Shop / Bücher / Kinder- und Jugendbücher
Axel D. Rademacher
Die Geschichte der Fee Alina


Hardcover Juli 2026
136 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-98913-295-5


Print-Ausgabe in den Warenkorb
€ 15.00 *
zzgl. Versandkosten

Die kleine gute Fee Alina wohnt in einem Baumhaus in der Krone einer uralten Eiche am Rande des Grunewaldes. Sie ist Behüterin und Beschützerin der Tiere und Pflanzen des Waldes und hilft ihnen in der Not. Die Quälgeister Husten, Schnupfen und Heiserkeit haben nichts Gutes im Sinn. Ihretwegen wird die Fee krank und alle ihre Freunde helfen ihr, gesund zu werden.
Kurze Zeit später erfährt die Fee Alina, dass in einem Wildpark der kleine Löwe Leo erkrankt ist und dringend ihre Hilfe benötigt. Sie macht sich auf den weiten Weg, und die Tiere des Waldes helfen ihr, wo immer sie können. Aber nicht alle, die sie trifft, sind freundlich zu ihr.
Wenn du Feen magst, nimm teil an den Abenteuern der kleinen Fee Alina. Und wenn du im Wald bist, achte die Natur. Vielleicht kannst du dann wie das Mädchen Mandy auch eine Fee bei ihrer Arbeit sehen.
Fee Alina und ihr Tageswerk
Einst lebte eine Fee am Rande des Grunewaldes. Wann sie lebte, ist nicht bekannt. War es gestern, letzte Woche, letzten Monat, letztes Jahr? Das weiß niemand so genau. Bekannt ist eben nur, dass sie am Rand des Grunewaldes lebte.
Jeden Morgen, wenn Fee Alina aufwachte, schaute sie aus dem Fenster ihres Baumhauses und begrüßte die Sonne: „Guten Morgen, liebe Mutter Sonne! Ich freue mich, dich zu sehen, und kann nun mein Tageswerk beginnen.“
Und die Sonne antwortete ihr mit einem besonders hellen Strahl, der sich wie jeden Morgen in ihrem wirren schwarzen Haar verfing und es golden glitzern ließ.
Wenn die Fee den Kopf schüttelte oder sich nachdenklich mit der Hand durch die Haare strich, löste sich der darin gefangene Sonnenstrahl in hell leuchtenden Staub auf, der daraufhin als Feenstaub zu Boden fiel. Die Bäume und Sträucher streckten ihre Äste aus und nahmen mit ihren Blättern den Feenstaub auf. Alina ging dann von einem Baum und Strauch zum anderen, sammelte den Feenstaub ein und füllte ihn in einen kleinen Beutel, den sie stets an ihrem Gürtel bei sich trug. Und sie bedankte sich bei jedem Baum und jedem Strauch für deren Hilfe, den wertvollen Feenstaub aufgefangen zu haben.
Abends, wenn Fee Alina sich in ihrem Baumhaus zum Schlafen legte, schüttelte sie noch einmal ihr wirres Haar und der restliche Feenstaub fiel heraus. Daraufhin pustete sie den Staub aus dem Fenster und der Nachtwind trug ihn hinauf in den schwarzen Himmel, wo er zu Millionen Sternen wurde.

Wie jede Fee, so hatte auch Alina besondere Eigenschaften. Wenn sie sich rechtsherum drehte, wurde sie mit jeder Drehung kleiner. Sie konnte sich so klein wie eine Ameise oder eine Fliege machen. Und wenn sie sich linksherum drehte, wurde sie mit jeder Drehung größer. Sie konnte so groß wie ein Baum werden.
Die Möglichkeit des Verwandelns war während ihrer Arbeit im Wald oft sehr hilfreich, denn so konnte sie, wenn sie mit den Tieren und Pflanzen des Waldes sprach, deren Größe annehmen. Und das war gut so. Sie musste so manchen Streit zwischen den Tieren und Pflanzen schlichten, was oft gar nicht so leicht war.
Wenn sie mit ihren Freunden, den Bäumen, sprach, erfuhr sie alle Neuigkeiten aus dem Wald, denn den Bäumen, die alles und jeden überragten, entging nichts, was in ihrem Reich vor sich ging. Die Bäume ließen ihre Blätter rauschen, wenn sie sich unterhielten, aber auch, wenn sie Neuigkeiten mit anderen teilten.
Fee Alina war stets lustig, ehrlich und gerecht. Sie hatte ein Herz für alle Pflanzen und Tiere und half, wo sie nur konnte.

