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Patrik Duller
Die Welten von Setis


Hardcover Oktober 2019
413 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-626-1


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Immer schon hat der Bauerssohn Tocion von großen Abenteuern geträumt und den spannenden Geschichten seines Nachbarn Oron gelauscht. Geschichten von den vier Welten und Setis, dem magischen Portal, das sie verbindet. Doch als er eines Tages durch Zufall eine junge Frau namens Luciana vor einer seltsamen Kreatur rettet, begreift er, dass mehr an alldem dran ist, als er sich je hätte vorstellen können. Ganze Armeen dieser seltsamen, vogelartigen Kreaturen, die sich Torocks nennen, benutzen die Wanderer, die das Portal öffnen können, um die vier Welten zu erobern. Bald schon befi ndet sich Tocion in einem Abenteuer, dessen Ausgang das Schicksal aller Welten und ihrer Bewohner bestimmt. Und auch Tocion selbst enthüllen sich Geheimnisse, die sein Leben für immer verändern werden …
»Nun, mein Junge. Was ist so geheimnisvoll, dass es hinter verschlossenen Türen erzählt werden muss? Und vor allem, wie kommst du zu einer solch charmanten Begleitung?« Oron lächelte Luciana zu. Er ließ sich in dem Sessel nieder und zog in gespannter Erwartung an seiner Pfeife.
»Ich habe Luciana am alten Steinbrunnen getroffen«, begann Tocion zu erzählen. Er war erleichtert, es endlich loswerden zu können. »Sie kam aus dem Eremwald gestürzt.«
Vor Verwunderung sog Oron den Rauch seiner Pfeife zu tief ein. »Au …s d… dem Eremwald?« Er hustete.
»Ja!«, bestätigte Tocion begeistert. Vor Aufregung redete er jetzt fast ohne Pause. »Und stell dir vor: Sie sagt, sie sei aus dem Portal gekommen. Sie wurde verfolgt von einem schrecklichen Vogelwesen mit Klauen, langem, zotteligem Haar, Flughäuten und einem riesigen Horn auf dem Rücken! Es wollte sie angreifen, aber ich habe ihm den Brunneneimer an den Kopf geschleudert und es brach tot zusammen. Luciana nennt diese Wesen …«
»Torocks!«, unterbrach ihn Oron.
Tocion verschlug es die Sprache. »Du kennst sie? Was weißt du von ihnen?«, fragte er, als er wieder dazu fähig war.
»Wenn du aufhörst, wie ein Kleinkind zu plappern, erzähle ich es dir«, antwortete der alte Mann.
Tocion spürte, wie ihm vor Scham heiß wurde. Er errötete und sagte nichts mehr. Luciana allerdings konnte ein Kichern nicht unterdrücken.
Oron setzte sich aufrecht in seinen Sessel, nahm einen Zug aus seiner Pfeife und begann seine Geschichte: »Vor langer Zeit – so wird erzählt – wurden irgendwo auf Setis zwei Brüder geboren: Imotron und Uvotan. Niemand weiß, warum, aber die beiden hatten besondere Fähigkeiten. Man könnte sagen, sie waren Zauberer. Mithilfe ihrer Kräfte reisten sie viele Male selbst in die entlegensten Winkel der vier bekannten Welten auf Setis. Imotron war friedfertig. Er nutzte seine Macht, um die Welten von Setis zu verschönern und zu bereichern. Aber er wollte, dass auch andere die Möglichkeit hatten, zwischen den Welten zu reisen. Deshalb brachte er seine ganze Macht auf und erschuf das große Portal …«
Er machte eine Pause, blies den Pfeifenrauch aus und fuhr schließlich fort: »Doch Uvotan war von anderem Sinn. Er strebte danach, die Welten von Setis zu beherrschen. Nicht selten flog er auf Torockornon – dem Riesen¬geier, den er erschaffen hatte – aus, um die Welten auszukundschaften. Für seine zukünftigen Residenzen malte er sich Bauplätze aus. Zudem wollte er sich Armeen schaffen, um jede Stadt und jedes Land auf Setis zu überrennen und unter seine Kontrolle zu bringen. Als Imotron die Absichten seines Bruders erkannte, suchte er ihn auf, um ihn zur Vernunft zu bringen. Doch Uvotans Herz war von Machtgier zerfressen. Wie ein König auf seinem Riesengeier thronend, griff er Imotron an und sie kämpften lange und erbittert auf allen vier Welten. Am Ende stieß Imotron Torockornon sein Schwert ins Herz. Es war eine mächtige Klinge aus magischem Metall. Härter als alles, was heute existiert. Das Untier schrie entsetzlich auf und Blitze zuckten um es herum, als es zusammen mit seinem Herrn in eine tiefe Schlucht auf einer Welt namens Deris fiel …«
»Die Uvotan-Schlucht«, warf Luciana ein. »Ich habe mich immer gefragt, weshalb sie so heißt.«
