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Karl Schönweiler
Die Haarnadel des Engels


Taschenbuch September 2022
428 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-921-7


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Zum Buch
Der Religionswissenschaftler Johannes Berger steht vor Beginn seiner Doktorarbeit. Am Rande einer Buddha-Ausstellung lernt er die attraktive Antonia kennen, die als Gesellschaftsdame das Einkommen der Familie aufbessert. Beide fasziniert die kleine Skulptur, welche eine buddhistische Gottheit engumschlungen mit seiner Partnerin darstellt.
Bergers Großonkel Gregor will mit Hilfe des Jung-Pensionärs Fridolins die "unmoralische Beziehung" unterbinden. Am Tag, welchen der Kalender als 29. Februar anzeigt, kreuzen sich auf dramatische Weise die Lebenswege der Romanfiguren.
In der anderen Ebene, diesem merkwürdigen Raum, den der Guardian Herkules "Schwelle zur Ewigkeit nennt, sind Angeli und Cherubina bemüht als Empfangsengel zu Recht zu kommen. Magischer Anziehungspunkt ist die Wand mit eingestickten Unendlich-Schleifen, welche Herkules passieren kann, sie jedoch nicht. Zusammen mit dem Wächter sollen sie die Ankömmlinge, gemäß einer Liste der jeweiligen Seite des Raumes zuführen. Die beiden Neuen, ein Mann und eine Frau, sind jedoch nicht verzeichnet!
Und da ist noch dieses alte Uhrwerk, das durch ein "Missgeschick" der Engel den 29. Februar einhakte.
Ob Madonnas Kreuzigungsauftritt in Rom, das Tarot-Spiel, ein persisches Amulett, der Krieg in Syrien oder ein Totentanz - auf vielfältige Weise berührt das Thema Tod und Jenseits die Charaktere.

Zum Autor:
Karl Schönweiler, geboren 1954. Seine schriftstellerische Tätigkeit umfasst Lyrik und Erzählungen, eine Betrachtung zum Sonnengesang des Franz von Assisi, sowie über die Jahrhunderte langen Auswirkungen der Reformation am Beispiel seines einst gespaltenen Dorfes.
Sein Leben langes Hinterfragen der Grundwerte der Religionen und der Philosophie findet in dem Roman „Die Haarnadel des Engels“ Antworten.
Karl Schönweiler wohnt mit seiner Familie in Ottenbach/Baden Württemberg.
Kamasutra

Die knusprig dünnen Scherben, in Fett ausgebackenen, lagen schon auf dem Frühstückstisch. Das traditionelle Fasnetsgebäck, überstreut mit Puderzucker. Für die Kinder ohne den Schuss Kirschwasser im Teig. Sie frühstückten zusammen.
Die Faschingsferien hatten sie meist beim Skifahren in den Südtiroler Bergen verbracht. Dieses Jahr wollten die Kinder die Fasnetstage in der Stadt miterleben. Am Nachmittag durften Lena und Linus beim Kinderfasnetsumzug nahe der Altstadt dabei sein. Da Antonia vormittags noch ein wenig shoppen wollte, schlug sie Benjamin vor, dass er nachmittags mit den Kindern zum Kirchplatz käme, wo sie sich vor Beginn des Umzuges treffen könnten. Benjamin selbst wollte den Vormittag für eine Yogastunde nutzen und anschließend den Apfelbaum im Garten schneiden.
