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Robert Pietschmann
Jahrhunderte um uns herum


Taschenbuch August 2017
102 Seiten | ca. 21,0 x 29,7 cm
ISBN: 978-3-96014-318-5


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€ 22.90 *
Um uns herum sind „Zeugen“ aus den verschiedenen Jahrhunderten! Ein Stein mit Jahreszahl und Inschrift an einem Haus, eine alte Kirche – ein Zunftzeichen über der Tür – Geschichte ist nicht trocken und langweilig – sie lebt und „erzählt“!
Oft geht man unachtsam an solchen „alten Dingen“ vorüber – liegt es daran, dass man sie nicht „versteht?“ Immerhin haben diese „Gäste“ aus der Vergangenheit es in unsere Zeit geschafft, sie sind jetzt ein Teil unserer Welt!
Diese Anregung mit Bildern ist in themenorientierten Kapiteln aufgebaut. Jedem Bild ist eine kurze Erklärung beigegeben. Die Themen sind unter der Überschrift „Geschichte und Architektur“ einzuordnen, aber durchaus unabhängig voneinander zu betrachten, je nach Interessenlage.

Ideal für "Einsteiger", aber auch für Schulen, um den Einstieg in den Geschichtsunterricht anhand erhaltener Beispiele lebendig und interessant zu gestalten!
Nachfolgend fünf Themen mit ihren einleitenden Texten. Pro Thema ist eine Seite mit jeweils acht Bildern vorhanden, welche selbst kurze Zusatzkommentare erhalten.

Seite 07; Thema: (Jahres-) Zahlen – alte Schreibweisen
Einleitender Text
Jahreszahlen an einem Gebäude, einer Kirche, oder einem Grabstein anzubringen, war früher üblich und gibt uns heute Auskunft über das „Entstehungsjahr“ oder einem Umbau, einer Renovierung, einer Erweiterung. Meist kommen diese Jahreszahlen mit Text und Symbolen oder Initialen in Kombination vor.
Einige der „mittelalterlichen“ Zahlen und Ziffern sind recht eindeutig – bei anderen dagegen scheinen sich die Steinmetze ihren Spaß gemacht zu haben – allerdings nur aus unserer heutigen Sicht. „Damals“ war das eben üblich und jeder wusste was da stand. Oft kommen sogar im selben, oder am selben Ort beide Schreibweisen „nebeneinander“ vor. Bei den Zahlen sind der besonderen Aufmerksamkeit wert: Die „Fünf“, die „Sieben“ und die „Vier“. Letztere ist berühmte „halbe“ Acht, die manches Mal auch liegend oder „verkehrt“ herum dargestellt wird.
Einige Beispiele:
Bild 1: 1476 (mit der Vier als „halbe“ Acht sowie der „Sieben“ als Dach); Bild 2: 1512 (Die „Fünf“ nicht mit der „Zwei“ zu verwechseln, letztere meist als „Z“ geschrieben). Bild 3: 1409 (die „klassische Römische“ Schreibweise – „M“ als Tausend, „C“ als hundert, und „X“ als Zehn – wobei die vorgestellte „I“ abgezogen wird: Macht 1409). Bild 4: 1455, und im Bild 5 sind Römisch und Gotisch-Arabisch gegenübergestellt, als Übersetzung gewissermaßen. In den Bildern 6-9 weitere Beispiele.

Seite 21; Thema: Baustile (Übersicht)
Einleitender Text
Man hört viel von „Romanischen“, „Gotischen“, oder „Barocken“ Kirchen sowie neuzeitlicheren Formen. Hier sehen wir uns die „klassischen“ Epochen an, mit denen die verschiedenen Baustile benannt sind, sowie deren „Zeitraum“. Es gab früher keine „Regeln“, man baute eben im 11. oder 12 Jh. „Romanisch“, weil das der Stil der Zeit war. Dann kam meistens aus dem Süden Europas ein „neuer Stil“ in Mode, zunächst die „Gotik“ (man hörst auch den Ausdruck „Germanischer Baustil“), abgelöst von der „Renaissance“ und schließlich vom „Barock“. Alles aus heutiger Sicht (ab dem 18-19. Jh.) so bezeichnet. Eine feste zeitliche Trennlinie von einem Baustil zum anderen gab es nicht, es dauerte meiste mehrere Jahrzehnte, bis er sich überall „durchgesetzt“ hatte, wobei es „Übergangsphasen“ ab, die Stilelemente beider Formen tragen. Nachfolgend eine zeitliche Übersicht über die Stile mit je einem bildlichen Beispiel und den jeweils wichtigsten Merkmalen. Eine „Bauaufsicht“ gab es nicht in der Hinsicht auch nicht, man konnte auch im 16. Jahrhundert (Epoche der Renaissance) durchaus noch im „Gotischen Stil“ bauen (wie es der Baumeister Bernhard Sporer um 1519 mit der Stadtkirche in Schweigern tat).

