Herbert Fritsche
Der große Holunderbaum - Eine Einführung in die Esoterik
2. Auflage
Taschenbuch Januar 2026
110 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-98913-236-8
Der große Holunderbaum - Eine Einführung in die Esoterik
2. Auflage
Taschenbuch Januar 2026
110 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-98913-236-8
Schon in der Einführung lässt uns Herbert Fritsche wissen: „Ich will hier den Leser nicht mit den anthropologischen Voraussetzungen echter Esoterik aufhalten. Wenn er weiß, dass der Mensch grundsätzlich der ins Wagnis Gesandte ist, dass ihm selbst das Scheitern weniger schadet als das vermeintliche Abgesichertsein, dass Gott nicht Sucher metaphysischer Notausgänge will, sondern Vollender des Menschseins vom Sinnlichen bis ins Übersinnliche, dann weiß er das Notwendige“, und räumt so gleich zu Beginn mit den vielen pseudo-esoterischen Wegen und Schulen auf, die genau das vermissen lassen.
Und wenn er weiter ausführt: „Man kann zu Gott nicht heimkehren, man kann ihm immer nur entgegengehn“, dann wissen wir, wie ernst es ihm damit ist.
Und wenn er weiter ausführt: „Man kann zu Gott nicht heimkehren, man kann ihm immer nur entgegengehn“, dann wissen wir, wie ernst es ihm damit ist.
Angst und Lüge sind die beiden großen Krankheitsherde in Seele und Geist. Wer der Angst entrinnen will, muss sich in die Wahrheit begeben. Die Wahrheit ist da zu finden, wo Welt und Oberwelt einander durchdringen und einander bedingen. Wer nur die Welt im Blickfeld hat – in der so viel geronnener Spuk ist –‚ kommt nicht aus der Angst heraus. Wer nur die Überwelt sucht oder sich Blicke in sie erlistet, wird weltunbrauchbar. Der eine belügt sich durch geronnenen, der andere durch jenseitigen Spuk.
Den Kampf mit Angst und Lüge kann der Wachsame nur in der Einsamkeit durchkämpfen, die er sich schaffen muss, wenn er vermeiden will, dass das Schicksal ihn in Zwangseinsamkeit stößt. Es ist die Einsamkeit der rücksichtslosen Ehrlichkeit vor sich selber. Je größer diese Ehrlichkeit, desto förderlicher. Das große Motiv, dem die Katharsis bringende Einsamkeit unterstellt ist, heißt Wüste. In die Wüste gingen die großen Verkünder, ehe sie Verkünder wurden. „Ein Niemand ging fort, ein Jemand kam wieder“, sagt Aleister Crowley diesbezüglich im „Buch 4“. Oft kam es aber auch vor, dass die Wüste zu einem Niemand ging und ihn als einen Jemand entließ: deshalb stellt Emanuel Swedenborg die „devastatio“, das Dahinschwinden aller früheren Werte und das damit verbundene Erlebnis der Öde und erschreckenden Einsamkeit, an den Beginn der Wiedergeburt. Es ist selbstverständlich, dass ein Aufsuchen äußerer Einsamkeit den Prozess fördert, den ich hier als die Wüsten-Phase des Esoterikers bezeichnen möchte; es ist ebenso selbstverständlich, dass äußere Einsamkeit nicht dazu zu gehören braucht und dass man in einer Großstadt, ja in einem lärmenden Café einsamer sein kann als in der Einöde. Die Schlaflosigkeit bietet sich oft als die – zunächst höchst ungemütliche – Klause an, in der Selbstkonfrontation vonstatten geht. Jedoch auch bei Tage, insbesondere wenn man in jeden Tag grundsätzlich die „stille Stunde“ einfügt, ist ein inneres Gespräch mit denjenigen Problemen, die unbequem sind und die man gern verdrängen möchte, unumgänglich.
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