Antonia und Johannes hatten sich im Kunsthaus verabredet. Ein idealer Zeitpunkt, um in Ruhe die Meisterwerke buddhistischer Kultur und Kunst zu betrachten, was beide inspirierend und zugleich wohltuend empfanden. Anschließend setzten sie sich gleich dort ins Café. Antonia war wieder sichtlich beeindruckt:
„Was für Kunstwerke! Teils vor so langer Zeit geschaffen.“
Johannes nickte ihr zu. „Wenn man bedenkt, was die Taliban in Afghanistan zerstört haben, könnte man heulen.“
„Diese phantasievolle Kunst! Diese Gottheiten, mehrköpfig, vielarmig. Und diese Paardarstellungen, anfangs dachte ich, das wären nur erotische Liebesszenen, eine höhere Bedeutung wäre mir nie in den Sinn gekommen. Am schönsten finde ich dieses kleine Figurenpaar, in sitzender Stellung. Diese beiden engumschlungenen, goldenen Figuren. Ob nun göttlich oder königlich, von hohem Adel.“
Antonia sprach von der kleinen Skulptur der tibetischen Schutzgottheit Sitasamvara mit seiner Partnerin Vajravarahi aus dem 16. Jahrhundert. Dieses Paar war ihr seit dem ersten Museumsbesuch nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Wieder und wieder musste sie an die beiden Liebenden in ihrer vollkommenen Vereinigung denken.
Johannes versuchte seinen Blick unbefangen zu halten. „Im asiatischen Raum, ob hinduistisch oder buddhistisch, gibt es vielfach sehr erotische Darstellungen. Das ist eine Yab-Yum-Skulptur. Die Darstellung einer männlichen und einer weiblichen Gottheit. Diese angedeutete sexuelle Vereinigung findet man häufig im tibetischen Buddhismus. Sie steht jedoch nicht immer, oder nicht ausschließlich für den Geschlechtsakt, sondern vor allem für die mystische Aufhebung von Gegensätzen. Sie zeigt symbolhaft die Überwindung jeglicher dualistischer Wahrnehmung.“
„Also das vollkommene Eins Werden in einer solchen Stellung?“
„Wie gesagt, es ist nicht nur die sexuelle Vereinigung, es zielt im Grunde auf eine höhere Ebene, außerhalb unseres Denkens und Fühlens. Yab-Yum bedeutet übrigens Vater-Mutter.“
Ihm war, als wolle sie ihn mit dem erotischen Thema ein wenig necken.
„Bei einem perfekten gemeinsamen Höhepunkt ist das doch ähnlich.“ Er glaubte da ein kokettes ‚Oder nicht?‘ zu hören.
Seine geschlossenen Lippen bewegten sich zu einem anregen-den Lächeln. Ein kurzer Lidschlag, er schwieg.
Sie suchte einen neuen Ansatz: „Stehen diese Darstellungen in einem Zusammenhang mit dem Kamasutra?“
„Mit dem Kamasutra …“, überrascht ließ er das Wort merklich auf der Zunge zergehen, musste gleichzeitig kurz nachdenken. „Interessanter Gedanke.“
Ihm sei diesbezüglich kein Zusammenhang bekannt. Das Kamasutra gelte als Leitfaden der Erotik und der Liebe, verfasst um zweihundertfünfzig nach Christus in Indien. Über eine Verbindung dieser viel später entstandenen Yab-Yum-Darstel-lungen habe er noch nie nachgedacht.
Ob er das Buch gelesen habe, wollte sie wissen. Wieder diese neckische Koketterie um ihre Mundwinkel.
Das Kamasutra? Mit einer spitzbübischen Lippenbewegung spielte er ihr Spiel mit. Scheinbar sachlich: Nein, es stünde nicht auf dem Studienplan. Ob sie es denn kenne?
Sie schüttelte den Kopf, ihm war als lag ein Anflug von Errötung auf ihren Wangen.
„Nur Allgemeinbildung. Es heißt, dieser Vatsyayana, der Urheber dieser Liebespraktiken habe selbst eine keusche Lebensweise bevorzugt. Aber, kann es wirklich möglich sein, keusch zu leben und solche sexuellen Phantasien zu entwerfen und diese dann auch noch so wunderbar zu beschreiben, wie davon erzählt wird?“
Sie kannte also den mutmaßlichen Autor des Kamasutra, was ihn tatsächlich etwas überraschte. Da war dieses Knistern, als würden zwei blanke Drähte, die unter Strom standen, sich zu nahekommen. Aus dieser Beinahe-Berührung entstanden Funken, kleine glänzende Sterne. Seine Augen, ihre Augen, die Augen von Yab und Yum, sie alle sahen dasselbe, formten mit den Augen des anderen dasselbe Verlangen. Das alle Sinne überflügelnde Sein im Anderen.
