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Harald Kugler
Bibliophilen-Abend in zwei Teilen
Der Bibliophilen-Abend/ Die Magie der Bücher

Taschenbuch November 2015
564 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-043-6
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Bücher umgeben uns Menschen und wir Menschen umgeben uns mit Büchern. Aus unserem Leben sind sie nicht mehr wegzudenken. Doch jeder hat ein anderes Verhältnis zum geschriebenen Wort, trägt vielleicht ein spezielles Buch im Herzen, favorisiert ein anderes Genre. Aber eines ist allen Menschen gemein: ihre Neugier auf Erzähltes.

Bücher berichten uns ihre Erlebnisse. Doch sie haben oft auch eine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Wie vielfältig Bücher unser Leben bestimmen, davon handelt der vorliegende Band „Bibliophilen-Abend“ in zwei Teilen. Neunzehn Erzählungen beschäftigen sich mit dem Leben der Bücher und deren Besitzern.

Auf zwei Jahrestreffen einer bibliophilen Vereinigung wird es jeweils abends in einem Separee bei Zigarre und Wein gemütlich. Die Bücherliebhaber kommen zusammen und haben jeder seine eigene Geschichte mitgebracht und tragen sie vor.
Prolog
Über der Stadt an der Elbe strahlte an diesem Wochenende die Sonne aus einem dunstig blauen Himmel und drückte ihre Wärme auf die Touristenströme, die schwitzend die Altstadtgassen bevölkerten. Auch eine Gruppe meist älterer Herrschaften flanierte mit bedächtigen Schritten am Fürstenzug und dem Georgentor vorbei, zum weiträumig sich öffnenden Theaterplatz und seiner beeindruckenden Semperoperfassade. Durch den Dresdner Zwinger führte der Weg schließlich zum Postplatz, wo die Herren mit einigen wenigen Damen die Straßenbahn der Linie 11 bestiegen und in die Südvorstadt fuhren. Ziel ihrer Fahrt war die Sächsische Landesbibliothek und deren Museum kostbarer Bücher mit der berühmten Mayahandschrift, die als lange Schriftrolle den dunklen Raum dominierte. Die Besucher gehörten einer Vereinigung bibliophiler Sammler und Liebhaber an, die auf den Wegweisungen ihres Kulturprogrammes waren, das ihr diesjähriges Jahrestreffen umrahmte. Erschöpft aber dankbar betrat man endlich die kühleren Räume des Bücherheiligtumes und nahm Erfrischungen in Empfang, die die Lebensgeister für die kommende Besichtigung wieder zum Aufbruch erweckten.
Nach reichlich zwei Stunden saßen die Freunde des schönen Buches noch in einem Café beisammen, in dem eifrig und begeistert über die neuen Informationen, die man soeben aus belehrtem Munde vernommen hatte, debattiert wurde. Dann kehrte man in das reservierte Hotel am Neumarkt zurück und nicht wenige von ihnen überfiel ein vorabendlicher Schlummer, der den Körper für das Abendprogramm wieder straffte.
In einem Separee war ein Buffet für das Abendessen hergerichtet und die Teilnehmer des Jahrestreffens saßen an drei großen runden Tischen in lebhafter Unterhaltung vertieft. In einer kurzen Rede begrüßte der Vorsitzende die Teilnehmer und gab das morgige Programm bekannt. Dann wünschte er allen einen guten Appetit und anregende Gespräche über ihre Sammelleidenschaften für den heutigen Abend.
Nach dem Essen zogen sich einige Herren in den sich anschließenden Salon zurück, um ihrer Leidenschaft, dem Zigarre rauchen, zu frönen. Schließlich sah man sie an mehrere Tische verteilt den inhalierten Rauch genießen, während sie kleine Geschichten zum Besten gaben.
