurde mir wieder bewusst, welche Bedeutung die Stiftung Ökologie & Landbau schon damals hatte und wie hoch Immo Lünzers Anteil daran war.

Im Laufe seines Lebens hat sich Immo Lünzer immer mehr spirituellen Themen gewidmet und wurde Karmacoach und Rückführungstherapeut. Er begann, ein kleines Netzwerk zu schaffen, für alle, die sich mit Karmakultur und Wiedergeburt beschäftigen.

Immo Lünzer stellte sich intensiv seinem persönlichen Schicksal, als er mit 42 Jahren erfuhr, dass er ein Kuckuckskind sei und machte sich auf die Suche nach seinem anderen Vater. Mit viel Mut löste er diesen karmischen Knoten und er erkannte, wie oft Liebe die Umstände ändern und was Liebe alles bewirken kann.

Ich habe diese außergewöhnliche Biografie mit großem Interesse, Freude und persönlichem Gewinn gelesen.

Kurt Walter Lau

1 2 3 4 5

SPAM-Schutz:
Bitte kreuzen Sie das Kästchen an.


 ¹ Diese Felder müssen ausgefüllt werden
 ² 1 ist die niedrigste, 5 die höchste Bewertung



Code eingeben:


 ¹ Diese Felder müssen ausgefüllt werden
* Alle Preise inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer (gilt für Bestellungen aus Deutschland und Österreich)