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Andreas Puderbach
Deutschland, Deine Väter... - ausgesperrt und abkassiert -
Die Unterhalts- und Sorgerechtslüge im deutschen Familienrecht

Taschenbuch März 2015
400 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-86468-897-3
ISBN (E-Book): 978-3-86468-908-6



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„Deutschland, Deine Väter …ausgesperrt und abkassiert“ benennt schonungslos die Missstände deutschen Familienrechts und die strukturelle Benachteiligung geschiedener und in Trennung lebender Elternteile, welche von Betreuung, gemeinsamer Sorge und - was nicht selten geschieht - von jeglichem Kontakt zu ihren Kindern, ausgegrenzt und entfernt werden. Am Beispiel mehrerer Fälle, der Beleuchtung der Gesetzgebung anderer Staaten und der kritischen Erwähnung von im Familienrecht tätigen Professionen, ist das Buch geeignet, für Betroffene als Ratgeber zu dienen, als auch erkennen zu können, dass sie eben nicht alleine sind im K(r)ampf gegen eine übermächtig erscheinende Helferindustrie, die auf diesem Gebiet jährlich Millionengewinne erzielt.

Zum Vorwort von Monika Ebeling:
Die Dipl.-Soz.-Päd. Monika Ebeling arbeitete unter anderem in der Drogenhilfe und im sozialen Krankenhausdienst. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung zur systemischen Familientherapeutin und betreute als Pflegemutter zeitweilig neun Kinder. In dem Buch „Die Gleichberechtigungsfalle“ (Herder Verlag), setzt sie sich kritisch als ehemalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar, mit der „Gleichstellungspolitik“ auseinander, engagiert sich in dem Thema "Gewalt gegen Männer" und wurde sodann gleich von mehreren politisch tätigen Personen aus dem Amt der Gleichstellungsbeauftragten gekegelt.

Der zugelassene Horror

In Sorgerechtssachen ist man im deutschen Familienrecht gewohnheitsmäßig etwas nachlässiger. Besonders wenn es um die Väter geht. Aber auch Mütter geraten zunehmend in die Mühlen eigenartigen Rechtsverständnisses.

Wie schon erwähnt, hat ja der unverheiratete Papa hier seine liebe Not. (Einer ebenso betroffenen Mutter wird am Ende des Kapitels hier noch besondere Aufmerksamkeit gewidmet).
Was passiert also, wenn beispielsweise das Sorgerecht alleinig bei der Mutter verbleibt und der Papa, zum Zahlesel ohne jegliche Rechte degradiert, sich an der Erziehung und dem Wohlergehen des Kindes nicht beteiligen darf, die Sorgerechtsinhaberin aber stirbt?

Bislang hat bis heute ein nicht sorgeberechtigtes Elternteil größte Mühe, überhaupt an Auskünfte bezüglich des eigenen Kindes zu gelangen und muss gegebenenfalls mühsam eine Auskunftsklage (§ 1686 BGB) anstrengen.

Beschäftigen wir uns also mit einem Fall, in dem die Sorgerechtsinhaberin und Mutter verstarb. So etwas soll vor kommen. Es ist ja schließlich noch niemand „übrig geblieben“.



Bereiten Sie sich auf eine Horrorgeschichte vor, die leider mehr als nur eine Geschichte ist, und zugleich eines der bestgehüteten Geheimnisse bundesdeutschen Familienrechts, dass an die Zwangsadoptionen der DDR Vergangenheit erinnert, und noch nach der sogenannten Wende sehr oft und gerne praktiziert wurde und wird.

Ein Minenfeld für den Vater, auf dem sich ganz viele Jugendamtsmitarbeiterinnen nur allzu gern in sagenhafter Willkür tummeln.

So fragte in einem Forum jemand folgendes:

Sie ist alleinerziehende Mutter
War nie mit dem Kindesvater verheiratet
Sie hat alleiniges Sorgerecht
Kind ist 7 Jahre alt
Vater hat die Vaterschaftsanerkennung unterschrieben
Kindsvater zahlt Kindesunterhalt
Was passiert, wenn sie stirbt?

Stellen Sie sich nun vor, Sie seien der unten erwähnte Vater, der folgende Antwort parat hatte:

„Mir so passiert in 1992. Mutter meines ersten Sohnes beging Suizid. Ich bekam freundliche Post vom Jugendamt“:

„Hiermit teilen wir Ihnen mit, dass die Mutter Ihres Sohnes XY nicht mehr der gesetzlichen Krankenversicherung zur Verfügung steht.
Wir fordern Sie deshalb auf, Ihren Sohn XY unverzüglich bei Ihrer Krankenkasse anzumelden.
Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden Ihnen alle Rechnungen der Gesundheitssorge privat in Rechnung gestellt.“

„Vom Tod der Mutter (durch Erhängen) wurde ich vom Jugendamt nicht in Kenntnis gesetzt. Dieses erfuhr ich nur nach Kontaktaufnahme mit den Eltern der Mutter“, so der Vater.