Walter Koller, ein pensionierter Lehrer aus dem Badischen, saß mit übergeschlagenen Beinen und beobachtete neugierig die Runde. Die meisten der anwesenden Herren kannte er schon von früheren Treffen, während mit Friedrich Hummel, einem ehemaligen Fabrikanten aus Hessen, und Christoph Reiche, der eine Versicherungsgesellschaft vertrat, zwei Neulinge die Runde ergänzten. Dann war da noch Max Rodan, ein Schriftsteller, mit dem er im vergangenen Jahr ein interessantes Gespräch über den Einfluss der Presse auf die Leser geführt hatte, und Georg Hochmuth, der Arzt, der ihm von Zeit zu Zeit einige notwendige Medikamente schickte. Links von ihm paffte Eugen Sebald, ein ehemaliger Flugkapitän, der aus allen Herren Ländern seine ansehnliche Bibliothek zusammengetragen hatte. Am gleichen Tisch saß auch Paul Schönfeld, der noch im Arbeitsleben stand und als Bäcker die Bewohner der Stadt Heilbronn mit Brötchen versorgte. Gustav Grabowski, der wie stets mit lauter Stimme und seinen Händen gestikulierend die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer zu erhaschen suchte, war ein Chemiker, der sich bestens mit Polymeren auskannte. Und schließlich saß ruhig wie immer Richard Breitkopf unter ihnen, der meist wenig sagte, dafür aber genau zuhörte. Er lebte in Dresden und hatte heute Heimrecht und einen Teil des morgigen Programmes organisiert. Seinen Beruf hatte Walter Koller vergessen, was ihn jetzt für einen Moment beschäftigte, denn es kam in letzter Zeit häufiger vor, dass er sich an bestimmte Dinge nicht mehr zu erinnern vermochte. Er nahm sich vor, mit Georg darüber zu sprechen, ob sich wohl eine Krankheit bei ihm schleichend einzunisten versuchte. Dann verdrängte er den Gedanken aber schnell wieder, denn Gustav erzählte mit seiner sonoren und lauten Stimme eine schaurige Geschichte, die jedem Bücherliebhaber die Haare zu Berge stehen ließ.
In der Bibliothek eines Büchersammlers war über Nacht ein Feuer ausgebrochen und hatte den wertvollen Bestand nahezu vollständig vernichtet. Es entbrannte jetzt eine Diskussion über den Feuerschutz, der wohl nicht so leicht zu bewerkstelligen wäre, denn beinahe noch furchtbarer sei ja schließlich das durch eine Sprinkleranlage auf die kostbaren Bücher tröpfelnde Wasser. Christoph gab den Hinweis, dass in solch einem Fall ein Katalog zumindest als Nachweis diene, den finanziellen Verlust bei der Versicherung rechtmäßig anzumelden. So etwas hätten die anwesenden Herren doch bestimmt in einem Tresor liegen. Diese Bemerkung teilte allerdings die Herrschaften in zwei Parteien, denn nur wenige hatten bislang die Mühe aufgebracht, ihre Bücherbestände vollständig zu katalogisieren. Zudem erhitzte die Gemüter der Umstand, dass es recht unwahrscheinlich sei, seine liebsten Stücke einer Gefahr auszusetzen und man vielmehr darauf bedacht wäre, alles zu vermeiden, was ihnen Schaden zufügen könne. Dieser Einwurf erhielt schließlich von allen nickende Zustimmung und die Anwesenden schienen froh, dass man diesem leidigen Thema nicht noch mehr Beispiele zur Seite stellte, die ihnen die schlimmsten Vorstellungen vor Augen führten. In diesem Moment trat eine betretene Stille ein, in der man auch die Tabakasche zu Boden hätte fallen hören können. Jeder war wohl mit sich und seinen Gedanken befasst, seine Bibliothek mental nach möglichen Gefährdungen zu durchsuchen. Dann erhob Walter seine Stimme und machte einen Vorschlag, der alle zunächst verblüffte.
„Was haltet ihr davon, wenn jeder der hier Anwesenden eine Geschichte aus seinem Sammlerleben oder über Bücher erzählt? So haben wir einen vergnüglichen Abend und die Zeit wird uns nicht lang. Sollte der Abend nicht ausreichen, dass jeder seinen Beitrag erzählt, könnten wir das schließlich noch morgen Abend fortsetzen.“
Als erster meldete sich natürlich Gustav zu Wort, der den Vorschlag geradezu sensationell fand und schmunzelnd ergänzte, dass die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht auch beim Lesen höchstes Vergnügen bereiten, sodass ihnen bestimmt einige spannende Stunden bevorstünden. Auch die anderen meldeten nun vehement ihre Freude an, ein derartiges Unternehmen mit einer kleinen Erzählung zu bereichern. Nur Richard gab zu bedenken, dass sie morgen einen straffen Tag vor sich hätten und die Uhr nicht aus den Augen verlieren sollten. Christoph meinte schließlich noch, dass sie vielleicht losen mögen, in welcher Reihenfolge jeder der Anwesenden mit seiner Geschichte zum Vortrage käme, dann könne man sich gedanklich besser darauf vorbereiten. Allerdings hätte der erste nicht diesen Vorteil, weshalb ein Freiwilliger den Anfang machen müsse.
Endlich ließ man noch einige Flaschen des besten Rotweins kommen und gab den mitgereisten Frauen und nicht rauchenden Männern die Möglichkeit, entweder den Salon mit seinem Tabaksqualm zu tolerieren und mit zuzuhören oder sich in einem separaten Kreis mit dem Fortlauf des Abends zu begnügen. Nachdem in einer spontanen Losaktion jeder seinen Zettel mit einer Zahl in der Tasche hielt, schauten die Anwesenden nun fragend in die Runde. Um seinem Vorschlag schließlich gerecht zu werden, meldete Walter seine Bereitschaft, mit seiner Geschichte zu beginnen, obwohl sein Los die Nummer fünf enthielt.