Eine junge Kellnerin war an ihren Tisch getreten mit der Frage, ob es noch etwas sein dürfe – und die Sterne gingen im Licht des Tages unter. Ihre Tassen waren noch halb voll.
Ein Lächeln blieb um ihre Lippenpaare. Antonia nahm den Flyer zur Ausstellung in die Hand und betrachtete das Titelbild. Es zeigte eine im Lotossitz, ganz in sich ruhende Buddha Figur mit einer Krone auf dem Haupt.
Im Buddhismus sei dies zum einen das Bildnis der tiefen Meditation. Zum anderen das Symbol für das Aufheben der Reinkarnation. Und damit Symbol für die Überwindung des leidhaften, wiederkehrenden Kreislaufes von Geburt und Tod.
„Er sieht hier sehr jung aus, so vital, das blühende Leben.“
„Er war fünfunddreißig, als er ‚erwachte‘.“
„Ich dachte, er war neunundzwanzig“.
„Mit neunundzwanzig verließ er das Königshaus, war dann sechs Jahre lang auf der Suche. Eine extreme Daseinserprobung. Wohl die höchste und zugleich tiefste Stufe einer Lebens- und Überlebensübung, die ein Mensch sich auferlegen kann und die ihm Erleuchtung brachte. Von da an lehrte er fünfundvierzig Jahre lang die vier edlen Wahrheiten und den achtfachen Pfad von Tugend, Meditation und Weisheit, der zum Erwachen führen soll.“
„Du glaubst nicht daran?“
Er sah sie an, spielte mit den geschlossenen Lippen.
„Ich denke, man muss es wollen, mit allen Sinnen, mit jeder Faser des Geistigen und Körperlichen.“
Sie könnte das nicht, meinte Antonia, all das Schöne im Leben einfach ausblenden, quasi einfach Dasitzen und sich auflösen in Nichts. Oder in die sogenannte ‚Leere‘.
Seine leichte Kopfbewegung deutete ein Verstehen an.
„Mit dem Streben nach dem Schönen kommt bei vielen Menschen auch der Gedanke an Macht auf, an Besitztum, Herrschaft, Gottgleichheit. Daher sagte der Buddha Siddhartha:
‚Jener Wahn, der mich zum Gott machen würde, eben jener Wahn ist in mir erloschen‘.
„Und was ist mit der Liebe?“
Er sah sie fragend an.
„Ja, zum Leben gehört doch auch die Liebe.“ Sie deutete eine leichte seitliche Kopfneigung an.
„Natürlich gehört zum Leben die Liebe. Sie ist der wichtigste Faktor für das Leben.“
„Und zu Liebe gehören Leidenschaft, Gefühle, Glück und Leid.“
„Das ist eine Vorstellung, die sich in unserer Kultur in den letzten zwei Jahrhunderten entwickelte. Jedes Wort des Buddhas spricht von Liebe. Er verbindet Liebe mit Achtsamkeit. Er sagt: Ohne Achtsamkeit kann man die Frucht der Liebe, des Verständnisses und der Befreiung nicht hervorbringen. Wenn Achtsamkeit geübt wird, sind Weisheit und Liebe gegenwärtig.“
Einen Augenblick wirkte sie nachdenklich. „Achtsamkeit.“
Wieder vertieften sich ihre Augen ineinander. Leise sagte er:
„Es ist das Gegenteil …“
Sie nickte unmerklich und fragte dennoch: „Wovon?“
„Du weißt es, vom Spiel …“
Er dehnte den knisternden Moment mit einem tiefen Atemzug. Aus ihren Augen, nein aus jeder kleinen Pore um diese dunklen Augen, um die Wangen und den Mund, erblühte ein zauberisches Lächeln. Selbst in ihrem stillen Atem war es spürbar, etwas von tief innen sich Entfaltendes. Ein Leuchten der Seele, kam ihm für einen Augenblick in den Sinn.
Sie neigte den Kopf etwas zur Seite. Ihre Hände umfassten die Tasse, er spürte förmlich, wie sich ihr Busen hob und senkte.