Zitat Vater:
„Mein Sohn kam sofort in eine Adoptionspflege. Auch dieses wurde mir vom Jugendamt nicht mitgeteilt. Erst ein Jahr später kam eine Aufforderung einer Adoptionszustimmung. Diese wurde von mir verweigert und durch Gerichtsbeschluss ersetzt“

„Die letzten Worte des Richters werde ich nie vergessen: „Herr X, was wollen Sie denn mit dem Kind? Sie können es ja nicht alleine erziehen. Die Sitzung ist geschlossen.“

Nun, tatsächlich ist es so, dass bei Tod der Mutter der nicht sorgeberechtigte Vater einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht stellen darf. Das Familiengericht kann dem Vater des Kindes die elterliche Sorge übertragen; die Entscheidung ist am Kindeswohl zu orientieren.

„Kann“, ist hier das Zauberwort. Wie es kommen kann, haben Sie soeben gelesen. Also viel Spaß beim Teilnehmen an der Ausschreibung…

Normalerweise ist es so, dass allein sorgeberechtigte Elternteile die Möglichkeit haben, eine testamentarische Verfügung zu hinterlassen, wo das Kind im Falle des Todes verbleiben soll. Das Familiengericht ist aber an diese Verfügung nicht gebunden. Im Trennungskrieg fallen eben die Kinder als Erstes. Der Familienrichter in seiner unendlichen Weisheit kann sich sogar über eine testamentarische Verfügung hinweg setzen.

Manche würden dies zu Recht als staatlichen Zugriff auf ihre eigenen Kinder betiteln. Aber lesen wir, wie es also einem weiteren Vater erging:

Ein anderer Vater berichtete dann in diesem Zusammenhang:

„Mein nichtehelicher Sohn wurde 1995 geboren. 1996 hatte ich bei dem zuständigen Jugendamt vorgesprochen, dass ich jederzeit die Erziehung meines Kindes übernehmen könne, falls Umstände eintreten würden, durch die die Mutter unser Kind nicht erziehen könne.
Die Antwort des männlichen (!) Beistandes: „Da würden wir (das Jugendamt) sowieso erstmal bei den Eltern der Mutter anfragen.“
Ich war Vater des Kindes, hatte vor Ort feste Arbeit, Wohnung, zwei Eltern, eine Schwester und eine Nichte mit zwei gleichaltrigen Kindern, die mich bei der Erziehung unterstützt hätten.“

Die Botschaft: Sie sind zwar Vater, aber wir machen mit ihrem Kind was wir wollen, und sie haben dafür zu zahlen.

Sie können sich ja nun beruhigt zurück lehnen und sagen: „Ja, das war in den 90ern! Das würde heute nicht mehr passieren!“

Diese Jugendamtsmitarbeiter, die damals jünger als 43 waren, dürften zum großen Teil noch heute in dieser Behörde sitzen und zwar in höheren Positionen als damals. Der Anstrich ist heute anders, die Menschen darunter nicht.

So meldete sich der eingangs erwähnte Vater wieder:

„Es waren ausreichend Bedingungen vorhanden, welche eine Erziehung möglich gemacht hätten:
1. Ich arbeitete Vollzeit und verdiente ausreichend (2.700 DM netto – und das 1992!)
2. Wohnung kostenfrei; 110 qm; 2 Kinderzimmer
3. Lebensgefährtin von mir hatte zwei Monate vorher entbunden und war im Erziehungsurlaub
4. Eltern von mir und von der Lebensgefährtin waren alle vor Ort und hätten unterstützen können.

Das alles hat damals weder Jugendamt noch Richter überzeugt. Hauptsache, das Kind wird von Verheirateten wohlhabenden Adoptiveltern angenommen.

Habe meinen ersten Sohn nie wieder gesehen. Auch eine Suche über Adoptionsvermittlung, bei der meine Kontaktdaten noch immer hinterlegt sind, blieb bis heute erfolglos. Warte auch nach 21 Jahren noch auf ein Lebenszeichen des Kindes.

Was bleibt als Fazit im Lande der „Gleichberechtigung“ und des „Kindeswohls“?
Eine weitere erschossene und begrabene Vaterschaft im Krieg gegen die Väter.
Wahrscheinlich hat man dem Kind so etwas erzählt wie: „Mutter tot, Vater weg, deshalb Adoption…“

Das auch ein bestehendes Sorgerecht in Deutschland nicht davor bewahrt, seine Kinder verlieren zu können, zeigt der nachfolgende dramatische Fall. Vielleicht wird aber auch gerade deswegen, von manchen „Familienrechtsexperten“ gerne proklamiert, das Sorgerecht sei nicht allzu wichtig. Kann die Vermutung zutreffen, dass gerade diese Experten wissen, dass auch ein bestehendes Sorgerecht nicht vor dem Verlust der eigenen Kinder schützt? Sollte dieses Argument tatsächlich vor dem Hintergrund solchen Wissens angewendet werden, wäre dies wahrlich zynisch.

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