Walter war Anfang siebzig und noch im Vollbesitz seiner männlichen Haarpracht. Sein Gesicht, schmal und glatt, zeugte von einer gepflegten Äußerlichkeit, die auch seinem italienischen Anzug anhaftete. Seine Leidenschaft nach den Büchern galt seinen Havannazigarren, erst dann fiel sein Auge gelegentlich auf seine Gattin Hannelore, die ihrerseits von Zeit zu Zeit auch eine Havanna schmauchte. Er hätte von einem Freund das Folgende zu hören bekommen, das einer tatsächlichen Begebenheit entsprach.

Kapitel 1
Wie eine Widmung das Bild der Eltern veränderte
Walter Koller erzählt: Die Mutprobe
Das Antiquariat, das Gregor während seines Besuches in Weimar zufällig entdeckte, war am Rande eines altehrwürdigen Platzes gelegen. Große Buchen überschatteten die kleine Fläche, in deren Mitte ein Sandsteinbrunnen sein wasserloses Dasein fristete. An den rechtwinkligen Seiten standen renovierte Fachwerkhäuschen, die von einem bescheidenen Wohlstand des Ortes zeugten. In einem dieser kleinwüchsigen weiß oder ocker gefärbten Gebäude befand sich über drei Stufen hinauf der Eingang zum „Bücherhirt“ von Waldemar Klotz, einem mit zwei Schaufenstern versehenen Antiquariat. Im Stadtplan, den Georg in der Hand hielt, war dieser Ort am nördlichen Rand der Altstadt bezeichnet und von den empfohlenen Sehenswürdigkeiten eher ausgenommen.
Gregor war einem unbestimmten Instinkt folgend auf der Suche nach Bücherstuben plötzlich hierhergekommen und hatte den Laden erfreut zur Kenntnis genommen. Nun stand er vor einem der Schaufenster und begutachtete die ausgestellten Bücher, die teils aufgeschlagen oder stehend dem Betrachter angeboten wurden. Die lateinischen Titel überging er schnell, denn zu diesen Büchern fehlte ihm die Sachkenntnis. Sein Interesse weckte hingegen die ausgestellte Goethe-Jubiläumsausgabe in dunkelrotem Ganzleder, zu der er, wie auch zu den anderen Büchern, keinen Preis finden konnte. Er musste also den Laden betreten – was bestimmt auch so gewollt wurde. Zuvor schlenderte er noch zum zweiten Schaufenster, das allerdings nur medizinische und biologische Sachbücher enthielt. Das nahm seine Aufmerksamkeit nur kurz in Anspruch, denn seit Jahren schon galt sein Hauptaugenmerk alten Märchenbüchern und Erstausgaben deutscher Klassiker. Die beiden Schaufenster, deren Inhalte vielversprechend gefüllt waren, verhießen einen gut geführten Laden, weshalb Gregor nun auch nicht mehr länger zögerte, das Antiquariat zu betreten.
Warme Deckenbeleuchtung hüllte den Raum in eine wohltuende Atmosphäre, die den Besucher beim Betreten sofort angenehm umfing. Vom ersten Moment an fühlte sich Gregor wie zu Hause in seiner Bibliothek. Alle Wände des Raumes waren vom Boden bis zur Decke mit Büchern angefüllt. An den Regalen klebten die Buchstaben des Alphabetes oder kleine Schildchen mit Hinweisen auf Sachgebiete. Alles schien wohlgeordnet zu sein, wie es Gregor angesichts der Schaufenster schon vermutet hatte. In der Raummitte stand klobig ein großer quadratischer Tisch, auf dem säuberlich Bände zur Ansicht ausgestellt waren. Direkt der Tür gegenüber im Hintergrund des Ladens sah er ein kleines Podest mit einem wuchtigen Schreibtisch, auf dem ebenfalls Bücherstapel lagen.
Zwischen den aufgeschichteten Bänden schaute ein monströser Kopf mit grauem lockigem Haar und einem satten Oberlippenbart hervor, der sehr an Friedrich Nietzsche erinnerte. Eine silberne Randbrille, in dessen Gläsern sich das Deckenlicht spiegelte, war auf Gregor gerichtet. Sonst konnte er keinen Besucher in diesem Bücherkabinett entdecken. Von der Bücherfülle beeindruckt, ging Gregor mit neugierigen Augen an der rechten Wand vorbei. Die Person hinter dem Schreibtisch schien ihn derweil aus den Augenwinkeln heraus zu belauern, denn plötzlich tönte ihm ein schnorriges „Kann ich Ihnen helfen?“ entgegen. Der Antiquar hatte sich erhoben und seine mächtigen Hände auf die neben ihm aufgeschichteten Bücher abgelegt. Durch das Podest erhöht, wirkte dieser Mensch riesenhaft. Mit bohrenden Brillenaugen blickte er auf Gregor herab, dem die Situation einem Gerichtssaal gleichkam, in dem er als Verurteilter vor der Anklage stand. Der Riese war mit einer braunen Lederweste bekleidet, die offen stand und ein rotkariertes Hemd bedeckte. ‚Da fehlt nur noch der Sheriffstern‘, dachte Gregor und wich unwillkürlich einen Schritt zurück.
