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Charlotte Riedel
Ausgetauscht - Mit 16 allein nach Russland


Taschenbuch Oktober 2011
302 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-943048-84-1


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Charlotte Riedel ist zu Beginn ihres Austauschjahres 16 Jahre alt. Sie beschreibt sehr offen, mit Witz, Charme und einer sehr guten Beobachtungsgabe ihre ganz persönlichen Erlebnisse und Eindrücke. Pointierte Überschriften und Erkenntnisse schaffen ein besonderes Lesevergnügen in diesem etwas anderen Tagebuch.

Schüleraustausch ist in Mode gekommen. Wer das tun möchte, was viele tun, der soll ein Austauschjahr in den USA oder Australien verbringen. Wer aber im Winter mit 30 Grad Kälte klar kommt, auch Samstags und am 24. Dezember ohne Murren zur Schule geht, sowie Türen an der Schultoilette nicht unbedingt benötigt... der geht nach Russland!

Warum wissen wir so wenig über das größte Land der Erde und seine Menschen? Wieso sind Millionenstädte am größten Fluss Europas in Deutschland weitgehend unbekannt?

Der Leser stellt überrascht fest: Vieles ist nicht anders als bei uns aber manches eben doch (z.B. russisch-orthodoxe Wohnungssegnung oder große Freude über eine „5“ in Mathe). Wer es schafft offen auf Menschen zuzugehen, der wird belohnt mit herzlichen Begegnungen, echtem Interesse und wundervollen, lebensverändernden Erlebnissen. Davon handelt dieses Tagebuch.


"Wer 'Ausgetauscht' liest, erfährt über Russland mehr und anderes als
durch die übliche Berichterstattung. Es ist Charlotte Riedel gelungen, von
fremdem Alltag anschaulich, humorvoll und mit menschlicher Nähe zu
erzählen.

Ich möchte nochmal meine Anerkennung für dieses Stück 'lebendiger
Völkerverständigung' aussprechen. Genau das ist aktive Friedenspolitik!"

Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz
Montag, 30. August 2010

Nun bin ich da
Ich bin in Russland.
Um halb fünf fuhren meine Familie und ich zum Flughafen Dresden. Von dort würde meine Reise beginnen. Noch immer realisierte ich nicht, dass ich für zehn Monate in einem fremden Land, bei fremden Leuten - weit weg von den Lieben - leben würde. Am Flughafen angekommen, musste ich meine Familie verabschieden. Ich hatte mir vorgenommen nicht zu weinen. Mein Vater sah gequält aus, aber behielt die Fassung. Meine Mutter
sah mich mit roten Augen an. Sie weinte - was nicht untypisch war, da man
meine Mutter schon als zart beseeltes Wesen beschreiben kann. Beide
umarmten mich und versicherten mich ihrer Liebe. Am schwersten fiel mir der Abschied von meiner Schwester. Sie weinte. Meine Schwester - die sonst alles lässig in die Tasche steckte - weinte. Ich musste mich zusammenreißen, aber ich weinte nicht. Ich weinte erst, als ich im Transitbereich allein war. Plötzlich auf mich gestellt.
Ich flog nach Frankfurt, hatte einen Fensterplatz und sah ein letztes Mal meine vertraute Heimatstadt. In Frankfurt angekommen, traf ich Freunde, welche auch ihr Austauschjahr in Tscheboksary verbringen würden. Man unterhielt sich. Mein Gemüt hellte sich auf.
Beim nächsten Flug – von Frankfurt nach Moskau - hatte ich Pech mit meinem Platznachbarn. Es war ein Mann mittleren Alters, in Jogginghose, welcher furchtbar stark nach Schweiß roch. Meine Gesundheit war sowieso schon angeschlagen, da ich mir eine leichte Grippe eingefangen hatte. Perfekter Start in mein Austauschjahr….
In Moskau wurden wir von einer YFU- Freiwilligen empfangen und zum
nächsten Flug begleitet. Diesmal saß ich neben meinen beiden Austauschlern.