Drei böse Geister
Einmal ging es Alina gar nicht gut. In der Nacht hatte die Fee ungebetenen Besuch von drei bösen Geistern. Sie wollte die bösen Geister nicht in ihr Baumhaus lassen, deshalb schloss sie ganz schnell die Tür und verriegelte sie von innen. Durch die Tür rief sie: „Hey, ihr drei bösen Geister! Ich habe euch nicht herbestellt und will euch auch nicht in meine Wohnung lassen. Fliegt woanders hin und lasst mich schlafen, ich habe morgen wieder einen anstrengenden Tag!“
Aber die drei bösen Geister flogen um das Baumhaus herum und fanden das offene Fenster auf der anderen Seite. Und schwupps waren sie in der Wohnung der Fee. Sie versteckten sich hinter dem einzigen Schrank, den die Fee in ihrer Baumhauswohnung hatte, denn sie brauchte nicht viel Kleidung.
Die drei bösen Geister warteten, bis Alina wieder eingeschlafen war. Dann schlichen sie sich an, schauten, ob die Fee tatsächlich schlief, und setzten sich auf ihre Brust. Alina spürte den Windhauch, den die drei bösen Geister bei der Landung auf ihrer Brust verursacht hatten, und musste kräftig Luft holen. Darauf hatten die drei bösen Geister nur gewartet. Mit dem Einatmen der Luft schlüpften sie in die Fee und warteten dort bis zum Morgen.
Als die Sonne aufging, erwachte Alina. Sie fühlte sich aber gar nicht ausgeschlafen und überlegte, warum sie so schlapp und müde war.
Da machte sich der erste böse Geist bemerkbar. Die Fee musste mehrmals heftig niesen und aus ihrer Nase lief Wasser wie aus einer sprudelnden Quelle. Sie wollte laut schimpfen, doch da machte sich der zweite böse Geist bemerkbar. Statt ihrer hellen, klaren Stimme kam nur ein leises, raues Krächzen aus ihrem Mund. Erschrocken holte Alina Luft. Darauf hatte der dritte böse Geist gewartet. Die Fee musste mehrmals kräftig husten. Sie schüttelte den Kopf. „Was ist bloß mit mir los?“, fragte sie sich. Da erinnerte sie sich an den nächtlichen Besuch an ihrer Baumhaustür.
Die Fee sprach zu sich selbst: „Wie soll ich jetzt mein Tageswerk vollbringen? Ich habe kaum Kraft, aus meinem Haus zu gehen, um den einen besonders hellen Strahl von Mutter Sonne mit meinen Haaren einzufangen und daraus Feenstaub zu machen. Und der restliche Feenstaub in meinen Haaren reicht nicht für Feenzauber. Ach, was soll ich bloß tun?“ Ganz verzweifelt setzte sich Alina auf ihr Bett und begann leise zu weinen.
Da meldeten sich die drei bösen Geister aus ihrem Inneren.
„Ich bin der Husten, Fee Alina“, sagte der Husten in ihrer Brust und Alina musste dreimal heftig husten, dass ihr davon ganz schwindelig wurde.
Dann sagte der Zweite der bösen Geister aus ihrer Nase: „Ich bin der Schnupfen, Fee Alina.“ Und die arme Fee musste dreimal heftig niesen, dass sie glaubte, ihr Kopf würde zerplatzen.
Und dem nicht genug, sagte nun auch noch der Dritte der drei bösen Geister in ihrem Hals: „Ich bin die Heiserkeit, Fee Alina.“ Augenblicklich konnte die Fee nicht mehr schlucken, so weh tat ihr der Hals.
Und ganz leise, mit sehr großer Mühe, sagte Alina: „Ach, ihr bösen Geister, warum habt ihr mich heimlich überfallen, wo ich euch doch nicht in mein Haus lassen wollte?“
Die drei bösen Geister antworteten wie aus einem Mund: „Eben weil du uns nicht in dein Haus gelassen hast, sind wir heimlich durch das offene Fenster gekommen und in dich hineingehuscht.“
„Aber warum denn nur? Was habe ich euch getan, dass ihr so gemein zu mir seid?“, fragte Alina leise weinend.
„Keiner kann uns leiden!“, klagten die drei bösen Geister. „Niemand will mit uns spielen. Alle Tiere und auch die Menschen sagen, wenn wir zu ihnen kommen: ‚Geht weg, wir wollen euch nicht!‘ Und du, Fee Alina, unterstützt sie mit deinem Feenstaub auch noch dabei.“
„Wegen des Feenstaubs muss ich ständig niesen!“, sagte der Schnupfen.
„Und ich muss dauernd husten“, sagte der Husten.
„Na, und ich bekomme kein einziges Wort mehr aus meinem Mund, so sehr kratzt der Feenstaub in meinem Hals“, sagte die Heiserkeit.
Und alle drei wieder zusammen: „Und das finden wir gemein und wir wollen uns dafür rächen. Du hast keinen Feenstaub mehr, also musst du uns ertragen. Spielst du mit uns, Fee Alina?“