„Ich wollte mich bei Ihnen ein wenig umschauen“, sagte er unsicher.
„Suchen Sie denn etwas Bestimmtes?“, wollte sein Gegenüber wissen.
Langsam gewann Gregor seine Fassung wieder und erwiderte nunmehr in festem Ton:
„Zunächst möchte ich gerne ein wenig stöbern. Dieses Antiquariat ist so fabelhaft sortiert, dass ich mich gut darin zurechtfinde. Aber danke für Ihre Nachfrage, ich melde mich, wenn ich Sie brauche.“ Vergnügt bemerkte er, dass seine Aussage dem Riesen ein Lächeln abgewann, der daraufhin in seinen Stuhl plumpste und im nächsten Moment hinter einem Bücherstapel verschwand.
Gregor wandte sich zunächst dem Alphabet zu, nach dem Romane und Erzählungen einsortiert waren. Wie in solchen Fällen üblich, musste er seinen Kopf dabei geringfügig anwinkeln, um die Rückentitel der Bücher entziffern zu können. Einen Teil der Bücher hatte Gregor schon oft in anderen Antiquariaten aufgespürt und nach kurzer Zeit machte sich bei ihm Enttäuschung breit, auch hier das bekannte Sortiment wieder vorzufinden. Im Laden herrschte derweil betretene Stille, die nur hin und wieder von einem leisen Rascheln unterbrochen wurde. Auf seinem Weg durch das Antiquariat gelangte Gregor nun an den mittig im Raum befindlichen Tisch, der zudem in seiner Kernzone in Form einer Pyramide weitere Bücher aufbahrte. So gewollt, zogen diese Bände die Aufmerksamkeit eines Betrachters als erstes an. Gregors Blick wanderte im Schritt um diese Bücherpyramide herum. Neben alten Kinderbüchern, Reisebeschreibungen und Lyrikbänden vereinte diese Dekoration offensichtlich einen Querschnitt von besonderen Interessengebieten. Er wollte gerade zu den Sachbereichen hinübergehen, als im letzten Moment ein kleines braunes Bändchen im Kleinformat am Fuße der Aufstellung seinen Blick fesselte. Bei näherem Betrachten erkannte er einen Ganzlederband mit ausgewählten Gedichten von Detlev von Liliencron. Der Deckel und die Rückseite waren am Rande mit einer goldenen Bordüre verziert und auch der geprägte Titel prangte in goldener Schrift. Den prachtvollen Zustand ergänzte zudem ein goldener Rundumschnitt. Der Band stammte aus dem Jahr 1909 und kam in der 31. Auflage vom Verlag Schuster & Loeffler. Obschon das Büchlein recht hübsch anmutete, etwas Besonderes hielt Gregor nicht in den Händen. Bevor er den Band wieder zur Seite legen wollte, entdeckte er auf der Rückseite des Titelblattes eine handschriftliche Widmung. Verwundert las er den Namen seines Vaters, „Anton Mendel, gewidmet am 10. April 1959 von Paul König zur Erinnerung an eine gemeinsame Zeit“. Gregor erstarrte nach dem Lesen dieser Worte. Den Namen Paul König hatte er im Zusammenhang mit dem des Vaters in seinen Kindertagen oft gehört. Deshalb glaubte er sicher sein zu können, dass dies hier wirklich seinem Vater galt.
Gregor kannte seinen Erzeuger mehr vom Erzählen als vom Erleben, er verstarb bei einem Arbeitsunfall in dem Jahr, als Gregor zur Schule kam. Als er in den Jahren des Erwachsenwerdens bei seiner Mutter nach dem Vater fragte, erhielt er stets kurze Antworten und spürte, dass sie an diesen Mann nicht gerne erinnert werden wollte. Er wäre ein Sonderling gewesen, hätte die Menschen gemieden und sich dem Trunke ergeben. Das beschämte Gregor und er fragte fortan nur noch selten nach seinem Vater, obwohl es ihn innerlich schon interessierte, wer er gewesen sein mochte. Mit der Mutter verlebte Gregor im Grunde eine fröhliche und unbeschwerte Kindheit. Sie war in all der Zeit allein geblieben und widmete sich ganz seiner Erziehung. Vor drei Jahren verlor er auch sie an eine heimtückische Krankheit.