Dann flogen wir weiter nach Kasan - eine Hochburg des muslimischen
Glaubens in Russland. Dieser Flug erfolgte mit einer russischen
Fluggesellschaft, wovon man zu unserer Überraschung nichts bemerkte - mal
abgesehen von dem gelegentlichen Kratschen der Sprechanlage.
In Kasan wartete Katja auf uns. Sie sprach perfekt Englisch, unser Glück. Auch zwei weitere Austauschler waren bei ihr. Eine weitere würde noch nachreisen.
Also waren wir schon zu sechst! Wir warteten auf unseren Fahrer, der uns nach Tscheboksary bringen sollte. Währenddessen wurden uns Tipps bezüglich dem Leben in Russland gegeben und ein YFU- Treffen in einer Woche angekündigt.
Wir gingen hinaus. Es war kalt, 9°C. Ein komfortabler Kleinbus holte uns ab.
Man gab uns Wurstbrötchen, die so stark nach Knoblauch rochen, dass sie
keiner, außer einem Jungen, essen wollte. Denn keiner von uns wollte seiner
Gastfamilie mit einem besinnungsraubenden Atem gegenübertreten. Zusätzlich bekamen wir Wasser und jede Menge Süßkram. Wir machten das Licht aus und schliefen.
Nacheinander wurde jeder zu seiner Gastfamilie gebracht. Ich war die Vorletzte und stand plötzlich meiner Gastschwester Xjuscha gegenüber. Ich hatte bereits Bilder von ihr gesehen und mit ihr geschrieben. Aber als ich ihr
gegenüberstand, musste ich staunen. Sie war klein. Klein und zierlich.
Zweifelsohne sah sie aus wie auf den Bildern: lange braune Haare und ein
rundes fast kindliches Gesicht. Auch sie sah mich erstaunt an, denn ich bin
einen Kopf größer als sie. Ihr Vater begrüßte mich. Wir fuhren in einem teuer aussehenden Auto zu meinem zukünftigen Heim. Man redete schonungslos schnell Russisch auf mich ein. Zu meiner Überraschung verstand ich trotz Kopf- und Halsschmerzen, trotz so später Stunde 80% von dem was sie sagten.
Wir hielten an einem Neubaublock. Neunetagige Wohnungsriesen
stachen in den klaren Nachthimmel.
verfasst von Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz am 03.02.2012:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Wer "Ausgetauscht" liest, erfährt über Russland mehr und anderes als
durch die übliche Berichterstattung. Es ist Charlotte Riedel gelungen, von
fremdem Alltag anschaulich, humorvoll und mit menschlicher Nähe zu
erzählen.

Ich möchte nochmal meine Anerkennung für dieses Stück "lebendiger
Völkerverständigung" aussprechen. Genau das ist aktive Friedenspolitik!

Viel Erfolg für Charlotte und herzliche Grüße
Gabriele Krone-Schmalz

verfasst von Holger Löbell am 25.11.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Ich bin beim Deutsch-Russischen Austausch e.V. (DRA) für den
Schüleraustausch mit Russland zuständig, aus diesem Grunde habe ich das
Buch gekauft, als ich es auf der Seite der Stiftung Deutsch-Russsicher
Jugendaustausch gesehen hatte, und ich kann sagen, dass meine
Erwartungen an das Buch sehr schnell übertroffen wurden. Das Buch ist in
einer sehr erfrischend direkten und lebendigen Sprache geschrieben und
führt die beschriebenen Situationen sehr bildhaft vor Augen - ein
Kompliment an die Sprachfertigkeit der jungen Autorin!
Das Herangehen an den trotz aller Vorbereitung manchmal fremden und
oftmals unerwarteten Alltag zeugt von einer Unbefangenheit und Reife,
wie ich sie mir von meinen Austauschschülern - sowohl aus Deutschland
als auch aus Russland - immer wünsche, aber leider nicht immer erlebe.
Eben so, wie Charlotte es auch von anderen Austauschschülern erlebt und
beschrieben hat.
Was mich sehr beeindruckt hat, war, wie Charlotte es geschafft hat,
offen und neugierig an alles Neue heranzugehen und bereit zu sein, sich
unbekannten Erfahrungen hinzugeben - ohne dabei die eigene
Persönlichkeit aufzugeben. So, wie es Charlotte gelungen ist, Fremdes
auszuprobieren und anzunehmen, ohne die Eigenständigkeit zu verlieren,
ist es nicht verwunderlich, dass sie in der russischen Kultur und
Sprache so weit aufgegangen ist, dass das Erstaunen auf russischer Seite
darüber, dass sie Ausländerin ist, stetig gewachsen ist; im Gegenteil,
ich kann mir lebhaft vorstellen, wie das Russische unmerklich immer
tiefer in die Gedanken eingegangen ist, sodass Charlotte sehr schnell
aufgehört hat, auf Deutsch zu denken und ihre Gedanken ins Russische zu
übersetzen, sondern einfach auf Russisch losgesprochen hat.