Seite 22; Thema: Baustile - Romanisch
Einleitender Text
Die „Romanik“ (oder der „Romanische Baustil, Epoche“) hat, anschließend an ihren Vorgänger, dem „Karolingisch-Ottonischen“ (vom 8-10. Jh.) ab dem 10. Jh. bis in das spätere 13. Jh. hinein die Architektur beherrscht. Trotz diesen langen Zeitraumes gibt es einige „klassische“ Merkmale, die noch heute erkennen lassen, dass zumindest Teile einer Kirche oder eines Hauses noch aus dieser frühen Zeit stammen („solide gebaut“ ist das durchaus möglich!). Zunächst die Fenster: Sie sind klein, schmal, spitzbogig, und haben ein tief eingezogene Gewände, „Laibung“ genannt. Dann das Portal: Mit rundbogigem Gewände, im Bogenbereich das sogenannte „Tympanon“, mit christlichen Symbolen in Reliefdarstellung. Das Gewände konnte auch „abgestuft“ und mit kunstvoller Ornamentik verziert sein, auch bei kleinen Kirchen (siehe Beispiele). Sofern ein Kirchturm vorhanden, sind die „Schallöffnungen“ seines Glockengeschosses sogenannte „Biforien“, durch eine einstellte Rundsäule unterteilte Fenster (siehe Bild 5). Am Langhaus kann unter der Dachkante sogenanntes „Rundbogenfries“, manchmal mit Relieftieren und Köpfen verziert, vorkommen.
Auch hier gilt: Um die ganze Kirche herumgehen: Manches Mal ist nur ein Mauerteil mit einem oder zwei Fenster noch „Romanisch“, vielleicht aber auch viel mehr (findet sich bevorzugt auf der Nordseite der Kirche).

Seite 36; Thema: Ein Gang um die Kirche (I)
Einleitender Text

Unabhängig vom Kirchhof bildet die Kirche selbst ein „eigenes Objekt von Interesse“, und ein Gang um dieselbe ist immer interessant. Es gibt sicher auch bei ihrer Kirche das eine oder andere „dieser Art“ zu sehen und gibt Zeugnis der früheren Zeiten. Zunächst haben wir den („das“) Chor. Je nachdem, ob es noch ein „Romanischer“ Chor ist, in Rechteckform, oder „Gotisch“ mit großen Fenstern und Strebepfeilern. Eine „Öffnung“ fällt auf: Der „Lavabo“-Ausfluss (siehe Bild 5). Manches Mal kann es auch ein schlitzartiges Fenster haben, das nahe der Sakristei angebracht ist, ein „Hagioskop“ (Bild 4). Am Chor sowie am Langhaus finden wir Grabsteine, und es lohnt, sich diese (teils in unterschiedlichen „Zuständen“: Beschädigt und/oder verwittert) auch näher anzusehen. Das „Portal“ in der Südseite des Langhauses kann einen Hinweis auf die Herkunft geben – am „Gewände“ sind oft auch „Kratzer“-artige Rillen zu finden, die wie von einem scharfen Werkzeug zu sein scheinen (Bilder 7,8).
Am Langhaus immer auf Inschriften in den Werksteinen achten, auch auf „vermauerte“ Fenster oder Portale, die auf einen Umbau hindeuten können!

Seite 74; Thema: Gerechtigkeit – Gerichtsplatz und „niedere Gerichtsbarkeit“
Einleitender Text
In einigen Orten findet man noch den „Dorfanger“, eingefasst von einem Steinkreis oder -oval, und manches Mal steht dort auch eine riesige „Uralte“ Linde, die Gerichtslinde, deren Äste durch einen Kranz aus Holzstützen getragen werden: Ein eindrucksvolles Bild. Man versammelte sich auf dem „Dorfanger“, tanzte ab und zu – und hielt Gericht: Bei der Linde stand die „Malbank“ des Richters, davor ein Steintisch und Bänke für die Schöffen. Heute gibt es alte Dorflinden mit „neuen“ Steinbänken, die aber genau diese Anordnung symbolisch darstellen. Gericht gehalten wurde durch den „Schultes“ (oder Dorfschulzen) und die Schöffen. War im Ort ein „herrschaftlicher“ Vogt ansässig, konnte auch dieser Gericht halten, generell bei Angelegenheiten der „peinlichen“ oder „hohen“ Gerichtsbarkeit.
Man traf bei „Bedarf“ zusammen: Streitigkeiten, Raufhändel, Betrügereien, Weiderechte – wir sprechen von der „niederen“ oder „Hals“- Gerichtsbarkeit. Die Strafe wurde meist sofort umgesetzt: Eine Geldstrafe oder „in Eisen legen“ standen zur Verfügung, ferner auch „Stockhiebe“ oder „Tauchen“ (Bild 6). In „Eisen“ legte man Verurteilte meist am Rathaus, und noch heute finden sich „symbolische“ Halseisen. Der Verurteilte stand – je nach Strafmaß – ein bis mehrere Tage mit dem Halseisen unter dem Spott aller zur Schau. Mit der hohen Gerichtsbarkeit verhielt es sich allerdings ganz anders.





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