»Ja, die Uvotan-Schlucht«, bestätigte Oron ernst. »Noch lange danach glaubten die Leute, wenn ein Gewitter ausbrach, den Schmerzschrei Torockornons zu hören. Doch es war ein halber Sieg, den Imotron errungen hatte. Denn als Uvotan fiel, brachte er noch ein letztes Stück verdorbener Zauberkraft zustande. Dazu müsst ihr wissen, dass der Riesengeier Torockornon weder Männchen noch Weibchen war. Die Kreatur hatte sich selbst geschwängert und kurz vor seinem Ende Eier gelegt. Nach langer Suche fand Imotron die Höhle des Untiers. Er durchsuchte jeden Winkel, denn er wollte alle bösartigen Schöpfungen seines Bruders vernichtet wissen. Als er schließlich die Eier fand und ihnen mit dem Schwert einen Streich versetzte, nahm das Unheil seinen Lauf. Mit seiner letzten Kraft hatte Uvotan etwas von seiner Macht auf die Eier übergehen lassen, sodass sie menschlicher wurden. Doch das größte Unglück geschah erst durch den Schwerthieb selbst, denn er war nicht tödlich. Uvotans Zauber ließ auch einen Teil der Magie des Schwertes auf die Kreaturen übergehen und veränderte sie. Was herauskam, war eine völlig neue Rasse von bösartigen Geschöpfen. Dies war die Geburtsstunde der Torocks. Sie gehen aufrecht auf zwei Beinen, haben keine Federn, sondern nur langes, zotteliges Kopfhaar. Mit ihren Flughäuten können sie auch nicht fliegen, sondern nur gleiten. Doch ihre gefährlichste und grausamste Waffe ist das riesige Horn auf ihrem Rücken. Wenn sie in Gefahr geraten, stoßen sie über dieses Horn eine silbergraue Flüssigkeit aus. Nicht lange, nachdem diese Flüssigkeit ihre Haut berührt hat, wird sie härter als alles, was wir kennen. Aus ihren Poren schießen Stacheln, spitzer als die Gipfel des Pfeilspitzengebirges. Keine Waffe, die heute noch existiert, kann ihnen dann noch etwas anhaben. Ihre Haut ist in diesem Zustand so hart wie Imotrons Schwert. Du hattest also Glück, Tocion, dass dein Wurf die Kreatur auf der Stelle getötet hat«, schloss Oron seine Erzählung.
Stille trat ein. Die beiden Besucher blickten auf den alten Mann in seinem Sessel. Er sah verträumt aus. Als wäre er gerade aus einem Trugbild seiner eigenen Erzählung erwacht und in die Wirklichkeit zurückgekehrt. Seine tiefblauen Augen waren glasig und stachen deutlich aus seinem hageren, kantigen Gesicht hervor.
Zur Überraschung der beiden anderen war es Luciana, die als Erste wieder sprach: »Mein Herr Oron«, sagte sie. »Ich brauche Eure Hilfe! Wie Ihr ja schon hörtet, musste ich fliehen, und nun weiß ich nicht, wohin ich gehen soll. Tocion meinte, Ihr wäret womöglich so freundlich, mich eine Weile bei Euch aufzunehmen? Ich wäre Euch wirklich sehr dankbar!«
»So, meinte er das?«, erwiderte Oron schmunzelnd und warf Tocion einen vielsagenden Blick zu. Dann wandte er sich zu dem Mädchen um. »Nun, meine Liebe. Für gewöhnlich nehme ich keine Gäste in meinem Haus auf, ohne zu wissen, von welchem Schlag sie sind. Doch der Junge vertraut dir und ich komme so selten aus dem Haus, dass ich mich wohl kaum auf meine Menschenkenntnis verlassen kann. Außerdem scheinst du ihm zumindest körperlich bisher nichts getan zu haben.« Wieder blickte er Tocion durchdringend an, sodass dieser errötete. Der alte Mann räusperte sich und sprach weiter. »Wie dem auch sei, du kannst bleiben. Unter der Bedingung, dass du mir erzählst, woher du kommst und welch merkwürdige Umstände dich dazu bringen, vor solch üblen, finsteren Kreaturen wie den Torocks fliehen zu müssen.«
Luciana nickte.
»Gut!«, sagte Oron. »Doch mir scheint, zuerst sollten wir uns einen Platz suchen, an dem es ein wenig gemütlicher ist.« Er ging in Richtung der Küche und bedeutete Tocion und Luciana, ihm zu folgen.

Kurz darauf saßen die drei, jeder mit einer Tasse Tee vor sich, an Orons zerkratztem Küchentisch. Luciana und Tocion nebeneinander und ihnen gegenüber der alte Mann. Das Mädchen sah Oron tief in die Augen und ergriff dann das Wort. »Es ist wohl langsam an der Zeit, dass ich mein Versprechen einlöse.« Mit diesen Worten begann sie zu erzählen.

verfasst von Birgit Rentz am 02.11.2019:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Dem Autor ist ein liebevoll ausgearbeitetes und spannendes Erstlingswerk gelungen. Die Charaktere sind glaubwürdig und die Handlungen aufgrund ihrer bildhaften Beschreibung gut nachvollziehbar. Daran haben Jung und Alt ihre Freude.

verfasst von Sabine Schneider am 02.11.2019:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Tolle Geschichte die einen sofort fesselt. Kann ich nur weiterempfehlen.
Lohnt sich zu lesen.

verfasst von Vitali Schwindt am 30.10.2019:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Eine sehr interessante und spannende Geschichte.

Dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen!

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