„Im Spiel kann man auch achtsam sein.“
Sie ließ die kleine Atempause sich entfalten. „Das Körperliche gehört zwar nicht zwangsläufig zu dem, was zwei Menschen verbindet, das hat nichts mit wirklicher Liebe zu tun. Aber es ist
eben der körperliche Ausdruck von zwei sich Liebenden. Im Idealfall kann es auch die Aufhebung von Gegensätzen sein. Daher ist es vielleicht doch eine fehlende Erfahrung, wenn der Mensch dies erst gar nicht erlebt.“
„Der Buddha lehrte lediglich sexuelle Ausschweifungen zu vermeiden. Allerdings kann nur tiefste Versenkung zum Erwachen führen.“
„Der Weg zum Nirwana. Aber was geschieht mit der Seele?“
„Der historische Buddha hat zwar die Wiedergeburt aus dem Hinduismus übernommen, aber er glaubte, dass auch die Seele sich auflösen wird. Im Hinduismus dagegen hat der Mensch eine unsterbliche Seele, Atman. Sie ist mit dem Urgrund der Welt identisch und durchläuft nach dem Gesetz des Karmas viele irdische Existenzen. Buddha Gautama, lehrte, eine Person bestehe aus fünf Elementen, die sich für einen begrenzten Zeitraum vereinigt haben. Das sind: Körper, Empfindungen, Wahrnehmung, Geistesregungen und Bewusstsein. Auch die Seele besteht aus diesen Elementen, außer dem körperlichen, und ist deshalb ebenfalls unbeständig.
„Wie kommt es dann zur Wiedergeburt?“
„Der verstorbene Mensch geht über in ein Bardowesen aus Geist und Bewusstsein. Nach einer Übergangsphase sucht sich das Bardowesen einen neuen Körper, in dem es wieder geboren wird. Wobei man sagen muss, dass der tibetische Buddhismus verschiedene Wiedergeburtserscheinungen lehrt, als Götter, Menschen, Tiere bis zu den Höllenwesen.“
„Wie bitte?“
„Ja, je nach deinem Lebenswandel in diesem jetzigen Körper. Ob du ein gutes oder schlechtes Karma aufgebaut hast. Du kannst auch als Schlange wiedergeboren werden.“
Er setzte einen schalkhaften Wissensblick auf.
„Äh, danke. Da bleibe ich besser beim Christentum.“
„Du meinst die Auferstehung mit Leib und Seele am Jüngsten Tag. Klingt sehr hoffnungsvoll. Schwieriges Thema. Nach katholischer Auslegung heißt das Läuterung des unrechten Lebenswandels im Fegefeuer, dann Paradies. Oder Hölle. Von diesem Szenario haben sich jedoch Luther und die Anglikanische Kirche distanziert. Für die Ostkirche war dies nie ein Thema, da die These vom Fegefeuer erst nach der Kirchenspaltung von Rom proklamiert wurde.“
„Echt?“
Scherzhaft fügte er hinzu: „Ein amerikanischer Arzt hat mal versucht, das Gewicht der Menschenseele bei Sterbenden zu ermitteln. Nach seinen Messungen ergaben sich einundzwanzig Gramm Unterschied. Dies sei ein Hinweis darauf, dass das Gewicht der Seele im menschlichen Körper messbar sei …“
„Einundzwanzig Gramm! Der Artikel neulich!“
Den Artikel fand sie durchaus Nachdenkens wert, diese Einundzwanzig-Gramm-Theorie jedoch absurd.