Nun hielt er ein Buch in der Hand, das die Vergangenheit aufwühlte. Gedankenfetzen aus seiner Kindheit tauchten auf und plötzlich wusste er auch, was ihn an diesen Paul König erinnerte. Von Zeit zu Zeit war besagter Mann in der elterlichen Wohnung erschienen und Vater und er verschwanden für Stunden im Wohnzimmer. Gregor und seine Mutter wurden dann hinaus geschickt. Was sein Vater mit jenem Herrn König dort besprach oder tat, hatte er nie erfahren. In diesem Moment erwachte seine Neugier und er überdachte die Möglichkeit, ob der Bekannte seines Vaters noch am Leben sein konnte. Es wäre zumindest einen Versuch wert, sich mit dessen Hilfe auf die Spuren seiner Vergangenheit zu machen. Er wusste, dass zu Hause noch alte Unterlagen der Eltern in einer Kiste lagen, die er bislang zu sichten nicht der Mühe für wert befunden hatte. Zunächst beschloss er das Buch zu kaufen. Weiter in diesem Antiquariat zu suchen, konnte er sich nicht entschließen, zu aufgewühlt und abgelenkt war sein Befinden. Zum Bezahlen kam der Riese von seinem Podest herab und entpuppte sich dabei als ein liebenswürdiger und kenntnisreicher Antiquar. Nach seinem gefundenen Buch befragt, wusste er alles über den renommierten Verlag und konnte auch die Erstausgabe benennen, aber leider nichts über die Herkunft des Bandes mitteilen. Aufzeichnungen zu seinen Ankäufen machte er nur von kostbaren Büchern.
Später in seinem Hotelzimmer las Gregor die Widmung ein Dutzend Mal, studierte die Handschrift und dachte etliche Möglichkeiten einer „gemeinsamen Zeit“ aus. Zur Nacht las er dann noch in den Gedichten von Liliencron und schien angenehm berührt, dass diese poesievollen Zeilen einen Zusammenhang zu seinem Vater darstellen sollten. Das warf ein neues Bild auf die Vergangenheit, die er bisher flachsig zur Seite zu schieben beliebte. Die Worte seiner Mutter kamen ihm wieder ins Gedächtnis und sie wollten nicht mehr so recht zu dem passen, was er hier in den Händen hielt. Als Gregor weit nach Mitternacht das Licht löschte, nahm er ein Rätsel mit ins Bett, das noch eine gefühlte Stunde seine Gedanken beschäftigte und ihn am Einschlafen hinderte.
Von Neugier getrieben suchte Gregor zwei Tage darauf zu Hause das kleine Kästchen mit den Utensilien seiner Eltern hervor. Der alte Schuhkarton enthielt neben alten Ausweisen, Zeugnissen, Ringen sowie Abzeichen auch einige Fotos und mehrere Briefe an und von Behörden. Dem Ausweis seines Vaters zufolge war er am 09. Juli 1930 in Halle geboren. Das wusste Gregor, nur wie er in seinen späteren Wohnort Dresden kam, das hatte ihm seine Mutter nie erzählt. In den Zeugnissen standen für ihn durchschnittliche Noten, nur Deutsch und Literatur hoben sich durch ein „sehr gut“ hervor. Im Verhalten, das durch einen kleinen Bewertungstext beschrieben stand, wurde seinem Vater im Jahre 1943 ein „ordentliches Betragen“ bescheinigt und lediglich „seine Mitarbeit im Unterricht zu mehr Regsamkeit“ ermuntert.
Nun nahm Gregor die wenigen Fotos zur Hand, die im Karton lagen. Neben gemeinsamen Abbildungen mit seiner Mutter, fand er einige alte Urlaubsbilder, die seine Eltern gemeinsam an einem Strand zeigten. Er wusste aus Erzählungen, dass es Fotos von der Ostsee sein mussten, die sie in den fünfziger Jahren mehrmals besuchten. Gregor war zu dieser Zeit noch nicht geboren. Dann fiel ihm ein Foto in die Hand, das seinen Vater und einen ihm fremden Mann vor einem großen Gebäude abbildete. Auf der Rückseite stand: „mit Paul König 1960 in Berlin“. Aufregung überkam ihn, wurde dieses Foto doch zur gleichen Zeit aufgenommen, aus der auch die Eintragung in dem Buch stammte. Die beiden Männer waren mit dunklen Anzügen bekleidet, hatten lässig eine Hand in der Hosentasche und eine Zigarette im Mund, während sie neben sich eine Aktentasche hielten. Sein Vater trug glattes nach hinten gekämmtes Haar, während Paul Königs Gesicht ein wirrer Lockenkopf sowie ein Kinnbart zierten.