„Aber wie soll ich mit euch spielen, wenn ihr in mir seid?“, fragte Alina die drei bösen Geister.
„Wenn du uns versprichst, mit uns zu spielen, dann verlassen wir deinen Körper“, sagten alle drei Geister gleichzeitig.
„Und was soll ich mit euch spielen?“, wollte Alina wissen. Sie war immer noch schwach und müde, sodass sie kaum ihre Augen offen halten konnte.
„Ich kann das Kartenspiel ‚Schummelpeter‘“, hustete der Husten in ihrer Brust. „Wer am besten schummeln kann, hat gewonnen. Und Kartenspielen ist für Kranke immer gut, dann sind sie abgelenkt und denken nicht an uns.“
„Ich finde Schummeln gar nicht gut!“, antwortete Alina hustend. „Und da eine Fee nie schummelt, würde ich das Spiel jedes Mal verlieren, und das finde ich dumm.“
„Dann wollen wir ‚Nies dich tot‘ spielen“, nieste der Schnupfen. „Dabei muss man Niespulver auf die Hand streuen und es dem Mitspieler, der einem gegenüber steht, in das Gesicht pusten. Das macht irre Spaß, wenn der andere dann pausenlos niesen muss.“
„Es ist keine gute Sache, jemandem Niespulver ins Gesicht zu pusten und dann auch noch darüber zu lachen“, antwortete Alina niesend. „Nein, so etwas tun Feen nicht!“ Sie schüttelte energisch den Kopf, obwohl er ihr von dem vielen Niesen und Husten wehtat.
„Nun gut“, krächzte die Heiserkeit aus ihrem Hals, „dann lass uns ‚Gemein sein‘ spielen. Alle Mitspieler sitzen im Kreis. Dann schreist du den anderen so viele Gemeinheiten ins Gesicht, dass sie weinend davonrennen. Und wer am Schluss noch sitzt, hat das Spiel gewonnen.“
„Was ist denn das für ein doofes Spiel?“, antwortete Alina genervt. „Feen sagen niemals Gemeinheiten. Wir lehnen so etwas strikt ab. Wir wollen keine Tiere oder Menschen ärgern. Uns steht der Sinn nach Friede, Zweisamkeit und Freundschaft.“
Die Fee war nun fast wütend über so viele falsche und dumme Spiele. Aber was sollte sie machen? Die bösen Geister verließen sie nur, wenn sie mit ihnen spielte. Nein, sie konnte diese dummen Spiele nicht mitspielen. Das würde ihre Ehre als gute Fee zerstören. Alle ihre Freunde wären von ihr enttäuscht und sie würden sich andere Freunde suchen. Und das würde sie nicht ertragen, das wäre ihr Tod. Feen leben nicht nur durch den Feenstaub, sondern auch durch die Liebe zu Tieren und Pflanzen und die Freundschaft mit ihnen. Je mehr gute Freunde eine Fee hat, desto mächtiger ist sie und umso leichter kann sie gute Arbeit leisten.
„Nein, nein und nein – eure dummen Spiele werde ich auf keinen Fall mitspielen!“
„Ich habe es dir gleich geniest, dass die Fee nicht mit uns spielen wird“, nieste der Schnupfen in Richtung der anderen bösen Geister.
„Ich huste dir gleich was!“, schrie der Husten so laut, dass die Fee mehrmals kräftig husten musste und dabei noch schwächer wurde. „Du bist schuld mit deinem blöden Niespulver!“
„Hört auf zu streiten!“, krächzte die Heiserkeit. „Sie wird nie mit uns spielen. Kein Lebewesen wird mit uns spielen wollen. Wir müssen uns etwas anderes ausdenken.“
Da muss es doch eine List geben, die drei bösen Geister wieder loszuwerden, dachte sich die Fee und schlief völlig geschwächt ein.
Darüber waren die drei bösen Geister gar nicht erfreut. Sie waren nur dann zufrieden, wenn sie ein Tier oder einen Menschen mit ihren Eigenschaften ärgern und quälen konnten. Also versuchten sie, die arme Fee in ihrem Schlaf zu stören. Mal wurde Alina wach, weil der Husten seinen Spaß haben wollte, und Alina musste dann mehrmals husten. Dann wurde sie wach, weil der Schnupfen in ihrer Nase kitzelte und sie mehrmals niesen musste. Oder ihr Hals war trocken und sie konnte nicht schlucken, obwohl sie Durst hatte, weil die Heiserkeit ihren Hals ausgetrocknet hatte. Und so erwachte die arme Fee Alina am nächsten Morgen noch geschwächter als zuvor.

1 2 3 4 5

SPAM-Schutz:
Bitte kreuzen Sie das Kästchen an.


 ¹ Diese Felder müssen ausgefüllt werden
 ² 1 ist die niedrigste, 5 die höchste Bewertung
Für diesen Artikel ist noch keine Presse / PR vorhanden.



Code eingeben:


 ¹ Diese Felder müssen ausgefüllt werden
* Alle Preise inkl. der gesetzlichen Mehrwertsteuer (gilt für Bestellungen aus Deutschland und Österreich)