„Mir ist dabei das Kürzel aufgefallen. Es könnten die Initialen von Marc Weiss sein.“
Antonia sah ihn erstaunt an. „Marc. Dem Marc?“
„Ja. Aber eigentlich unmöglich. Wohl nur ein Zufall.“
Antonia trieb eine Frage um: Sag mal, wenn es einen Schöpfergott gibt - glaubst du, dass er all das geschaffen hat, ich meine den Menschen in seinem ganzen Wesen, oder besser gesagt, das Menschliche: Liebe, Lust, Leid – glaubst du, dass dieser Schöpfergott dies alles erschaffen hat, damit der Mensch lernen soll, genau dies in seinem Leben zu überwinden?“
„Du fragst mich als Wissenschaftler. Im ZEN und bei den Mystikern wird dies so gesehen. Weil eben nur so die vollkommene Annäherung an das Göttliche möglich sei. Buddha hat diese Zusammenhänge so erkannt. Und nicht nur er, auch
Jesus und andere ‚Erwachte‘ sahen in der Enthaltsamkeit den richtigen Zugang zur Vollendung. Da die meisten Religionen aber Familienbildung als Lebensgrundlage voraussetzen, sind Liebe Lust und Leid vorprogrammiert. So gesehen ein Wiederspruch. Oder aber, es ist der Weg der Entwicklung der Menschen. Der Weg durchs Leben zum Erwachen, zur Vollendung, oder vollkommenen Leere.“
Ihr ganzer Körper, jede Faser in ihr schien zu widersprechen:
„Nein, das möchte ich nicht glauben. Nein. Also Jesus hat jedenfalls dieses ganze Menschliche durchlebt, da bin ich sicher. Auch wenn das mit der Liebe nicht bezeugt ist, werden doch immer wieder Frauen an seiner Seite erwähnt. Er hatte Freude am Leben. Selbst wenn bewiesen ist, dass die Enthaltsamkeit zu einer höheren Stufe führt – ich würde es nicht wollen! Was ist dann das Leben noch ohne Liebe, Lust und Leid?“
Johannes streifte mit Zeige- und Mittelfinger über ihren Handrücken.
„Wohl eben eine höhere Dimension des Daseins. Mit allerdings gravierenden, globalen Folgen: Ohne den Sexualtrieb würde im Endeffekt die Menschheit ganz einfach aussterben. Ja, nicht nur die Menschheit, ebenso große Teile der Flora und Fauna.“
„Und das soll der Plan sein, von Anfang an? Ist es das, was der Schöpfergott will? Aber wozu dann noch einen Gott, wenn es keine Menschen mehr gibt? Ach ja, da wären wir dann wieder beim Buddhismus, beim Nirwana, beim endgültigen Auflösen.“
Ihr fiel ein Gedicht von Rilke ein, worüber sie mit Ben einmal gesprochen hatte. Sie sah ihm tief in die Augen.
„Kennst du das: Was wirst du tun Gott, wenn ich sterbe.“
Er nickte und rezitierte weiter: „Ich bin dein Krug – wenn ich zerscherbe…“
Antonia: „Ich bin dein Trank – wenn ich verderbe, bin dein Gewand und dein Gewerbe…“
Johannes vollendete: „Mit mir verlierst du deinen Sinn.“
Antonia fasste seine Hand. „Nach mir hast du kein Haus, darin Dich Worte nah und warm begrüßen…“
Johannes neigte den Kopf vor, nahe an ihr Gesicht:
„Es fällt von deinen müden Füßen die Samtsandale, die ich bin.“
Sie spürten das Ungewöhnliche, das nur ihnen beiden gehörte. Als hätten sich zwei Elixiere zu einem Leuchten entfaltet. Zwei Wellen, die im großen Wasser zu einer Woge verschmolzen und sich für Augenblicke als Einheit bewegten. Auf und ab, auf und ab. Als würde der Blick in die Augen des Anderen ihre Seelen offenbaren. Stumm sahen sie sich eine Weile in die Augen. Dann schüttelte Antonia den Kopf, ihre Haare wehten kurz hin und her. Als wäre sie eben aus einem Traum erwacht und müsste sich erst besinnen, wo und in welcher Situation sie sich befand.
„Was tun wir hier eigentlich? Ich weiß gar nicht, wie ich zu solchen Gedanken komme. Jedenfalls genug jetzt, Herr Doktorand. Am besten denke ich darüber erst mal gar nicht nach. Dazu ist das Leben doch viel zu schön.“
Sie streifte sich ihr Haar ein wenig über die Schulter. Der Kaffee war längst kalt geworden.

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