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Ronny Kienert, Sascha Stoltze
Anstarren oder Wegsehen?
Erfahrungen im Alltag und wertvolle Tipps von und mit Menschen mit Behinderungen

Taschenbuch April 2021
114 Seiten | ca. 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-96014-798-5


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Dieses Buch bildet eine Sammlung von Erfahrungen und Meinungen von Menschen mit und ohne Handicap ab. Es hat weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Perfektion. Wir erhoffen und wünschen uns, dass dieses Buch zwischen Menschen mit und ohne Handicap weitergereicht werden kann.
Anstarren oder Wegsehen?
Wenn ein Mensch mit Behinderung - egal ob
Rollstuhlfahrer, Blinder oder mit anderer
augenscheinlicher Beeinträchtigung – unterwegs ist,
passiert es sehr oft, das ein oder sogar mehrere andere
Menschen nicht nur interessiert schauen, sondern einen
selbst regelrecht sekundenlang anstarren ohne
irgendetwas zu sagen. Man merkt dann regelrecht, wie
bei denen das Gehirn rattert: „Warum sitzt der wohl im
Rollstuhl? Was ist ihm passiert? Weshalb?“ Und so
weiter. Über die Jahre habe ich mir angewöhnt, den
Betreffenden ganz genauso fest zu fixieren.
In dem Moment werden die Leute für mich einfach
unsichtbar. Sie sind später einfach weg. Sie schauen nicht
nur weg, sie gehen sogar weg.
Wenn diese Leute einen Mensch sehen, der sich
beispielsweise kompliziert den Fuß gebrochen hat und
jemand ist interessiert, ist es für die meisten überhaupt kein Problem zu fragen: „Was hast du gemacht, was ist
passiert? Das sieht ja gefährlich aus!“ und so weiter.
Dann bekommt man von dem Betroffenen eine kurze
Auskunft, möglicherweise die halbe Lebensgeschichte
erzählt, oder er sagt einfach: „Das geht sie nichts an.“ -
alles kein Problem.
In den letzten zehn Jahren ist es mir selbst nur zweimal
passiert, das ein Anderer ganz normal auf mich
zugekommen ist und gefragt hat: „Sitzt du schon immer
im Rollstuhl oder was ist mit dir geschehen?“
In meinen Gesprächen mit anderen Personen mit
Handicap haben mir viele bestätigt, dass sie lieber
konkret angesprochen werden wollen als nur angegafft
oder ignoriert. Das es dennoch so oft passiert, zeigt, dass
wir hier in Deutschland scheinbar ein großes
Nachholepotential haben. Jedenfalls aus meiner Sicht als
Betroffener bin ich davon überzeugt

Da viel Unsicherheit auf beiden Seiten herrscht, erfordert
der Umgang von Behinderten mit Nichtbehinderten
oftmals eine Portion Mut. Nicht immer hat ein
Betroffener den Mut, nach Hilfe zu fragen wenn er oder
sie Hilfe wirklich benötigt. Dies ist ein langer
Lernprozess. Ich kann das so sagen, denn ich bemerke bei
mir selbst, dass auch heute noch der Mut dazu an
mancher Stelle fehlt.


verfasst von Claudia am 09.05.2021:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Tolles Buch, welches die Erfahrungen gehandicapter Menschen beschreibt und aus ihrer Sicht Wege aufzeigt wie sich der Umgang besser gestalten könnte. Ein sehr interessante Einblick, von dem wahrscheinlich jeder noch etwas lernen kann. Absolute Leseempfehlung.

verfasst von Manuela Fischer am 27.04.2021:BewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchenBewertungssternchen
Eine gute Sammlung von Tipps, wie man im Umgang mit gehandicapten Menschen besser handeln kann. Es ist mir klar, dass man bei der Vielzahl von diversen Handicaps die es auf der Welt gibt hier nur eine Auswahl davon beleuchten kann. Vielleicht gibt es ja eine zweite Auflage, wo auch der Umgang mit Alzheimer-Senioren mit betrachtet wird? Ich freue mich.

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