Und: Ich habe allerhöchsten Respekt vor den schulischen Leistungen!

Langer Rede kurzer Sinn: Das Buch ist, dank der offenen und
unkomplizierten Herangehensweise an die andere Mentatlität, und dank der
direkten, freien und sehr lebendigen Sprache, ein Musterbeispiel dafür,
wie ein Schüleraustausch zu einem Erfolg für alle Seiten werden kann -
dem Austauschschüler, der Gastfamilie und auch der leiblichen Familie.

verfasst von Angelika Langes am 14.11.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Mit ihrem Buch "Ausgetauscht" gibt Charlotte Riedel nicht nur einen Einblick in das Leben der russischen Gastfamilie, sie lässt den Leser durch einen Spalt der Tür auch in ihre eigene Familie sehen.
Durch die natürliche und lebendige Beschreibung ihres Aufenthaltes in Russland lernt der Leser das Land und die Menschen besser kennen.Die Reise von Charlotte steckt voller Überraschungen.
Mich persönlich nahm sie mit ihrer Art zu schreiben an die Hand und führte mich in ein anderes Land. Ich war gerührt über die Gefühle, habe gestaunt über die Erlebnisse und gelacht über den Witz.

Hoffentlich bleibt es nicht bei dem einen Buch von Charlotte Riedel!
Das Buch ist unbedingt lesenswert für jedes Alter!

verfasst von Sophie am 05.11.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Ich war auch in Russland und fühlte mich gleich in meine Zeit versetzt. Cool!
Und sogar noch ein Rezept zum Nachbacken im Buch!
Ich werd's meiner Freundin schenken.

verfasst von D. Hirschel am 27.10.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Ich habe das Buch geschenkt bekommen und wollte "nur mal so 'reinsehen". Aber ich konnte es nicht wieder weglegen, bevor ich es ausgelesen hatte. Als Rentner interessieren mich die Tipps zum Austauschjahr zwar nicht - aber der Erlebnisbericht ist nachvollziehbar und ehrlich. Besonders hat mir gefallen, dass die Autorin in ihrem zarten Alter sich zu ihren christlichen Grundwerten bekennt.

verfasst von K. Knitsch am 23.10.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Das Buch ist erfrischend "echt", man merkt, dass es live geschrieben wurde und kein Gedächtnisprotokoll darstellt. Sogar die langweiligen Tage bringen den Leser zum schmunzeln.

verfasst von Helga Schalk am 22.10.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Charlotte Riedel hat mit ihren 16 Jahren ihr neues Umfeld erstaunlich
gut beobachtet und ist auf die Menschen offen zugegangen. Das war ein
guter Anfang für Freundschaften und öffnet Einblicke ins Familienleben,
in die Natur, in die Kultur der Gastgeber. Ihre Tagebuchaufzeichnungen
sind mit viel Herz und auch Heiterkeit geschrieben, es macht Freude, sie
zu lesen.

verfasst von Tümpel am 19.10.2011:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Ein Buch, das man unbedingt weiter empfehlen kann!
Es hebt sich wohltuend von anderen mit ähnlicher Thematik ab, denn es ist erfrischend lebendig geschrieben. Man fühlt sich unmittelbar einbezogen, wie Charlotte in die neue Familie, das fremde Land, das alltägliche Leben in Russland hineinwächst. In jeder Zeile spürt man, dass sie neugierig, aufgeschlossen, aber auch kritisch betrachtet, was um sie herum geschieht - und dass sie die Menschen, ob klein, ob groß lieben gelernt hat.
Dass umgekehrt "Scharrlotta" ebenfalls integriert wird in Familien- und Freundeskreise, wie sie oft unterhaltsam zu schildern weiß, das ist somit zwangsläufig.
Was spricht noch für dieses Buch?
- Es ist in wohltuend gutem Deutsch geschrieben, was man von den Auslassungen so mancher prominenter Zeitgenossen nicht sagen kann.
- Die Auswahl der Fotos hilft dem Leser, "sein Russlandbild", das er beim Lesen erhält, noch deutlicher zu entwickeln.
Zudem ist für Jugendliche und Eltern, die Ähnliches wie Charlotte vorhaben, der Anhang ausnehmend hilfreich.

Fazit: Dieses Buch ist unbedingt sein Geld wert, man hat Spaß beim Lesen und lernt sogar noch was dazu!

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