Für einen Moment verglich sich Gregor mit seinem Vater und stellte fest, dass sein Äußeres ihm in vielem ähnlich war. Auch er besaß glatte Haare, eine große Nase und buschige Augenbrauen, nur trug er das Haar kürzer und hatte eine Brille. Ein Weilchen betrachtete er die beiden und vermutete, dass sie bestimmt ein recht freundschaftliches Verhältnis gehabt haben mussten. Allerdings wusste er gar nichts darüber und bedauerte, das Foto nicht eher gefunden und seine Mutter befragt zu haben.
Schließlich wühlte er weiter und nahm die Briefe vor, die an verschiedene Behörden gerichtet waren – Rentenangelegenheiten, Beschwerden und Anträge. Er überflog deren Inhalte und suchte Hinweise auf Aufenthaltsorte oder Anschriften, um eine Spur zu seinem Vater und dieser seltsamen Widmung zu finden. Mit dem vorletzten Blatt hielt er einen handschriftlich verfassten Bogen mit einer Liste in der Hand. Beim näheren Betrachten schloss er vom Inhalt her auf eine Leseliste. Neben einem Autor wie Rainer Maria Rilke stand der Buchtitel „Das Stunden-Buch“, vermerkt mit dem Datum 17. März 1959. Gregor studierte nun aufmerksam jede Zeile und als er das Blatt umwendete, fand er seine Hoffnung freudig bestätigt. Für den 05. Dezember 1959 waren die „Ausgewählten Gedichte“ von Liliencron eingetragen. Ein Hoffnungsschimmer huschte über sein Gesicht und seine Finger zitterten ein wenig. Schließlich nahm er das letzte Blatt und las dessen in blauen Buchstaben verfasste Firmenüberschrift. „Die Talenteschmiede – Zeitschrift für junge Prosa und Lyrik“ im Verlag Neue Heimat, Berlin Adlershof, Jannowitzstr. 103-107. Der Brief war an seinen Vater mit der ihm bekannten Anschrift in Dresden adressiert. Das Datum lautete auf den 25. September 1960. Dann las er den Text:
Sehr geehrter Herr Mendel,
wir entschuldigen uns zunächst bei Ihnen, dass die Beantwortung Ihrer Anfrage so lange gedauert hat. Unverlangt eingereichte Manuskripte werden in unserem Verlag nachrangig zu den bestellten Vorgängen bearbeitet, was mitunter zu erheblichen Zeitverzögerungen führen kann.
Die von Ihnen eingesandten Gedichte sind gut gearbeitet, entsprechen jedoch nicht ganz unseren Vorstellungen. Um Ihnen dennoch Mut zum „Weitermachen“ auszusprechen, haben wir uns entschlossen, Ihr Gedicht „Die Mutprobe“ in einer unserer nächsten Ausgaben abzudrucken.
In den Anlagen erhalten Sie Ihr Manuskript zurück. Bleiben Sie bitte weiter bemüht und nehmen Sie die bevorstehende Veröffentlichung Ihrer Zeilen als Ansporn, Ihren Gedichten ein poesievolleres Format zu geben.
Dann folgte noch die Unterschrift eines Bearbeiters mit Namen Steffen Wolters. Unter den Verlagsangaben war auch eine Telefonnummer vermerkt. Plötzlich entdeckte Gregor auf dem Schreiben einen durchscheinenden Abdruck, der von der Rückseite stammen musste, weshalb er das Blatt wendete und dort eine kleine handschriftliche Bemerkung sah. Sie musste von seinem Vater stammen und lautete: „Manuskript am 29.09.60 an Paul, Rennerstraße 13.“ Gregor ließ das Blatt verwundert auf den Tisch sinken. Sein Vater – ein Mensch, der Gedichte schrieb. Wieso war nie die Rede davon gewesen, was hatte ihm seine Mutter noch verschwiegen? Ärger stieg in ihm hoch und ein erster Vorwurf begann sich zu formulieren, der seiner geliebten Mutter galt und an ihrer Fassade einen feinen Riss hinterließ.
Schnell wischte Gregor diesen Gedanken mit weiteren Überlegungen zur Seite, was er als Nächstes zu unternehmen gedachte. Bis auf diesen Brief, die Leseliste und das gemeinsame Foto mit Paul König legte er alles wieder in den Schuhkarton. Als erstes wollte er in diesem Verlag anrufen und nach der Veröffentlichung fahnden, denn es interessierte ihn brennend, ob dort noch etwas über seinen Vater bekannt war. Dann käme die Suche nach dessen Freund, zu der er mit der Rennerstraße in Dresden schon mal einen Anhaltspunkt besaß. Insgeheim hoffte er sehr, dass dieser noch lebte und er ihn treffen konnte. Alles andere würde sich dann ergeben. Gregor überlegte, wie alt Paul König inzwischen sein mochte, wenn er zum gleichen Jahrgang seines Vaters gehörte und befand, dass mit 55 Jahren die Überlebenschancen gut stünden. Seine Mutter kam ihm bei diesem Gedanken wieder in den Sinn und er dachte an ihren Überlebenskampf gegen ihre heimtückische Krankheit, der sie innerhalb weniger Monate erlegen war. Tränen stiegen ihm in die Augen, da Bilder ihrer letzten Tage aufflammten und er all die Qualen noch einmal vor Augen sah, die ihr der Krebs verursachte. Eines Tages plötzlich fühlte sie in ihrem Unterbauch heftige Schmerzen, zu deren Abklärung sie einen Arzt aufsuchte. Die Untersuchung leitete eine dreimonatige Leidensphase ein, während der letztendlich Veränderungen an ihrer Bauchspeicheldrüse festgestellt wurden. Dann ging alles sehr schnell. Ihre letzten Tage verbrachte sie auf Wunsch zu Hause und Gregor war bis zuletzt nachtwachend an ihrem Bett. Ein einziges Mal hatte sie während dieser Zeit im Halbschlaf den Namen seines Vaters gemurmelt, was er damals nur mit Verwunderung zur Kenntnis nahm. Nun fühlte er mit Unbehagen, dass er seiner Mutter vor wenigen Augenblicken hat gedanklich Unrecht zukommen lassen.
Der Anruf beim Verlag fiel enttäuschend aus, obschon das Unternehmen noch existierte, wenn auch unter einem anderen Namen. Keiner der gegenwärtigen Mitarbeiter wusste etwas von einem Anton Mendel. Man versprach im Archiv nachzusehen, bat jedoch um etwas Geduld. Als Trost nahm Gregor den Hinweis zur Kenntnis, es in einem renommierten Antiquariat zu versuchen, ob dort ein Jahrgang der „Talentschmiede“ um 1960 katalogisiert wäre.
Gregor eilte deshalb am nächsten Tag zielstrebig in das große Antiquariat seiner Stadt, in dem er häufig seiner Sammelleidenschaft frönte. Zunächst allein in der Zeitschriftenabteilung auf Suche gehend, musste er aber bald fachmännische Hilfe holen. Groß schien die Freude, nachdem ein Jahrgang der gesuchten Zeitschrift im Katalog auftauchte, doch ein betreffender aus der 1960er-Zeit konnte nicht gefunden werden. Gregor kaufte ein Einzelheft aus dem Jahr 1962, um sich ein Bild von der Arbeit jenes Verlages zu machen, in dem einst ein Gedicht seines Vaters abgedruckt wurde. Das Heft im Kleinoktavformat umfasste knapp 100 Seiten und enthielt neben Lyrik auch kürzere Erzählungen und Essays. Am Ende des Bandes standen auch Kritiken zu älteren Beiträgen. Hier fand er zu seiner Verblüffung eine Rezension von Paul König über den Erzählband eines Autors, den Gregor nicht kannte. Auf einer halben Seite im Zweispaltendruck schrieb König eine vernichtende Beurteilung über das Buch, die damit endete, dass der Autor wohl seine Berufung verfehlt habe. Am Schluss der Zeitschrift waren die Autoren der Beiträge mit ihren Anschriften vermerkt und Gregor fand bei Paul König die ihm bereits aus der handschriftlichen Bemerkung seines Vaters bekannte Rennerstraße 13 in Dresden.
Er nahm einen Stadtplan zur Hand und suchte die bezeichnete Straße. Erfreut stellte Gregor fest, dass in der Inneren Neustadt dazu ein Eintrag vorhanden war und er sogar zu Fuß dorthin gelangen konnte. Zuvor wollte er jedoch im Telefonbuch nachschauen. Zu seinem Erstaunen beherbergte Dresden vier Einwohner mit dem Namen Paul König, die ein Telefon besaßen, keiner davon wohnte jedoch in der Rennerstraße. Möglicherweise gab es sogar noch mehr Personen, die infrage kamen. Er beschloss daher, zuerst zur Rennerstraße zu gehen, das Foto mitzunehmen und die dortigen Anwohner nach einem Paul König zu befragen.
Vier Tage später, an einem Samstag, lief er bei schönem Wetter in die Dresdner Neustadt. Im Gepäck trug er Hoffnung, aber auch einige Zweifel. Straßenlärm betäubte seine Ohren und viele Menschen waren zum Einkaufen unterwegs. Je näher er dem gesuchten Ort kam, umso aufgeregter fühlte Gregor sein Inneres rebellieren. Nervös kontrollierte er noch einmal, ob das Foto auch wirklich in seiner Tasche steckte, dann stand er vor der Hausfassade der Rennerstraße 13. Das einzeln stehende, dreistöckige Mehrfamilienhaus besaß einen Garten, den er nun betrat. Auf einem Wäscheplatz schaukelte eine Reihe weißer Hemden und an der Hauswand lehnten zwei Fahrräder. Von den Anwohnern war niemand zu sehen. Dann entdeckte Gregor die Namensschilder auf dem Klingelbrett und fand zu seiner Enttäuschung leider nicht den gesuchten Namen. Wankelmütig überdachte er seinen nächsten Schritt und fühlte sich nicht recht wohl dabei, bei fremden Leuten zu klingeln. Nach ein, zwei Minuten des Zauderns drückte er aber schließlich auf einen der unteren Knöpfe. Es dauerte eine halbe Minute, dann wurde ein Fenster im linken Erdgeschoss geöffnet. Eine junge Frau steckte ihren blonden Kopf heraus und fragte nach seinem Begehr. Gregor erzählte, dass er jemanden suche, der hier einmal gewohnt hatte und hielt das Foto noch oben.
„Da sind Sie bei mir bestimmt nicht an der richtigen Adresse, wir wohnen erst seit zwei Jahren in diesem Haus, fragen Sie doch mal bei Frau Wagner nach, die lebt hier schon seit ewigen Zeiten. Bestimmt kann die Ihnen weiterhelfen.“ Damit beendete sie das Gespräch und verschwand hinter dem Fenster.

Gregor schaute auf die Klingeltafel, um den genannten Namen zu suchen. Dann stieg er in den 1. Stock die Treppen hinauf und klingelte bei Frau Wagner. Zunächst blieb hinter der Tür alles still, ehe ein leichtes Schlurfen näher kam. Die Tür wurde einen Spalt weit geöffnet und eine kleine weißhaarige Frau, die sich an einen Stock festhielt, schaute ihn fragend an. Gregor nannte seinen Namen und erzählte, weshalb er bei ihr geklingelt hatte und zog schließlich das Foto hervor. Ängstlich blickte Frau Wagner auf die Abbildung, nahm sie zur Hand, setzte ihre Brille ab und betrachtete die beiden abgebildeten Herren.
„Der linke da, das ist der Herr König, etwas jünger zwar als ich ihn kannte, aber er ist es bestimmt“, sagte sie mit schwacher Stimme.
„Bis wann hat er denn in diesem Haus gewohnt?“, wollte Gregor wissen.
„Lassen Sie mich kurz überlegen, junger Mann, das war …“, dann hielt sie inne und meinte, sie müsse mal in ihrem Hausbuch nachschauen. Sie blickte ihn forschend an und bat ihren Gast, einen Augenblick hereinzukommen. Gregor fand sich einer kleinen Frau gegenüber, die in einer lila gefärbten Kittelschürze steckte, aus der am Hals eine weiße Bluse hervorschaute. An den Füßen trug sie graue Wollsocken in abgetragenen Pantoffeln. Ihr weißes Haar war hinten mit einer schwarzen Klammer zusammengehalten. Sie ging voran und führte ihren Besucher in eine weiträumige Wohnstube. Ein geblümtes abgesessenes Sofa wurde ihm zum Sitzen angewiesen. Während sie in einer verschnörkelt verzierten braunen Kommode nach etwas suchte, hatte Gregor Gelegenheit zum Schauen. Hohe Fenster mit langen weißen Gardinen waren von schweren rötlichen Samtvorhängen umrahmt, die dem Raum eine dunkle Tönung verliehen. An jeder Wand hingen Bilder mit christlichen Motiven. Neben der Kommode stand noch ein kleiner Sekretär, der geöffnet und mit Papieren übersät war. Die Raummitte nahm ein runder Tisch ein, auf dem lediglich eine Zeitung lag. Neben dem Sofa thronte noch ein hochlehniger Sessel vor einem Fernsehgerät. Bücher konnte er keine entdecken.
„Hier habe ich es gefunden!“ Frau Wagner breitete ein schmales Heftchen vor ihm aus, und während sie mit ihrem dürren Zeigefinger eine Stelle bezeichnete, erzählte die alte Frau. „Wir mussten damals so ein Hausbuch führen, in dem alle Zuzüge und Abgänge einzutragen waren. Da ich schon seit meiner Kindheit hier in diesem Haus wohne, war mir als älteste Bewohnerin diese Aufgabe zugefallen. In letzter Zeit wird allerdings nicht mehr so viel Wert darauf gelegt, sodass die neuen Bewohner hier nicht mehr eingetragen sind. Ihren Herrn König habe ich aber gefunden. Wie Sie selbst sehen, fand sein Einzug am 01. Mai 1958 statt. Er wohnte unter dem Dach in einer kleinen Wohnung, denn, so lange ich ihn kannte, war er immer allein. Ein freundlicher Herr, der stets grüßte, wenn man ihn traf. Reden tat er nicht viel und wenn er durchs Treppenhaus ging, zog er meistens Zigarettenqualm hinter sich her. Aber Sie wollten ja wissen, wie lange er hier wohnte.“ Unsicher verblätterte sie einige Seiten.

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